NSU: Warum hält sich Mundlos im Tod an die Brust?

Für die offizielle Regierungs- und Geheimdienstversion ist von großer Bedeutung, dass Mundlos am 04.11. erst seinen Freund Böhnhardt erschoss und dann sich selbst. Dazu wird immer wieder angeführt, es wären jeweils Kopfschüsse gewesen. Jedoch lauten die ersten Presseberichte, die sich auf Augenzeugen von der lokalen Feuerwehr und Polizei stützen, anders: Böhnhardt erlitt einen Kopfschuss und Mundlos einen Schuss in die Brust (friedensblick). Die Berichte werden medial wie parlamentarisch ignoriert.

Jetzt ist ein Foto vom NSU-Wohnmobil aufgetaucht, in dem Böhnhardt und Mundlos starben. Es stützt die erste Darstellung, siehe Foto 4/5:

Dort ist ein Foto des toten Mundlos (Berliner Kurier) zu sehen. Herr Mundlos hält sich an die Brust – noch während des Totes. Leider ist der Kopf verpixelt.

Wie realistisch ist es, dass jemand, nachdem er sich die Hälfte seines Kopfes mit einer Pumpgun entfernte, noch an die Brust fassen und halten kann?

Außerdem ist sein Pullover von der Brust an abwärts mit Blut getränkt (rechter wie linker Arm). „Vom Kopf her gibt´s keine solche mit Blut getränkten Spuren.“ (politikforen)

Was mir bei dem Foto von Mundlos Leiche auffällt ist, dass an den Wänden keine Blutspritzer zu sehen sind. Auch wenn der Pumpgun-Schuss zur Decke ging, müssten doch auch den den Wänden Blutspritzer sein.

Außerdem: Falls Mundlos so liegend von den ersten Augenzeugen gefunden wurde und ihm hätte wirklich die Hälfte seines Kopfes gefehlt, dann verstehe ich nicht, wie die ersten Augenzeugen von einer Brustverletzung sprechen konnten!

Es wäre höchste Zeit, auch für die parlamentarische NSU-Untersuchungsausschüsse, den Vorkommnissen vom 04.11.11 im Wohnmobil nachzugehen! Jedoch scheint es, dass die Parlamentarier dazu nicht gewillt sind – aus Staatsräson?

11 Gedanken zu „NSU: Warum hält sich Mundlos im Tod an die Brust?“

  1. Er könnte ja gestanden haben als er sich erschoss. Die Verfärbung an den Ärmeln könnte auch durch das Feuer entstanden sein, an den Händen ist ja auch kein Blut zu sehen. Die einzige Frage wäre dann die ob Brust oder Kopf-Verletzung.
    Das war nun eine spontane Antwort, ich denke man muss da aufpassen das man sich nicht an allem verzettelt.

  2. Die Lage der Repetierflinte ist seltsam.
    Wenn Uwe Mundlos sich im Sitzen per Kopfschuss erschossen hätte, dann würde die Waffe doch nicht mit der Mündung von ihm weg zeigen (der dickere Teil des braunen beweglichen Repetiergriffes zeigt in seine Richtung, also die Mündung in die andere Richtung). Es wäre vielmehr zu erwarten, dass sich seine Hände noch in der Nähe des Abzugs befinden und die Mündung zumindest in die Richtung seines Kopfes zeigt.
    Die Farbe seiner rechten Hand ist auch seltsam. Das sieht so aus, als ob er schon länger als nur 3 Stunden tot war.

    Was mir an der anderen Repetierflinte von Uwe Böhnhardt noch aufgefallen ist: deren Griff am Lauf befand sich in der *vorderen Stellung*!, so als ob ein Repetiervorgang halb ausgeführt worden ist („push the forearm fully forward“). Vermutlich wurde diese Flinte abgefeuert, dann der Griff nach vorne bewegt, dabei eine Hülse ausgeworfen und in diesem Moment wurde der Schütze seinerseits tödlich von einer anderen Kugel getroffen. Der Repetiervorgang endete also unvollständig und Uwe Böhnhardt fiel zu Boden und auf seine Flinte drauf. Das sieht man an dem Muster des Blutes und der verbrannten Umgebung. Dort wo Böhnhardts Oberkörper lag ist weder Blut noch hat es dort gebrannt. Böhnhardt saß also nicht am Tisch, sondern stand im Gang mit der Flinte in Richtung Mundlos.

    Foto der Mossberg Maverick 88 von Uwe Böhnhardt:
    http://www.bild.de/news/inland/nsu/nsu-moerder-richteten-sich-vor-einem-jahr-27012878.bild.html

    http://i.imgur.com/Gk3BBsO.jpg

  3. Zitat:
    E. Krüger says:
    Sieht eher so aus als ob da Müll draufliegt.

    Der Müll spielt keine Rolle.
    Man muss auf das untere Rohr achten, denn das ist in diesem Fall zwischen den beiden Griffen sichtbar.

    normaler Zustand, Rohr zwischen den beiden Grifen ist nicht sichtbar:
    Mossberg1.jpg
    http://i.imgur.com/9j8XSOC.jpg

    halb repetierter Zustand, Rohr ist zwischen den beiden Griffen sichtbar, extra rot markiert:
    Mossberg2a.jpg
    http://i.imgur.com/weJLWQK.jpg

    1. Das ist ein Grund, warum sich Böhnhardt nicht selbst in den Kopf geschossen haben konnte. Aber auf wen schoss er dann zuvor, wenn nicht auf sich, oder schoss gar nicht er selber?

  4. Ich kann den Ausführungen hier nicht ganz folgen. Guckt mal youtube oder so. Dieser Repetiergriff wird zum repetieren manuell einmal zurück und dann wieder nach vorne bewegt. Es gibt zwei Patronenhülsen, die Flinte von Mundlos müsste demnach 3x abgefeuert worden sein. Es soll auch 3x geknallt haben. Dann wurde die MP wohl doch nicht abgefeuert. Wie kommt Russ in die Lunge von Mundlos ? Den kann er eingeatmet haben als er den Brandherd in der Sitzecke legte. Wenn er sich im stehen erschossen hat dann sind die Lage seiner Flinte sowie seine Körperhaltung nicht weiter merkwürdig. Am Tisch kann eigentlich keiner der Uwes gesessen haben, bei Böhnhardt markiert die Blutlache den Fundort seiner Leiche, und die von Mundlos müsste dann entsprechende Brandspuren aufweisen…
    Was, soweit ich sehe, erklärungsbedürftig ist :
    Dieser Rucksack, der Journalist Andreas Förster erwähnte ihn, in dem sollen Geld aus einem früheren Banküberfall und später dann unverpackte Bekenner-DVD’s gefunden worden sein. Der Rucksack soll sauber gewesen sein, was nicht zu dem Fundort passt. Wenn die Beschreibung so zutrifft muss hier manipuliert worden sein. http://www.fr-online.de/neonazi-terror/nsu-trio-polizei-uebersah-dvds-der-terrorzelle,1477338,20999620.html
    Und dann noch : Wurde eine Handgranate im Wohnmobil gefunden ?
    Wurden die beim Bankraub zuvor verwendeten Masken gefunden ?
    Laut Bild soll ein Zeuge jemandem vom Wohnmobil weglaufen gesehen haben, laut Polizei wurde von den Beamten ein alter Mann weggeschickt der da auftauchte. Wohnt in Haus Nr.2 dieser alte Mann, war der die angeblich weglaufende Person ?
    ( „Die Zelle“ S.237 )
    Diese drei Punkte sind bisher recht schwammig.

    1. Also für mich sieht es nicht nach einer zufällig-passierten Körperhaltung aus, sondern danach, dass Mundlos beim Sterben gezielt an seinen Brustbereich fasste. Ist das mit halben Kopf noch möglich?

  5. E. Krüger says:
    July 28, 2013 at 4:29 pm
    Ich kann den Ausführungen hier nicht ganz folgen. Guckt mal youtube oder so. Dieser Repetiergriff wird zum repetieren manuell einmal zurück und dann wieder nach vorne bewegt.
    [Zitat Ende]

    Du hast wohl recht.
    Hier ist eine Anleitung zu einer Repetierflinte:
    pdf.textfiles.com/manuals/FIREARMS/winchester_1300.pdf

    Der normale schussbereite Zustand ist also dann erreicht, wenn sich der vordere Griff in vorderer Stellung befindet, man also das untere Rohr zwischen den beiden Griffen sehen kann. Da hat mich wohl der zurückgezogene vordere Griff bei der Waffenschau während der Pressekonferenz verwirrt.
    Also hatte Böhnhardt nicht mit seiner Repetierflinte geschossen.
    Schade, dann passt die Anzahl der gefundenen ausgeworfenen Hülsen (2) nicht, da der tote Mundlos nicht mehr repetieren konnten.

    Deshalb muss vor Gericht geklärt werden, wie der Ladezustand der Waffe (Winchester Defender) von Mundlos war.

    Zitat von E. Krüger:
    „Und dann noch : Wurde eine Handgranate im Wohnmobil gefunden ?“

    Es wurde nur eine Attrappe gefunden.
    http://www.sueddeutsche.de/politik/nsu-terroristen-rauben-um-zu-toeten-1.1672749

    So eine Handgranaten-Attrappe habe ich übrgens auch bei mir zu Hause. Das ist einfach nur ein Feuerzeug.

    Zitat von E. Krüger:
    „Laut Bild soll ein Zeuge jemandem vom Wohnmobil weglaufen gesehen haben, laut Polizei wurde von den Beamten ein alter Mann weggeschickt der da auftauchte.“

    Laut folgendem Artikel war die fortlaufende Person kein Mann, sondern eine Frau:

    Zitat aus dem Artikel:
    „In Eisenach wollen Anwohner vor der Wohnmobil-Explosion gegen 12 Uhr
    eine Frau gesehen haben, die sich vom Wagen entfernte. Offenbar hatte
    sie das Fluchtmobil nach dem Überfall gefahren, setzte sich nach
    Zwickau ab. Ob sie ihre Komplizen mit Brust- und Kopfschuss
    hinrichtete, wird ermittelt.“
    http://www.sz-online.de/Nachrichten/Chemnitz/Spur_der_Polizistenmoerder_fuehrt_nach_Zwickau/articleid-2907730

    (leider ist der Artikel-Link tot, aber ich habe eine Sicherungskopie von nahezu allen Artikeln).

    Screenshot:
    http://i.imgur.com/Me8QHwv.png

  6. @Georg Lehle : Die Linke von Mundlos war vorher am Lauf, durch den Rückstoss rutscht die Flinte weg, und der tote Mundlos, der vorher stand, rutscht auf den Boden…sieht für mich nicht so unwahrscheinlich aus.
    Zu den den 7 durchgeladenen Waffen : es müssten 8 Schusswaffen sein, 2 Pumguns, 1 MP, 3 Pistolen, 2 Revolver und ein Schreckschussrevolver. In der MP soll doch eine Hülse verklemmt gewesen sein ? Dann wären es ja 7. Und ein Toter hat noch mal durchgeladen ? Keine Ahnung, die Angaben sind im Artikel zu ungenau.

    @Bolko : Ein dritter Schuss könnte theoretisch durch ein später geschmolzenes Fenster gegangen sein. Ich vermute aber der wird dann eher durchs Dach gegangen sein, Förster erwähnte ja ein Loch( bzw zwei, ginge aber bei Schrot ) im Dach das bisher keine Beachtung fand:
    „Auf den Fotos vom Wohnmobil sind jedoch – das war bislang unbekannt – zwei Löcher im Fahrzeugdach zu erkennen, die von Geschossen herrühren.“
    ( der Artikel wurde gerade von G. Lehle verlinkt )
    Danke für die Handgranate, da isse ja ! Taucht die denn auch in irgendeiner Liste auf ? Oder ist das ein gezogener Rückschluss ? Die Masken aus dem Überfall sollen laut dem Buch „Blut&Ehre“ im Wohnmobil gefunden worden sein, aber vorher habe ich das noch nie gelesen, auch nicht in detaillierteren Auflistungen. Aus den Zeitungsartikeln werde ich da nicht schlau.
    In „Blut&Ehre“ steht das die Polizisten mehrere Personen weggeschickt haben. Da wäre also etwas Spiel. Detaillierte Angaben dazu habe ich bisher nur in „Die Zelle“ gelesen, da soll ein alter Mann direkt am Fahrzeug gewesen sein, und das müsste sich theoretisch überprüfen lassen, da der ins Haus Nr. 2 gegangen sein soll.

  7. Nochmal die Granate :
    Am 30.11’11 taucht die Handgrante in der NSU-Waffensammlung in der Süddeutschen auf, am 11.12’11 wiederholt Hans Leyendecker das nochmal :
    “ Die Terroristen verfügten über ein Waffenarsenal mit insgesamt 19 Revolvern, Pistolen und einer Maschinenpistole sowie einer Handgranate. “
    http://www.sueddeutsche.de/politik/neonazi-terrorzelle-nsu-ein-netz-mit-vielen-knoten-1.1232050
    Ob diese in der Wohnung oder im Wohnmobil gefunden wurde steht da nicht.
    In „Die Zelle“(S.230, vom Juni’12) sowie „Das zwickauer Terror Trio“(S.202, vom Sepz’12 befindet sich die Handgranate dann unter den im Wohnmobil gefundenen Waffen. Wie zuvor in der Süddeutschen im gegensatz zu den anderen Waffen ohne Typenbezeichnung oder Herstellerangaben. Im „…Terror Trio“ sind die Angaben zu den Funden aus dem Wohnmobil ansonsten recht detailliert.
    Das sind sie auch im Artikel von Andreas Förster der am 25.11.’12 in den Stuttgarter Nachrichten erschienen ist, aber hier fehlt die Granate.
    Andere Artikel kommen mal mit und mal ohne(so aus dem Gedächtnis), nähere Angaben dazu gibt es aber nie.
    In dem Artikel von Tanjev Schultz vom Mai’13(den Bolko gerade einbrachte) wird dann eine Handgranaten-Attrappe erwähnt.
    “ Dabei trugen sie geladene Waffen und eine Handgranaten-Attrappe bei sich und feuerten Schüsse aus einer Schreckschusspistole ab. “
    Das liesse sich eindeutig nur so zuordnen wenn sie im Wohnmobil gefunden wurde. Man kann also den Schluss ziehen das dem wohl so sein wird, aber genau genommen steht da weder wo und wann sie verwendet wurde, noch wo sie gefunden worden sein soll. Die Angaben sind sehr allgemein gehalten. Ich würde da nicht zuviel Hoffnungen rein setzen, denn Schultz hebt dabei auch hervor das bei Überfällen aus einer Schreckschusspistole gefeuert wurde, obwohl ’98 und ’06 scharf auf Personen geschossen wurde, bei letzterem gab es einen Bauchschuss.
    Diese DVD’s aus dem Wohnmobil sollen laut Förster ja erst einen Monat später gefunden worden sein. Das mit der Handgranate sieht schon nach Hütchenspiel aus. Und die Masken ? In „Die Zelle“ sollen die Uwes die dabei gehabt haben, das ist aber nur ein Rückschluss, schliesslich sind sie ja beim Überfall verwendet worden.

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