Papst Franziskus preist Thatcher als gute Christin

Papst Franziskus betrauert den Tod der so genannten „eisernen Lady“ und „knallharten Kapitalistin“ Margaret Thatcher. Er lobte ihre „christlichen Werte“. Dem Lob schlossen sich auch Angehörige des ehemaligen Diktators Augusto Pinochet an. 

Seine Heiligkeit Papst Franziskus nahm die Nachricht des Todes der „Baronin Margaret Thatcher“ mit Traurigkeit auf. Auf seiner Kondolenz -Karte steht weiter …

„Er erinnerte sich an die christlichen Werte, die die Grundlage ihrer Kompromisse im öffentlichen Amt waren und in der Vermittlung der Freiheit zwischen den Staatenfamilien.“ (clarin)

In den Lobpreisungen schlossen sich auch auch Anhänger des ehemaligen chilenischen Diktator Augusto Pinochet an. Thatcher war Pinochet freundschaftlich verbunden.

„Angehörige des gestorbenen Diktators Augusto Pinochet beklagten diesen Montag den Tod von Margaret Thatcher und erinnerten an die Nähe und die Unterstützung der ehemaligen Großbritannischen Premierministerin  während der Militärdiktatur. Die Freundschaft von Thatcher zu Pinochet wurde offensichtlich als Großbritannien die Waffenblockade gegen Chile Anfang der 80er Jahre brach und diesem Land Waffen für 21 Millionen Pfund (aktuell etwa 160 Millionen US-Dollar) verkaufte. (nacion)

Ähnlich wie Pinochet in Chile führte Thatcher in Großbritannien neo-liberale Reformen durch:

„1979 hatte sie mit dem Slogan „Labour funktioniert nicht“ Wahlkampf betrieben, bis 1982 aber hatte sich die Zahl der Arbeitslosen und auch die Inflationsrate verdoppelt. Sie hatte versucht, einer der stärksten Gewerkschaften des Landes, der der Bergarbeiter, den Kampf anzusagen, und war daran gescheitert. Nach drei Jahren im Amt fand sie bei Umfragen nur noch 25 Prozent Zustimmung (…).

Da die Wahlen anstanden, schien der Thatcherismus ein frühes und unrühmliches Ende zu nehmen, lange bevor die Tories ihre ehrgeizigsten Ziele erreicht hatten – massenhafte Privatisierungen und die Zerschlagung der Gewerkschaften.“(Naomi Klein, Schocktherapie, S. 193)

Doch dann passiert etwas, das Thatcher massiv innenpolitisch half: Am 02. April 1982 besetzte die argentinische Militär-Junta die Falklandinseln („las malvinas“) im Atlantik! Durch die Rückeroberung gewann Thatcher …

„… die politische Deckung, ein Programm der radikalen kapitalistischen Umwandlung zum ersten Mal in einer liberalen westlichen Demokratie durchzusetzen.“ (ebd)

Nach dem Sieg schwamm Thatcher auf einer Welle der Begeisterung und konnte ihre Reformen radikaler als vorher durchführen. Sie ließ Streiks mit Gewalt auflösen, in Bürgerkriegs-ähnlichen Kämpfen gab es hunderte Verletzte.

Der argentinische Journalist und Buchautor Horacio Verbitsky analysierte die Beziehungen der katholischen Kirche zu der argentinischen rechts-gerichteten Militär-Diktatur. Daher sieht er auch den Argentinier Papst Franziskus kritisch:

„Es gibt Medien in Europa, die Bergoglio als „Papst der Armen“ preisen und ihn, weil er aus Lateinamerika kommt, in die Nähe der Befreiungstheologie rücken.

Er ist ihr größter Feind. Unter seiner Regentschaft bei den Jesuiten wurden Dutzende Artikel veröffentlicht, die sich vehement gegen die Befreiungstheologie aussprachen. „Papst der Armen“ – das kann schon sein, denn er ist ein konservativer Populist. Er ist sehr bedacht darauf, dass alle Welt weiß, dass er U-Bahn und Bus fährt, dass er alte Schuhe trägt und gebrauchte Kleider, dass er den kirchlichen Pomp ablehnt. Er ist ein großer Schauspieler. Seine Predigten übt er vorher ein, um ihnen dramatische Effekte zu geben, er gestikuliert viel. Er ist ein hemmungsloser Populist, recht flexibel in Fragen der Doktrin, allerdings unerbittlich gegen die Befreiungstheologie. Er redet sehr viel von den Armen – ein Populist eben.

Und die Praxis?

In der Praxis stellt er sich an die Seite jener Mächtigen, die er rhetorisch angreift, und unterstützt sie zum Beispiel in ihrer Weigerung, Steuern zu bezahlen.

Hat er ein politisches Ziel?

Es ist denkbar, dass er sich vorstellt, für die linken Regierungen Lateinamerikas das zu sein, was Wojtyla für Polen war. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs gibt es im Vatikan eine Praxis, Päpste zu bestellen – manchmal finanziert vom US-Geheimdienst wie Pius XII. –, die eine bestimmte Aufgabe erfüllen. Pius XII. sollte verhindern, dass in Italien die Kommunisten die Wahl gewinnen, Johannes Paul II. sollte den kommunistischen Ostblock penetrieren. Das ist alles bestens dokumentiert. Es scheint, als ob es jetzt um Südamerika geht.(taz)

Mehr Infos

Was machte der “heilige Vater” für die Diktatur Argentiniens?

Ein Gedanke zu „Papst Franziskus preist Thatcher als gute Christin“

  1. Also Maggi Thatcher halte ich für alles andere, als christlich.Die Wegbereiterin für den Raubtierkapitalismus im 20. und 21. Jahrhundert hat dafür gesorgt, dass es Millionen von Menschen bis heute trotz staatlicher Unterstützung nicht möglich ist, am sozialen und kulturellen Leben teilzunehmen. Wenn Menschen singen „Hurra hurra die Hexe ist tot“:Kann ich nur Beifall klatschen. Sterben ist kein Verdienst, das müssen wir alle. Aber die katholische Kirche hatte schon immer Probleme mit der Realität und ist „Gott sei Dank“nicht mehr die führende Kraft in der Welt. Ausser für die Ungebildeten. Gefällige der Lügenden!!!

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