Argentinien, 2001: Aufnahmen des Aufstands gegen neo-liberale Politik

Unter dem peronistischen Präsident Carlos Menem (1989-1999) wurde Argentinien zum neo-liberalen Musterschüler des Internationalen Währungsfonds (IWF). Die Finanzmärkte wurden liberalisiert, Staatsunternehmen privatisiert. Sein sozialdemokratischer Nachfolger Fernando De La Rúa verfolgte den Kurs weiter, versuchte mit Sozial-Kürzungen und IWF-Rettungskrediten den Kollaps 2001 abzuwenden – vergeblich. Wie jetzt in Irland und Spanien auch – wurden diese Kredite an die vermögenden, meist ausländischen Kreditgeber ausbezahlt. Dafür verkaufte das Land seine Bodenschätze und Infrastruktur, und strich Teile der Bildungs- und Sozialausgaben.

Erst nachdem die Bankkonten gesperrt wurden, trommelte auch der Mittelstand protestierend gegen die verschlossenen Türen der Banken. Leider protestierte die Masse der Menschen erst, als das „Kind bereits in den Brunnen“ gefallen war. Zuvor ließ es sich seitens Medien und Politiker über den Zustand des Landes anlügen.

Am Anfang des Videos sieht man, wie der Präsidenten-Hubschrauber über der Menschenmenge kreist, und die aufgebrachten Demonstranten empört aufschreien. Die Regierung verhängte zuvor den Ausnahmezustand und versuchte mit Gewalt, den Volksaufstand niederzuschlagen. Die Bilder der Straßenschlachten werden von argentinischer Musik untermalt. Schließlich verkündet der Präsident seinen Rücktritt und die Menge jubelt auf, feiert auf den Straßen. Sie fordern, dass die verantwortlichen Politiker inhaftiert werden. Der Präsident flieht aus dem Präsidentenpalast per Hubschrauber, die Straßen sind blockiert.

Wer sich informieren möchte, empfehle ich folgende Dokumentation:

 

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