Buchrezension: „Todesnacht in Stammheim“

Herr Lehmann recherchierte mit viel Idealismus und Einsatz diese wissenschaftlich fundierte Arbeit. Es geht ihm spürbar um die Aufklärung eines Verbrechens gegen die Menschlichkeit.

In Lehmanns Buch finden sich viel-sagende Sätze von damaligen Politikern. Sie lassen aufhorchen, denn die Worte fielen vor dem Tod der RAF-Häftlinge.

Am 13.10.1977 eskalierte der RAF-Terrorismus mit der Entführung der Lufthansa-Maschine „Landshut“. Damit sollten die RAF-Häftlinge frei-gepresst werden. In der Nacht der Befreiung der Geiseln, 18.10.1977, der Erschießung der Flugzeugentführer, fanden schließlich auch die Häftlinge ihren Tod.

Walter Becher (CSU), 1965-1980 Bundestagsabgeordneter, Spiegel, 12.09.1977:

„Der Staat müsse auf Geiselnahme und Geiselerschießung mit gleichen Mitteln antworten. Bei weiterer Eskalation des Terror sollte dann auch etwa mit den Häftlingen von Stammheim kurzer Prozess gemacht werden.“

Der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) erwog offenbar die Hinrichtung der Häftlinge. Das beweisen handschriftliche Aufzeichnungen des damaligen Bundespräsidenten Karl Carstens (CDU). Carstens schrieb sie am 13.09.1977 nach einem Telefonat mit Schmidt nieder. Es steht dort, dass „über die Erschießung inhaftierter Terroristen geredet worden [sei].“

„Der frühere Staatssekretär im Bundesinnenministerium Siegfried Fröhlich sagt, es habe die ernsthafte Bereitschaft gegeben, gegebenenfalls über das Grundgesetz hinauszugehen.(S. 49)

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