NSU-UA Sachsen: Darstellung der Todesumstände von Uwe Mundlos realitätsfern

Der „abweichende“ NSU-Abschlussbericht der linken und grünen Landtagsabgeordneten beschränkt sich darauf, die offizielle Regierungsdarstellung zu propagieren. Besonders deutlich wird dabei die Inkompetenz oder das Desinteresse der Politiker. Ich fand dafür ein weiteres gravierendes Beispiel: Uwe Mundlos hätte sich mit einer Langwaffe (Pumpgun Winchester, Gesamtlänge 1 Meter) selbst in den Mund geschossen. Eine der vielen Ungereimtheiten bei der Darstellung lautet, dass hinter ihm keine Blutspritzer vorhanden sind, obwohl er nach hinten umkippte und gegen das Bett fiel.  Des weiteren warf seine Pumpgun nach dem Todesschuss noch die Hülse aus. Die „Erklärung“ der Landtagsabgeordneten, sinnhaft zusammengefasst, lautet: Mundlos wäre gesessen und hätte die Langwaffe fallen lassen. Durch den Aufschlag wäre die Hülse von selbst rausgefallen.

„Mundlos repetierte sodann die Waffe und brachte sich, vermutlich in sitzender oder hockender Haltung, selbst einen tödlichen Schuss bei.3080 Die Tatsache, dass die dabei gezündete Hülse noch ausgeworfen wurde, obwohl Mundlos nicht mehr in der Lage gewesen sein kann, die Waffe zu repetieren, ist damit zu erklären, dass nach der Schussabgabe die Flinte nach unten fiel, der Pistolengriff auf dem Boden aufschlug und sich durch die Krafteinwirkung der Verschluss öffnete.Kriminaltechnische Versuche des BKA zeigen, dass dies möglich ist.3081″

Eine 1-Meter Pumgun kann nur unwesentlich nach unten fallen, wenn der Schütze sitzt oder hockt. Außerdem muss die Waffe mit dem Griff gerade nach unten fallen, aus mindestens 10 cm Höhe, damit die Schwerkraft den Verschluss öffnet.

Der Bundestagsausschuss vertrat daher eine alternative Idee:  Mundlos hätte sich stehend erschossen, im Abschlussbericht steht:

„Auf den ersten Blick irritierend war, dass auch die Hülse der Patrone, die Mundlos tötete, ausgeworfen wurde. Jedoch führte das BKA den Nachweis, dass die betreffende Pumpgun auch nachladen konnte, wenn der Griff aus einer Höhe von mindestens zehn Zentimetern mit Wucht auf dem Boden aufgeschlagen und hierdurch der Verschluss zurückgegangen wäre. Dies wäre der Fall gewesen, wenn sich Mundlos im Stehen in den Kopf geschossen hätte. Hierfür sprechen sowohl das relativ senkrechte Austrittsloch im Dach des Wohnmobils über dem Leichnam Mundlos als auch die Blutspritzer auf dem Toilettendeckel der Nasszelle des Wohnmobils, die von Mundlos stammten. Nach der Beweisaufnahme steht für den Ausschuss daher fest, dass die Annahme eines BKA-Gutachtens nicht richtig sein kann, wonach Mundlos in sitzender Haltung sich erschossen haben soll. Der Ausschuss geht davon aus, dass sich Mundlos im Stehen in den Kopf schoss.“

11 Gedanken zu „NSU-UA Sachsen: Darstellung der Todesumstände von Uwe Mundlos realitätsfern“

  1. Es gibt auch noch andere „Probleme“ mit der ofiziellen Selbstmordlegende. Für das Ausschussloch in der Decke bei UB gibt es eigentlich gar keine mögliche Position, in der UM den Schuss abgegeben haben kann. Bei UM gibt es folgendes Problem. Nehmen wir an, UM hat, nach dem er angeblich UB erschossen hat und dann Feuer gelegt hat, sich im Stehen erschossen. Das Loch in der Decke entsteht, welches ja halbwegs passen würde und UM fällt nach hinten in die Ecke, wo er dann so aufgefunden wurde. Der gravierendste Unterschied zwischen den beiden Toten ist folgender Punkt. Beide sind angeblich durch Kopfschüsse gestorben, aber an der Kleidung von UB ist relativ gesehen ziemlich wenig Blut und die Kleidung von UM ist dagegen vom Hosenbereich bis zum T-Shirt von Blut nur so durchzogen und das beidseitig. Der Kaputzenpulli darüber hat dagegen wieder relativ wenig Blut. Jetzt könnte man natürlich zu recht sagen, dass UM ja relativ lange in seinem Blut saß und sich so die Bekleidung vollsog. Dies kann natürlich bei der Hose so gewesen sein, aber nicht beim T-Shirt, jedenfalls nicht vom Blut was auf den Boden gelaufen ist. Er hockte ja mehr, als das er lag. Dieses Blut müsste ja nachdem UM nach dem Schuss in die Ecke gefallen ist, sich aus der Kofwunde auf das T-Shirt ergossen haben. Interessanter weise hat aber sowohl die Kaputze, der obere Bereich der Jacke und auch der ganz obere Bereich des T-Shirts am Halsbereich fast gar kein Blut. Wie kann das sein? Dafür hat das T-Shirt im Brust,Bauchbereich sogar besonders tiefrote Stellen, die nach oben hin schwächer werden. Deshalb ist meine These die, das UM durch ein bis zwei Schüsse in den Bauch/Brustbereich ermordet wurde, was auch in den ersten Medienberichten am 04/05.11 so berichtet und anschließend teilweise wieder gelöscht wurde. Der Pumgunschuss wurde dann später, dem schon toten UM beigebracht. Weil das Wohnmobil nicht komplett abbrannte, wurde für das Auffindefoto, die Hand von UM so vor den Körper gelegt, dass die Schusswunden nicht direkt offensichtlich waren. Vielleicht mussten auch deshalb die ersten Fotos von der Feuerwehr verschwinden, weil da die Hand von UM noch nicht vor seinem Bauch lag und man gesehen hätte, dass der Tatort manipuliert wurde.

    1. War es nicht so das, abgesehen von der unerklärlichen Abdominalblutung, cranial zwei Schussdefekte festgestellt wurden? Einmal ein leicht gegen die Horizontale geneigter Einschuss am rechten Jochbein der nach mancher Meinung durch ein fragmentiertes 9 mm VM Projektil verursacht war, und dann den Krönleinschuss mit FLG?
      Zumal die CO Befunde samt nicht nachweisbarer Aspiration von Brandumsetzungsprodukten und partikulären Schussrückständen durchaus dafür sprechen dass auch der „letzte Überlebende“ bereits im toten Zustand nochmals kinetisch beaufschlagt worden ist.

        1. Darum schrieb ich ja auch „unerklärlich, ist wenn ich es nochmal lesen tatsächlich etwas sinnentstellend formuliert; da haben Sie Recht. Was sagen Sie den zu den zwei Beibringungen im Schädelbereich?

          1. Um hierzu etwas sagen zu können, hätte man die Blut- und Schmauchspuren, bzw. ihr Verhältnis zueinander untersuchen müssen. Das hätte man trotz des Fahrzeugbrandes tun müssen, weil die Beschmauchung der Hände nicht schusshandtypisch war.

            Insbesondere wäre der Frage nachzugehen gewesen, ob sich Schmauch auf den Blutspuren/spritzern von Uwe Mundlos angelagert hatte. Denn Mundlos soll ja der zuletzt Lebende gewesen sein.

            Eine Beschmauchung dieser Blutspritzer/ Spuren wäre ein deutlicher Hinweis darauf, dass dort nochmals geschossen wurde, als beide schon tot waren.

            Beim suizidalen Kopfschuss ergibt sich dagegen bei den Rückspritzern aus der Einschussöffnung ein charakteristisches Bild der Vermischung von Blut und Schmauch.

            Eine Untersuchung hat aber wohl niemand beauftragt und soweit mir bekannt, hat auch nie ein Untersuchungsausschuss danach gefragt.

            Es bleibt deswegen spekulativ, ob man die beiden gleich mit der Pumpgun ermordet hat, oder ob mit der Pumpgun nur die ursprünglichen Verletzungen verdeckt werden sollten. Hätte man es wissen wollen, wäre das untersucht worden.

  2. „Deshalb ist meine These die, das UM durch ein bis zwei Schüsse in den Bauch/Brustbereich ermordet wurde, “ Zitat Ende

    „Deshalb – also in Verbindung mit dem vorher Gesagten – ist das Deine Hypothese? Also da bleibt einem die Spucke weg nachg all den Jahren.

    1. „Deshalb – also in Verbindung mit dem vorher Gesagten – ist das Deine Hypothese? Also da bleibt einem die Spucke weg nachg all den Jahren.“

      Vielleicht könnten sie ja mir und den Lesern in ein, zwei Sätzen mitteilen, warum ihnen konkret beim Gesagten die Spucke wegbleibt.
      Danke!

  3. Da, so wie es aussieht, die CIA in den Fall involviert ist, wird die Wahrheit niemals an Licht kommen. Braucht sie auch nicht, denn die Faktenlage ist so eindeutig, das jeder von selbst draufkommen kann.

  4. Es gibt ja auch noch bei den zwei Defekten eine mögliche Hierarchie, da eine gleichzeitige Selbstbeibringung wenig wahrscheinlich ist. Tatsächlich wäre nicht nur die Sputter-Oberfläche auf Schmauch, sondern auch auf Treibmittelfragmengte zu untersuchen gewesen, genau so wie die von Fluiden bedeckten Oberflächen. Denn Blut mobilisiert Schmauch, kann Treibmittelpartikel verlagern, aber mobilisiert üblicherweise keinen Antrag von Umsetzungsprodukten einer Verbrennung.
    Definitive Zustimmung: Hätte man es wissen wollen…

    1. Ja Sie haben recht. Uwe Böhnhardt hatte ja auch noch 6 Metallteile im Schädel, was automatisch zu der Frage führt, warum bei Verwendung der selben Munition, abgefeuert mit derselben kinetischen Energie, bei Uwe Mundlos solche Metallteile nicht vorhanden waren.

      Dazu die von der Gerichtsmedizin gesicherte – und wohl bis 2016 aufbewahrte Stanzmarke Böhnhardts. Dr. Heiderstädt wurde ja vom UA danach befragt und gab an, dass die tiefgefroren dem Ablauf der fünfjährigen Aufbewahrungsfrist entgegendämmert.

      Das was wir hier jetzt kurz angeschnitten hatten, war dagegen überhaupt nie Thema – obwohl die Spezialisten der Gerichtsmedizin den Sachverhalt natürlich ganz genau kennen. Da darf man schon schlussfolgern, dass es so genau nun auch keiner wissen wollte.

      1. Sie meine die Stanzmarke rechts am Schädel? Das sich ein VM.Projektil so regelmäßig zerlegt ist schon ungewöhnlich. Die Fragmente würd ich mir gerne selber ansehen.
        Natürlich hätten die werten Rechtsmediziner sich bemühen müssen, und die aktuelle Technik ist ziemlich gut. Etwa so wie wir vor 20 Jahren mit u.a. Wo-Bremsstrahlung eine ungewöhnlich niedrige BG für Schmauch erreicht haben. Zwar nur für Punkte, weil Flächen- und Line-Scan dann natürlich nicht möglich waren, aber das geht heut mit Mapping der gesamten Probe.
        Die Pulverfragmente hätte man sicher noch mit ESR auf die Temperaturexposition prüfen können, die Patroneninhalte am Stabilisatorenverhältnis auf die tatsächliche Temperaturexposition.
        Bei dem Handling dürfte sich die Motivation in Grenzen gehalten haben, aber das haben ja schon die Kollegen mit der „Garagen-USBV-vorgemacht, wenn auch ziemlich dreist. Auch das kam quasi unkritisiert durch die UA.
        Da hat das Nicht Wissen Wollen offenkundig Priorität und Methode, das mediale Verhalten zum SV insgesamt auch.
        Die PUA sind ein Skandal.

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