Russland beantragte im UN-Sicherheitsrat, dass Experten vor Ort Giftgas-Einsatz untersuchen – Westen blockiert

Vorgestern Nacht übte Russland seine Vetomacht aus, um im UN-Sicherheitsrat einen westlichen Antrag zum Scheitern zu bringen. Auch der russische Vorschlag fand dort keine Zustimmung. Beide Anträge hatten das Ziel, den jüngsten (mutmaßlichen) Giftgas-Angriff aufzuklären. Für die deutschen Medien ist Russland der Schuldige – aber welchen Hintergrund hat die Uneinigkeit wirklich? 

Am 04.04.2017 fand (mutmaßlich) in Chan Scheichun ein Giftgasangriff statt. Die „Nusra-Front“, syrischer Ableger der Terrororganisation „Al-Qaida“, beschuldigte die syrische Regierung, die jedoch einen Gas-Angriff verneinte. Donald Trump feuerte daraufhin unter dem Jubel der NATO-Medien Raketen auf Syrien ab. Russland stimmte einer UN-Untersuchung zu, die zum Schluss kam, dass der Angriff von der syrischen Regierung ausging. Aber wo war das Problem?

Die UN-Experten waren nicht vor Ort und befragten selbst Zeugen, nahmen Proben, untersuchten Opfer. Stattdessen lieferten ihnen die Beweismittel ausgerechnet die islamistische Opposition selber, die in der Vergangenheit bereits Giftgas-Angriffe ausführte:

Damit ist der Angriff mit Nervengas in Damaskus vom  21. August  2013 gemeint. Ein US-Militärschlag konnte in letzter Minute verhindert werden. Auch hier gab es eine UN-Untersuchung, aber der Unterschied zu 2017 war, dass 2013 die UN-Experten vor Ort waren! Die Experten untersuchten die eingesetzten Raketen, Einschlagskrater, befragten Zeugen und fanden heraus, dass die maximale Reichweite der Raketen nur 2 Kilometer betrug. Der Frontverlauf war jedoch 3 Kilometer entfernt. Das heißt, dass die Raketen von Gebieten abgefeuert wurden, die von Islamisten gehalten wurden. 

Russlands Bedenken sind also nachvollziehbar. Die Ausrede westlicher Politiker, dass die UN-Experten dafür in ein gefährliches Kriegsgebiet reisen müssten, ist vorgeschoben, denn: Der Westen und Russland können die von ihnen unterstützten Seiten des Bürgerkrieges zu einem Waffenstillstand verpflichten. 2013 konnten sich UN-Experten ja auch vor Ort aufhalten. Warum wird dies nun verhindert?

Letztlich scheint es dem NATO-Block egal zu sein, wer für die Angriffe verantwortlich ist, der Schuldige steht sowieso fest – Russland. Am 23.01.2018 berichtete „ABC“ über eine Rede des damaligen US-Außenministers Tillerson, in der er betonte:

Wer auch immer die Attacken ausführte, Russland trägt letztlich die Verantwortung für die Opfer in Ost-Ghouta und zahllosen anderen Syrern, die mit Giftgas angegriffen wurden, seitdem Russland in Syrien aktiv wurde.“

Syrien: US-Experten entlasten Assad von Giftgas-Angriff

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