Teil 5: War Polizei bereits um 14:00 vom Überfall informiert?

Aufgrund der widersprüchlichen Aussagen der BFE 523 Mitglieder, den Einsatz in Heilbronn betreffend, ist es notwendig, die Aussagen der anderen eingesetzten Bereitschaftspolizisten zu analysieren. Neben der BFE 523 war ab 10:00 die BFE 522 in der Nachbarstadt Neckarsulm eingesetzt. Neben diesem Einsatz war die Einheit BFE 522 auch bei einer Fortbildung in der Böblinger Kaserne und in Stuttgart.

Laut Thomas K., damaliger Gruppenführer der BFE 522 in Neckarsulm, waren er und „die Gruppe von Timo H. (…) an dem Tag in Neckarsulm.“  Waren die vier BFE 523 – Beamten am Vormittag an die BFE 522 ausgeliehen? Timo H. war der Gruppenführer u. a. von Michele Kiesewetter.

„Thomas, was kannst Du uns zum Mord in Heilbronn am 25.04.2007 sagen?
Die Gruppe von Timo H. und ich waren an dem Tag in Neckarsulm. Wir waren gerade zurück im Polizeirevier Neckarsulm als die Funksprüche reinkamen. Beim dritten Funkspruch wurde mitgeteilt, dass Michele die Tote ist. Wir waren da schon auf der Anfahrt zum Tatort. Ich habe dann die Gruppe anhalten lassen und habe jeden gefragt, ob er in der Lage ist, den Einsatz zu fahren. Alle haben gesagt ja sie können das machen.“

Zu dieser Aussage passt, dass die GPS-Daten des Streifenwagens (angeblich) nicht hätten ausgelesen werden können:

„Über das im Dienst-Kfz GP – 3464 installierte Navigationsgerät „TomTom Go 300“ wurde versucht, die Aufenthaltsorte und die letzte Fahrtstrecke des Dienst-Kfz zu rekonstruieren.
Trotz zahlreicher differenzierter Untersuchungsansätze zum Auffinden möglicher mitgeloggter GPS-Koordinaten konnten keine Koordinaten im Arbeitsspeicher des Geräts festgestellt werden.“

Hätten die Daten vielleicht erbracht, dass Michele Kiesewetter (MK) mit dem Streifenwagen gar nicht in Heilbronn war? Wurden deswegen auch die beschlagnahmten Videoaufzeichnungen von Tankstellen etc. nicht untersucht?

In der Vergangenheit war MK bereits an die BFE 522 ausgeliehen gewesen.

Volker G.: „Ich habe mitbekommen, dass Michele auch für die BFE 522 und die Kripo Heilbronn öfters unterwegs war auch mal einen „Noep-Einsatz“ gemacht hat.“

Steffen B. vom Polizeipräsidium Neckarsulm war verantwortlich für die Einsatzkonzeption. Er forderte von der Bereitschaftspolizei Böblingen lediglich zivil gekleidete Beamten an. Einsatzbeginn war 10:00 Uhr. Wie beim Heilbronner handelte sich auch hier (angeblich) um keinen besonderen Einsatz: Es sollten lediglich Junkies erwischt werden, die ihre Spritzen in der Nähe einer Apotheke weggeschmissen hätten.

„Meiner Einsatzkonzeption vom 21.02.2007 ist u.a. zu entnehmen, dass wir neutrale Funkstreifenwagen und zivil bekleidete Kollegen angefordert haben. Ich möchte jedoch nicht ausschließen, dass mal eine uniformierte Streife mit einem Streifenwagen in Neckarsulm war.“

„Die BFE 522 mit Gruppenführer K. war an diesem bei uns in Neckarsulm im Methadon-Einsatz. Einsatzbeginn der BFE 522 bei uns war an diesem Tag um 10.00 Uhr.“

„Nachdem täglich 20 – 25 Junkies in Neckarsulm bei der Einhorn-Apotheke auftauchten und sich ein Kind an einer weggeworfenen Spritze verletzte, forderten wir die Bereitschaftspolizei zur Unterstützung an. Am 28.03.2007 wurde die BePo Böblingen, die BFE 522, das erste Mal für uns tätig. Der Einsatzkonzeption ist zu entnehmen wie die Anforderung genau aussah. Hintergrund war wie gesagt die unkontrollierte Einnahme von Methadon im Nahbereich der Apotheke. Die Rezepte hatten die meisten Junkies von Dr. T. aus Mosbach. Das Verfahren gegen den Apotheker endete mit einer Einstellung u. Geldbuße.“

Danach wären die Zivilstreifen gegen mittag zum Plattenwald in Bad Friedrichshall geschickt worden. Der Wald grenzt just an die „NSU-Straße“ an. Es wäre ihnen dort ein Szenetreff am „Europapark“ gezeigt worden, der dann zivil bestreift worden wäre. 

Frage:
Wurde die BFE 522 auch für andere Einsätze/Einsatzkonzeptionen in Neckarsulm verwendet?
Antwort:
Zu dieser Zeit gab es außer der Einsatzkonzeption Methadon keine weiteren Einsatzkonzeptionen. Die BFE 522 wurde in der Anfangsphase der Konzeption ausschließlich im Bereich der Apotheke eingesetzt. Später, ich kann nicht mehr genau sagen ab welchem Zeitpunkt, ist die BFE während der Mittagspause der Apotheke auch mal im Plattenwald unterwegs gewesen. Wir haben ihnen den dortigen Treffpunkt der Szene, den Europaplatz gezeigt. Dieser Bereich wurde in der Mittagszeit dann in zivil bestreift.“

Die ersten Funksprüche über den Überfall hörten er und Thomas K. „am Funktisch“. Dann wäre er mit seiner Kollegin B. zum Tatort gefahren, sowie K. mit seiner Gruppe.

„Mittags stand ich mit dem Kollegen K., wir standen am Funktisch und wir hörten gemeinsam die Meldung, dass es eine Schießerei auf Kollegen in Heilbronn auf der Theresienwiese gab. Ich bin dann mit der Kollegin B. und der Kollege K. mit seinen Leuten nach Heilbronn zur Theresienwiese gefahren.“

Als Steffen B. und Frau B. am Tatort eintrafen, wäre MK noch „halb“ aus dem Auto gehangen. Er hätte keine Krankenwagen oder Hubschrauber gesehen!

„Ich habe diesen BMW dort stehen sehen, beide Türen waren geöffnet. Auf der Fahrerseite hing ein Kollege oder ein Kollegin in Uniform halb aus dem Auto. Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass es die Kollegin Kiesewetter war. Ich glaube Kollegen waren an dem BMW. Absperrband sehe ich nicht, ich glaube das haben die gerade machen wollen. Ich sehe keine Krankenwagen, so lange Ich da war kam auch kein Hubschrauber. Wir sind nicht näher an das Auto gegangen. Wir haben dann den Kollegen T. und die Kollegin S. vom D23 Heilbronn angetroffen. Die beiden waren schon vor uns da.“

MK soll von dem zuerst eingetroffenen Polizist Joachim T. aus dem Wagen gehoben worden sein. Laut Augenzeugen vor Ort war MK bereits außerhalb des Wagens gelegen, als der erste Streifenwagen ankam. Dazu gibt es in Teil 6 mehr zu sagen.

Als die Polizisten H. und A. gegen 14:40 ankamen, war MK bereits von einer schwarzen Plane bedeckt, ihr Kollege wurde in den Rettungshubschrauber verbracht.

„Am 25.04.2007 begaben sich KR H. und KHK A. nach bekannt werden des Sachverhaltes zum Tatort wo wir gegen 14.40 Uhr eintrafen. (…) Zu diesem Zeitpunkt lag die getötete Kollegin neben dem Dienstfahrzeug auf dem Boden neben der Fahrertüre. Sie war mit einer schwarzen Plane abgedeckt. Der schwerverletzte Kollege wurde gerade zum Rettungshubschrauber verbracht und für den Transport gerichtet.“

Die gegen 14:40 eintreffende Spurensicherung machte Fotos, die diese Schilderung bestätigen:

„Am 25.04.2007, gegen 14.40 Uhr, wurde der Tatort auf der Theresienwiese wie folgt angetroffen:PM Arnold war zu diesem Zeitpunkt mit dem Rettungshubschrauber auf dem ins KH Ludwigsburg.“

Interessant ist eine weitere Angabe von Steffen B.: Als er ankam, wurde der Tatort gerade abgesperrt. Er hätte erst in diesem Moment Absperrband gesehen. Die Absperrung wurde jedoch von den zuerst angetroffenen Polizisten vorgenommen, gegen 14:20.

Tobias S.: „Kollege R. und ich sind nach kurzer Zeit, schätzungsweise eine Stunde abgezogen worden. Bis dahin waren wir nur mit der Absperrung beschäftigt.“

Kam Steffen B. sofort nach dem Überfall um 14:00 in der Theresienwiese an, als MK und MA noch gar nicht offiziell entdeckt waren? Sah er deshalb noch keine Rettungswagen und -hubschrauber, da er den Ort schnell wieder verließ? Kein einziger der zuerst in der Theresienwiese angekommenen Polizisten schildern die Anwesenheit von Steffen B. und B., sie wurden jedoch auch nicht danach befragt.

Steffen B. könnte aber auch erst wesentlich später am Tatort gewesen sein. Vielleicht kam er erst gegen 14:45 an, als der Hubschrauber und Rettungswagen bereits abgezogen waren. Diese Erklärung ist jedoch abwegig, weil MK um 14:45 von einer schwarzen Plane bedeckt war und längst nicht (mehr) „halb“ aus dem Wagen hing. 

Auch BFE 522 sehr schnell am Tatort

Thomas K. kam gleichfalls mit seiner BFE 522 – Gruppe sehr schnell zum Tatort, obwohl sie etwas später ankamen. Sowohl Thomas K. wie Steffen B. erwecken in ihren Aussagen den Eindruck, dass die BFE 522 Gruppe bereits im Revier in Neckarsulm anwesend war, als die Funkmeldung über den Überfall kam. Dies entspricht jedoch nicht der Realität: Die Beamten schildern übereinstimmend, dass sie während eines Einsatz informiert wurden:

Laut ihrer Darstellung wären sie nach der Funk-Meldung ins Revier zurückgekehrt und hätten mit ihrem Gruppenführer Thomas K. geredet, sich anschließend ausgerüstet. Erst danach wären sie gemeinsam losgefahren. Als sie ankamen, sahen sie den Rettungshubschrauber. Die ersten Funkmeldungen kamen jedoch erst gegen 14:15! Es gab eigentlich keine Zeit, sich in Neckarsulm zu sammeln und auszurüsten, da der Hubschrauber bereits gegen 14:45 wegflog.

Wie kann es sein, dass Thomas K. mit seiner Gruppe trotz dieser Verzögerungen so schnell am Tatort ankamen? Laut der BFE 522 – Beamten hätte die Fahrt von Neckarsulm etwa eine halbe Stunde gedauert, der Verkehr hätte sich bereits gestaut. Sie wären mit Blaulicht gefahren.

Die zeitliche Ungereimtheit würde sich auflösen, wenn die Funkmeldung über den Überfall bereits um 14:00 kam, in Echtzeit. In Ordner 31 der Ermittlungsakten steht:

„Gegen 14.00 Uhr wurden von mehreren Zeugen Schuss- bzw. Knallgeräusche wahrgenommen. Gegen 14.10 Uhr wurde ein Zeuge auf die Straftat aufmerksam und informierte um 14.13 Uhr das Polizeirevier Heilbronn. Die um 14.17 Uhr am Tatort eingetroffenen Einsatzkräfte fanden die 22-jährige PM’in Michele KIESEWETTER tot vor.“

Könnte es in der BFE 522 – Gruppe Beamte gegeben haben, die zur Tatzeit um 14:00 am Tatort anwesend waren und in Echtzeit den Überfall meldeten? Die eingesetzten BFE 522 – Beamten schildern ihren Einsatz.

Markus G.

Nach der Meldung ging es zum Revier Neckarsulm zurück, wo sie sich komplett „aufgerüstet“ hätten. Dann fuhren sie nach Heilbronn. Mit dabei waren unter anderen die Kollegin Flach und Gruppenführer Thomas K.:

„Im Auto hörten wir über den Funk die Meldung über eine Schießerei mit verletzten Kollegen, näheres wussten wir zu diesem Zeitpunkt nicht. Auf dem Revier Neckarsulm haben wir komplett aufgerüstet und sind dann ohne Anforderung nach Heilbronn/Hauptbahnhof gefahren. Da wir keinen Auftrag hatten, haben wir dann eigenständig begonnen, die Personen, die sich auf den Bahnsteigen der Stadtbahn befanden, zu kontrollieren. (…) Wir haben Taschen und Rucksäcke durchsucht und Hemden und T-Shirts auf Blutspritzer überprüft und die Personen ggf. die Oberbekleidung anheben lassen.(…) Wir waren die Kollegin B., Koll. K., ich glaube Koll. H. an die anderen erinnere ich mich gerade nicht.“

Jochen R. (BFE 522, zuvor TEZ 514)

Auch er bestätigt, dass sie sich zuerst im Revier in Neckarsulm traffen, bevor es gemeinsam losging. Die Fahrt dauerte etwa eine halbe Stunde. Er sah den Rettungshubschrauber.

„Wir haben uns alle auf dem Revier Neckarsulm getroffen und sind von dort aus gemeinsam sofort losgefahren. Ich weiß nicht mehr wann genau wir dort eingetroffen sind, wir waren mit Blaulicht unterwegs, und ich meine wir hätten etwa eine halbe Stunde nach Heilbronn gebraucht.
Der Verkehr hatte sich schon gestaut. Wir sind in die Nähe des Tatorts gefahren, und zwar vor der Einfahrt zur Theresienwiese mit Sicht auf das Trafohäuschen. Ich glaube der Hubschrauben war noch da. Kollege K. ist in die Nähe des Tatortes gerannt. Er hat uns Einsatzbeamte gebeten im Auto zu bleiben. Er kam schon nach 5 Minuten zurück und wir sind dann in Richtung Bahnhof gefahren. Am Bahnhof haben wir dann Personenkontrollen durchgeführt. Dabei achteten wir auf verdächtige Umstände, das heisst Waffen, Blut oder verdächtiges Verhalten.“

Ihm ist als einziger die Theresienwiese als Pausenort bekannt gewesen, weil er zuvor bei der TEZ 514 war.

Jessica B.

Jessica B. bestätigte, dass ihre Einheit in Neckarsulm eine Wohnung observierte, wegen eines möglicherweise stattfindenen Rauschgift-Geschäfts. Sie fuhren morgens von Böblingen gemeinsam weg, in Zivilkleidung. Auch sie schilderte die Fahrt zur Theresienwiese, wo sie den Rettungshubschrauber sah.

„Dort eingetroffen sah ich noch den Rettungshubschrauber stehen und in der Folge begaben wir uns zum Bahnhofsvorplatz, um dort nach den Fahrgästen der Taxifahrer, aber auch um Fahrgäste zu kontrollieren, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln fuhren.“

Ihre BFE-522 – Gruppe wurde dann zum Bahnhof geschickt, weil ein blutverschmierter Mann in ein Taxi gestiegen wäre. Dort kontrollierten sie Passanten.

„Hintergrund war, dass wir die Informationen bekamen, dass ein blutverschmierter Mann in ein Taxi eingestiegen sein soll. Diese Kontrollmaßnahmen führten wir bis ca. 19:00 Uhr mit negativem Ergebnis durch, und begaben uns danach zum Polizeirevier nach Heilbronn in die John-F.-Kennedy-Straße. Nach kurzem Aufenthalt fuhren wir daraufhin zur Bepo zurück.“

Jessica B.:  Simon G. (522) war dabei!

Nachdem die Nachricht des Überfalls bekannt wurde, fuhr die Gruppe in zwei Fahrzeugen zum Tatort. Laut Jessica B. wäre auch der Beamte Simon G. (522) darunter gewesen, dessen DNA am Opferfahrzeug festgestellt wurde.

„Dort hielten wir uns auf, bis wir von unserem Gruppenführer Herrn K. nach Heilbronn beordert wurden. Wir fuhren mit zwei zivilen Fahrzeugen von Neckarsulm nach Heilbronn mit direktem Weg zur Theresienwiese. Wir waren sechs oder sieben Beamte, die sich auf den Weg machten, ich kann mich noch an die Namen K., R., T., G. und G. erinnern. Es ist möglich, dass noch der eine oder andere Beamte dabei war, der mir jetzt namentlich nicht einfällt.“

Simon G. selber gab jedoch den Ermittlern an, dass er während der Tatzeit bei einer Fortbildung der BFE 522 in der Böblinger Kaserne gewesen wäre. 

Simon G.: „An diesem Tag hatten wir Fortbildung auf dem BePo-Areal in Böblingen. Mit wir meine ich meine Einheit BFE 522. (…) Anschließend bekamen wir den Auftrag, aufzurüsten.
Anschließend warteten wir noch ca. 45 Min. bei der Dienststelle und fuhren anschließend, wir waren ca. 20 Mann, nach Heilbronn. Mit wir meine ich, wie bereits erwähnt, die BFE 522.“

Er wäre also zur Tatzeit gar nicht in Heilbronn gewesen. Erst nach dem Überfall wäre er mit Kollegen von Böblingen nach Heilbronn gefahren. In seiner Vernehmung am 06.10.2010 konnte er sich nicht an die Namen der Kollegen erinnern, mit denen er von Böblingen nach Heilbronn gefahren wäre!

„Frage:
Können Sie sich noch namentlich an die damals mit Ihnen eingesetzten Kollegen erinnern?
Antwort:
Nein, daran kann ich mich nicht mehr erinnern. Nach Feierabend habe ich mich kurz mit meinen damaligen Kollegen ausgetauscht, anschließend mit meiner damaligen Freundin, der Melanie W.“

Die Soko stellte fest, dass er eine weitere seltsame Aussage traf: Er wäre „nie“ mit MK während eines Einsatzes in Kontakt getreten. Kritisch wird angemerkt, dass sie früher gemeinsam in Heilbronn unterwegs waren.

„Am 20.02.2007 war Koll. M. Kiesewetter zusammen mit ihrem
Streifenpartner Koll. M. zusammen im Opferfahrzeug in Heilbronn unterwegs. An diesen „gemeinsamen“ Einsatz kann sich Koll. G. nicht erinnern. Er gab an, dass er während der Einsätze nie Kontakt zu ihr hatte.“

Simon G. sagte der Soko, dass er von Böblingen zum Polizeirevier in Heilbronn gefahren wäre, zusammen mit anderen Polizisten. Dort wäre nichts weiter passiert. Seine Gruppe hätte 3 Stunden im Revier gewartet, bis sie wieder zurückfuhren.

„In Heilbronn warteten wir beim Polizeirevier, J-F-Kennedy-Str., ca. 3 Std. Danach erhielten wir den Auftrag, wieder zur Dienststelle nach Böblingen zurückzufahren.“

Was sagen die BFE 522 Beamten, mit denen Simon G. (angeblich) eine Fortbildungsveranstaltung in Böblingen besucht  hätte:

Alexander H.

„Wir haben uns in Heilbronn auf dem Polizeirevier in der Kennedy-Straße getroffen. Sie wollten uns nicht auf der Theresienwiese einsetzen, Stichwort: Befangenheit. Da gleichzeitig ein Bankalarm in Heilbronn war, wurden wir zu diesem Einsatz herangezogen. Unsere Aufgabe war die Umstellung der Bank. Es stellte sich heraus, dass es sich um einen Fehlalarm handelte.“

Thomas H.:

„Wir fuhren den Parkplatz der PD Heilbronn an und durften zu unserem großen Ärgernis das Areal nicht mehr verlassen. Es hieß, das wir als Betroffene aus dem Einsatz herausgehalten werden sollten. Dann ging der Alarm einer Bank in der Stadt ein. Da wir davon ausgingen, dass dieselben Täter, die auch die Waffen der Kollegen haben, das war zu diesem Zeitpunkt bekannt, dass die Waffen fehlen, evtl. eine Bank überfallen haben. Diese Bank wurde von uns dann angefahren und in ebenso großer Kräfteanzahl umstellt, bis ein Angestellter herauskam und die Meldung des Fehlalarms überbrachte.“

Markus M. (522)

Auch er berichtete von dem Einsatz an der Bank.

„Wir kamen nicht zum Einsatz, da man es aus Befangenheitsgründen nicht wollte. Einen Auftrag haben wir jedoch bekommen, das war ein Bankalarm in Heilbronn. Wir sind dann zu der Bank gefahren, waren aber nur im Auto gesessen. Schließlich hatte es sich als Fehlalarm herausgestellt.“

Im Gegensatz zu anderen BFE-522 Mitgliedern erwähnt Simon G. nicht die Falschmeldung eines Banküberfalls und den dortigen Einsatz. Seine Kollegen wurden leider nicht befragt, ob er bei ihnen war.

BFE 522 nutzte Theresienwiese nicht als Pausenort

Yvonne M. (BFE 522) war am Tattag in Stuttgart eingesetzt. Sie kannte die Theresienwiese nicht als Pausenort und glaubt sogar, dass in ihrer BFE-522 Einheit „keiner davon wusste“

„Ich wusste, dass es die Theresienwiese in Heilbronn gibt, und zwar von meinen Einsätzen her. Ich selber habe dort nie Pause gemacht. Ich wäre auch nie auf die Idee gekommen dort Pause zu machen. Ich würde behaupten, dass bei der BFE 522 keiner davon wusste. Wenn man irgendwo neu angefangen hat, dann ist es halt so, dass man von den „dienstlich Älteren“ eingewiesen wir, in die Kontrollorte und auch Pausenorte. Es hätte sich bei uns herumgesprochen.“

Ausgerechnet Gruppenführer Thomas K. will die Theresienwiese dagegen als Pausenort gekannt haben. 

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