War Heilbronner Polizistenüberfall eine Racheaktion des tiefen Staates?

Im November 2011 wären verschiedene Verbrechen aufgeklärt worden: Eine dreiköpfige rechtsterroristische „Kleinstzelle“ hätte die Ceska-Mordserie begangen, zwei Bombenanschläge in Köln und den Heilbronner Polizistenüberfall. Diese Darstellung ist widerlegt worden. Den medial vorverurteilten „NSU-Trio“ Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Uwe Zschäpe kann nichts nachgewiesen werden. Aufgrund dessen müssen alternative Tathintergründe diskutiert werden dürfen, auch wenn es sich dabei um Spekulation handelt. Dieser Artikel stützt sich auf zeitliche und personenbezogene Überschneidungen, die genauso bloße Zufälle sein können.

Das „NSU-Trio“ könnte von einer kriminellen Organisation („tiefer Staat“) gezielt in den Untergrund platziert worden sein, um sie ggf. als Sündenböcke von Verbrechen verantwortlich zu machen. Dazu könnten bereits 2001 erste, einfach strukturierte „Vorgänger-Bekennerfilme“ fertig gestellt worden sein, die einen rechtsextremen Hintergrund der Verbrechen belegen sollten. Das „NSU-Trio“ wusste selbst nichts davon. 

Die Ermittler der Ceska-Mordserie gingen währenddessen von einer kriminellen Organisation aus, auf dessen Rechnung die Morde gingen. Am 6. April 2006 könnten sie dem Täterkreis gefährlich nahe gekommen sein: Beim letzten Ceska-Mord in Kassel wurden zwei Personen kurzzeitig festgenommen, darunter ein Beamter des Geheimdienstes. Daher könnte sich die Organisation entschlossen haben, die bisherige „Organisationstheorie“ anzugreifen, und das „NSU-Trio“ anschließend als Sündenböcke zu enttarnen.

Deshalb könnte die „Einzeltäter-Theorie“ von bayerischen Profilern ausgearbeitet worden sein. Diese Fallanalyse kommt der heute propagierten NSU-Kleinstzelle tatsächlich sehr nahe. Sie wurde am 9. Mai 2006 der Ermittlungsgruppe vorgestellt.

Parallel dazu hätte Uwe Mundlos den „NSU-Bekennerfilm“ in seiner heutigen Form maßgeblich ausgearbeitet. Zufall? 

„Das heißt: Wir können einen Erstellungsprozess zumindestens über diese Zeitstempel der Videodateien, die uns vorliegen, nachvollziehen, der vor allem den Mai/Juni 2006 umfasst, also kurz nach Beendigung der Ceska-Serie, der seine entscheidende Phase im Februar/März 2007 hat und praktisch seine Endbearbeitung – aber auf einem arbeitstechnisch deutlich kleineren Niveau – im November 2011 [später ausgebessert auf 2007] hat.“ (Aussage Ermittler im NSU-Prozess)

Die meisten Ermittler der Ceska-Mordserie widersprachen jedoch der „Einzeltäter-Theorie“. Deswegen wurde das Landeskriminalamt Baden-Württemberg beauftragt, einen Schiedsspruch zu finden. Ihr Ergebnis war am 30.01.2007 fertig.

„Das Ergebnis datiert vom 30. Januar 2007. Die „Ein-zeltäterhypothese“ wurde (…) abgelehnt:“ (Abschlussbericht, 1. U-Ausschuss, Bundestag)

In einer Besprechung am 26./27. März 2007 prallten die Anhänger beider Theorie polizeiintern zusammen. Die Seite der „Organisationstheorie“ setzte sich durch. Unglaublich: Just an dem Tag, wo der Heilbronner Polizistenüberfall geschah, wurden polizeiintern „die Spannungen (…) beseitigt“.

„Im Rahmen einer Besprechung der OFA-Dienststellen am 26./27. März 2007 wurden die Unterschiede der bayerischen und der baden-württembergischen Fallanalysen folgendermaßen festgestellt: (…) Die Spannungen wurden bei dem OFA-Treffen am 24./25. April 2007 beseitigt.“ (ebd)

Am 25. April 2007 erschossen Unbekannte die Polizistin Michele Kiesewetter und verletzen ihren Kollegen Martin Arnold schwer. Der Überfall ereignete sich in Heilbronn, in der Nähe von Neckarsulm, Kennzeichen NSU. Die beiden Polizisten gehörten dem Landeskriminalamt Baden-Württemberg an.

Michele Kiesewetter ist Thüringerin, wie das „NSU-Trio“. Ihr Onkel Mike Wenzel ist gleichfalls Polizist, jedoch im Bereich „Staatsschutz“. Ihm waren die Namen Mundlos, Böhnhardt aus seiner beruflichen Tätigkeit bekannt. Wenzels Vorgesetzter war zeitweise Michael Menzel, der maßgeblich an der sogenannten „Selbstenttarnung des NSU“ beteiligt war. Sie fand am 04.11.11 statt.

Eine weitere Überschneidung betrifft die US-Bundespolizei „FBI“.  In einer Kurzanalyse der Ceska-Mordserie stellte sie sich auf Seite der „Einzeltäter-Theorie“. Der Austausch mit den münchner Polizisten fand im „April oder Mai 2007“ statt.

„Im April oder Mai 2007 kam es zu einem Austausch zwischen der OFA Bayern und Fallanalytikern des Federal Bureau of Investigations (FBI), USA.“ (Abschlussbericht, 1. U-Ausschuss, Bundestag)

Beim Heilbronner Polizistenüberfall wären FBI-Beamte anwesend gewesen, dass soll aus einem behördeninternen Schriftwechsel hervorgehen.

„Der BND soll im Dezember 2011 nach dem Auffliegen des NSU von US-Seite die Information über die Anwesenheit der zwei FBI-Agenten beim Polizistenmord bekommen und ein Gesprächsangebot abgelehnt haben. Das geht aus einem behördeninternen Schriftwechsel hervor, den Telepolis veröffentlicht hat.“ (Heise)

Wurde deshalb Michele Kiesewetter von der Organisation ausgewählt, wegen der indirekten Verbindung zum „NSU-Trio“? Sollte eine Trugspur gelegt und gleichzeitig Rache genommen werden an der Baden-Württemberger Polizei, die die „Einzeltäter-Theorie“ verwarf? 

Zur meiner Spekulation passt die Zeugenaussage von Kriminalhauptkommissar Konrad Pitz, der Teil der Ermittlungsgruppe war. Irgendwann zwischen 2007 und Anfang 2008 hätte er in einer Besprechung von einer rechtsextremen Gruppierung namens „NSU“ gehört.

„In besagter Besprechung verabschiedete sich der bis dato tätige BAO-Leiter Geier aufgrund einer neuen Tätigkeit – und es sei zum ersten Mal vom „NSU“ als „rechte Vereinigung“ die Rede gewesen. Zwar könne er keine exakten Angaben zum Zeitpunkt der Zusammenkunft mehr machen, doch genau erinnere er sich an die fragliche Aussage. „Die kam von oben, von der BAO-Leitung“, berichtet Pitz.“ (publikative)

Der Hinweis auf den „NSU“ wäre vom Landesamt für Verfassungsschutz aus Sachsen oder Thüringen gekommen. 

„Nach dieser Besprechung habe er sich telefonisch beim Zeugen Richter informiert, wie nun in Hinblick auf die rechte Spur verfahren werde. Der Zeuge Richter habe ihm geantwortet, dass diese Spur gestorben sei.“

Pitz Aussage widersprachen jedoch seine Kollegen.

19 Gedanken zu „War Heilbronner Polizistenüberfall eine Racheaktion des tiefen Staates?“

  1. „Sollte eine Trugspur gelegt und gleichzeitig Rache genommen werden an der Baden-Württemberger Polizei, die die „Einzeltäter-Theorie“ verwarf? “
    Trugspur kann sein, aber das Rachemotiv wegen einer verworfenen Theorie überzeugt mich nicht. Hinter der Theorie müssten sich bereits damals handfeste Interessen versteckt haben, denen sich BW widersetzte, nicht die Polizei, sondern letztlich die Landesregierung. Möglicherweise sind es genau die Interessen, die dann 2011 inszeniert haben.
    Interessant ist ja, dass es der MP Öttinger persönlich war, der mit der Tathypothese ‚Hass auf die Polizei‘ an die Öffentlichkeit ging, ein klassisches Nebel-Motiv. Für mich wäre das ein Indiz, dass er das wirkliche Motiv kannte und dass letztlich seine Landesregierung der Adressat war. Deshalb hat er sich öffentlich geäußert, um (fälligen) „Spekulationen“ den Wind aus den Segeln zu nehmen.

    1. Ja, es hört sich jetzt auch bei mir wie ein schwaches Motiv an. Welches anderes Motiv erschließt sich mir aber nicht. Welche Interessen sind so groß, dass MP Öttinger sich zum Motiv äußert?

      Spekulation
      Das Motiv lag eher nicht in den Personen Kiesewetter und Arnold, denn anders als die Ceska-Opfer wurden sie nicht „übertötet“. Die Täter wollten nicht sichergehen, mit mehreren Schüssen, dass sie nicht überleben (und eventuell reden). Es ging bei dem Überfall um das „Symbol gegen die Polizei“ und die Mitnahme der Dienstwaffen, die dann auf wundersame Weise bei (nach?) der „Selbstenttarnung“ wieder auftauchten, um die Trugspur zu bestätigen?

  2. Es gibt noch zwei Punkte, die ich schwer in meine Spekulation integrieren kann.

    1. Der „Bekennerfilm“ wäre im Mai/Juni 2006 und März 2007 erstellt sowie im November 2007 vertont worden, mit zwei Folien, dort erstmals Bezug zum Heilbronner Polizistenüberfall. Im Film ist eine Anspielung auf das „NSU-Depot“ in der Frühlingsstraße, wo eine Bombe hochgeht. Paulchen wird in die Luft gejagt, Ton: „und hat den Frühling mitgebracht“). Zschäpes Umzug in die Frühlingsstraße erfolgte aber erst im April 2008! Das stellt den Wahrheitsgehalt der Datumsangaben in Frage. Wusste das „NSU-Trio“ bereits 2006, dass sie im April 2008 in die Frühlingsstraße umziehen?

    „Im März 2007 werde dann alles zusammengeschnitten, es würden nur ein paar kleinere Sachen fehlen, es gebe keine Vertonung [phon.], aber im Wesentlichen sei er fertig. Dann gebe es eine Pause. De.: „Im November 2007 noch einige kleinere Veränderungen: Das RAF-Zeichen wird auf den Bauch gemacht, ein Straßenausgangsschild [phon.] wird verändert, und es kommt die Abschlussfolie dazu, wo es um die Tat in Heilbronn geht. Hier findet jetzt auch die komplette Vertonung statt und das komplette Video wird das erste Mal am 03.12. und dann am 14.01.2008 abgespeichert, in einem Ordner der auch auf ‚Stand 14.01.2008‘ lautet. Diese Abspeicherung ist gegenüber dem 03.12.2007 offensichtlich unverändert.“ https://www.nsu-watch.info/2016/03/protokoll-270-verhandlungstag-15-maerz-2016/

    2. Im Mai 2006 taucht erstmals im „Bekennerfilm“ Paulchen Panther auf. Während der Ermittlungen zum Heilbronner Polizistenüberfall gab es eine Spur, die in Richtung der kriminellen Organisation „Pink Panther“ ging.

    „Clemens Binninger (CDU/CSU): Und dann wird die DVD ja anders gemacht. Das darf man nicht vergessen. Die DVDs waren – – Die ersten waren ja dieses typisch Krude, Dunkle. Und nach dem Polizistenmord wird eine neue gemacht, wo auf einmal Pink Panther die gesamte tragende Figur ist. Zufall einfach, oder? (…)

    Zeuge Axel Mögelin: Ich kann Ihnen etwas zu der Spur sagen, und das betraf eine OK-Gruppierung aus dem osteuropäischen Raum. Das war der erste Hinweis. Und die VP hat sich dann konkretisiert und hat gesagt, das sei eine andere Gruppierung, der sogenannte Sabac-Klan. Und die Begrifflichkeit „Pink Panther“, soweit ich weiß, in dem Bereich ist auch eine mediale. Da wird der Begriff für eine ganze Reihe von Banden benutzt, sodass dann der eigentliche Hinweis auf diesen Klan ging. Das hat man dann überprüft. Von daher ist das einfach der Ursprungshinweis. Und die eine Gruppe hieß schon immer so. Und von daher ist das der Fakt, und ich sehe keinen Zusammenhang von der Spur mit der jetzigen Spur zum NSU.“ Protokoll 21a, S. 50“

    Wenn der Tatort Theresienwiese bewusst ausgesucht wurde, dann hätten die Täter den Zeitpunkt bestimmen können. Wollten die Täter, dass der Heilbronner Polizistenüberfall mit einer illegalen Aktion der Gruppe „Pink Panther“ dort zusammenfällt?
    Aber es wäre ein großer Zufall gewesen. Paulchen Panther taucht im „Bekennerfilm“ im Mai/Juni 2006 erstmals auf, der Polizistenüberfall ereignete sich aber im April 2007. Das macht zeitlich wenig Sinn.

  3. ie „Einzeltäter-Theorie“ steht bei staatlichen Stellen häufig hoch im Kurs, wenn es um rechte Täter geht. Nicht so sehr weil sie diese Täter besonders lieben, sondern weil die Schlapphüte diese Tätergruppen viel stärkerfür eigene Zwecke benutzen und in diese Gruppen samt ihrem Wohlergehen viele stärker selber verwickelt sind als in linke Gruppen (wo es aber auch den einen oder anderen Peter Urbach gibt, von der namenlosen 3. RAF-Generation ganz zu schweigen).

    Erst 2005 war aus einzelnen Morden die Döner-Serie gebacken worden, wobei als einziges Bindeglied weder ein Täter bzw. eine Täter-Gruppe noch eine konkrete Waffe diente. Sondern mit der Ceska aus der Stasi-Miniserie nur ein Tatwaffentyp, der somit niemand geringeren (mit-)belastete als die eigenen Geheimdienste, ohne dass man (jedenfalls die allgemeine Öffentlichkeit) etwas von evtl. Motiven für diese „staatliche Selbstbezichtigung“ erfuhr.

    Natürlich bestand nie die Absicht, den Sumpf der so Belasteten namentlich zu nennen, auf Motive abzuklopfen und vor Gericht zu zerren – diese Chance ließ man nämlich bereits ab 2006 verstreichen, als der braune Staatsdiener Temme in Kassel an einer frischen Leiche vorbei vom Tatort schlich und kurz später ein Vorwissen bzgl. Seriencharakter der Tatwaffe offenbarte. Temmes Rolle ist zu großen Teilen gezielte staatliche Inszenierung – leider ohne dass diese Info wenigstens seine (Mit-)Täterschaft am Mord auf eine beruhigende Weise ausschließen könnte.

    Zweck seiner Rolle war m.E. jedenfalls, den 2005 per Ceska veröffentlichten und politisch sehr heiklen Schlapphut-Bezug von einer Gruppen-Belastung wieder auf eine Einzeltäter-Belastung zurückzustutzen. Selbst die staatstragende BILD half hier mit, indem sie gerüchtete, Temme könnte an allen Döner-Tatorten anwesend gewesen sein – so wie heute das Narrativ die spurenlose All-Gegenwärtigkeit des Uwe-Duos behauptet.
    Die Temme-Schauspiele 2006 wirken wie eine überhastete Notbremse, denn sehr glaubhaft sehen sie nicht aus: Zum einen wurden Infos durchgestochen, die eigentlich die Wände der Schlapphüte nie hätten verlassen dürfen, zum anderen sind da auffällige langjährige Ermittlungs-Behinderungen durch Bouffier (also von ganz oben), der Temme verlässlich vor rechtlicher Verfolgung schützt(e).

    Seit 2011 wird daher die zum isolierten Bankräuber-NSU-Trio erweiterte und umgeschriebene Einzeltäter-Theorie mit voller Kraft „staatsfrei“ gemacht und mögliche staatliche (Mit-)Täter zu pannenreichen Deppen verniedlicht.
    Der Handlungsdruck hierfür dürfte (wie ja die ganze Opfer-Gruppe) einen starken Auslands-Bezug haben, denn es sind keine rein innenpolitischen Gründe ersichtlich, z.B. Temmes Schmach nach 5 Jahren nochmals aufzuwärmen, nur weil zwei tote Uwes auftauchen.

    Der „Streit“ zwischen Polizei BW und Polizei Bayern scheint mir daher mehr ein nachträglich inszeniertes (d.h. rückdatiertes) Schauspiel zu sein, denn wer 2006/2007 auf „Einzeltäter“ beharrt haben will, hätte sich doch klar zum Thema Temme als dem damals Verdächtigen Nr. 1 äußern müssen?
    Und weil braune Privatleute aus Sachsen und Thüringen damals noch kein Thema waren, hätten auch die Vertreter der „Organisationstheorie“ vorrangig nach dem Staatsapparat hinter Temme oder seinem privaten Netzwerk fragen müssen.

    Die Führungskräfte der beiden Polizeien können kaum so naiv gewesen sein, die Bouffier-Temme-Connection als von vorneherein irrelevant von ihren Überlegungen auszuschließen. Es waren schließlich ihre (Polizei-)Kollegen, die in Hessen zu Gunsten der dortigen Schlapphüte vom gemeinsamen Vorgesetzten ausgebremst wurden – sozusagen eine Frage der beruflichen Ehre, die selbstverständlich aber immer hinter Gladio-ähnlichen oder sonstigen geheimen Staatsinteressen zurückstehen mussten. Ausgebremst wurden von der hessischen Regierung unter Roland Koch übrigens auch die ab 2001 zwangspensionierten und ab 2009 rehabilitierten Steuerfahnder – der Gedanke, dass die geheimen Staatsinteressen in diesem Bundesland stes vor Lauterkeit strotzten, drängte sich nicht gerade auf.

    Selbst wenn die Ausbremsung nur Teil des Schauspiels gewesen sein sollte, ist sie daher eher ein Indiz für die staatliche Verwicklung als eines gegen sie. Ein „Streit 2007 ohne Thema Temme“ passt gut ins heutige Narrativ, aber nicht zu der damals als bekannt geltenden Faktenlage.

    Dass Kiesewetter aus dem Osten stammte und „braune Kontakte“ hatte, ist zunächst mal nichts als nur ein weiterer Beweis für das Kleine-Welt-Phänomen (s. Wikipedia). Dass 2007 oder früher irgendein Beamter mal irgendwo was von einem „NSU“ aufgeschnappt haben will, ist so lächerlich wie die Spurenlosigkeit der Uwes als vermeintliche Täter.
    Oder wie die politische Botschaft dieses „NSU“, der Mord für Mord zu faul oder dumm gewesen sein soll, diese Botschaft an die Öffentlichkeit zu bringen – obwohl der Hauptzweck der Morde ja angeblich gerade in einer „Lautsprecherfunktion“ für die Verbreitung der NSU-Botschaft gelegen haben soll.

    Von den vielen Heilbronner „Trugspuren“ wurde jedenfalls die aktuelle am 4.11.11 in Stregda gelegt, vom blitzgescheiten Menzel und seinen blitzschnell angereisten Kollegen – die aus Baden-Württemberg stammten, nicht aus Bayern.

    1. Der „Streit“ zwischen Polizei BW und Polizei Bayern scheint mir daher mehr ein nachträglich inszeniertes (d.h. rückdatiertes) Schauspiel zu sein, denn wer 2006/2007 auf „Einzeltäter“ beharrt haben will, hätte sich doch klar zum Thema Temme als dem damals Verdächtigen Nr. 1 äußern müssen?

      „Rückdatiertes“ Schauspiel halte ich für ausgeschlossen. Es wäre eine zu große Lüge gewesen. Die Einzeltäter-Theorie geht von einem Bezug der Einzeltäter zur Geheimdienst-Szene aus.

      Dass Kiesewetter aus dem Osten stammte und „braune Kontakte“ hatte, ist zunächst mal nichts als nur ein weiterer Beweis für das Kleine-Welt-Phänomen (s. Wikipedia). Dass 2007 oder früher irgendein Beamter mal irgendwo was von einem „NSU“ aufgeschnappt haben will, ist so lächerlich wie die Spurenlosigkeit der Uwes als vermeintliche Täter.

      Diese Verbindungen sind so stark, dass sie kaum mit Zufall erklärt werden können, mit einem „Entsorgungs-Geschäft“ verschiedener miteinander nicht zusammenhängender Verbrechen. Es ist wahrscheinlicher, dass die Ceska-Morde und der Heilbronner Polizistenüberfall zusammenhängen. Wie weiß ich auch nicht, ich stochere im Nebel.
      null

      Vielleicht gab es 2007 noch keinen Michael Menzel, der die „Selbstenttarnung des NSU“ durchzog? Es wäre doch ein unglaublicher Zufall, dass er beim Staatschutz zusammen mit dem Kiesewetter-Onkel tätig war? Dass der Onkel nach der „Selbstenttarnung“ als „Verräter“ bezeichnet wurde

  4. 1. zu große Lüge?
    In Stregda gab es eine noch größere Lüge, sowohl vom kriminellen Charakter her (Vertuschung eines Doppelmords) als auch in Sachen Plumpheit und Durchschaubarkeit (Manipulationen werden als absurde Pannen-Serie verkauft).

    In Sachen NSU geht es weniger um die Sicht eines ängstlichen Einzel-Lügners (Wie groß darf meine Lüge gerade noch sein, um nicht aufzufliegen?)
    Hier tummeln sich eher Lügner, die selbst große Lügen auf eine durchschaubare Art unter die Leute bringen. Sie machen das ungerührt und teilweise sehr kokett (Menzel), weil sie sich sicher fühlen (und es bisher offensichtlich auch sind).

    Das plumpe Lügen wird nicht nur gedeckt, sondern muss oft als gewollt bzw. geplant betrachtet werden:
    – Ein mehrschichtiges Narrativ braucht etliche Rückzugslinien und Fehlspuren, um den ganz brisanten Kern zu schützen.
    – Wirklich brisant ist nur das Politische. Weil die Dummheit der Beamten für sie selber kaum Folgen hat, braucht es auch kaum eine „Obergrenze“ – außer in dem Sinne, dass die Dummheit der Beamten nicht auf (konkrete, einzelne) Politiker zurückfallen darf, die sich vor Rücktrittforderungen und Wahlen fürchten müssen.

    Nachdem Menzel das Tageslicht des 4.11.11 zu vielfältigen Manipulationen genutzt hatte, die den Doppelmord zum erweiterten Selbstmord umstricken sollen, kam der Tragödie zweiter Teil:
    Am Beginn seiner unsinnigen Überladung mit „NSU-Beweisen“ wurde das Wohnmobil erst mal eine Nacht in einem unbewachten Firmen-Schuppen gelagert – ein deutliches Zeichen, dass man (hier wohl Menzel) „erwischt werden will“.

    Aber nicht aus Masochismus, sondern als Machtdemonstration:
    Wir sind auf der Seite der Mächtigen, denn wir spielen ein Spiel, bei dem wir uns sogar (in begrenztem Rahmen) erwischen lassen können, ohne dass uns wirklich etwas droht. Dieses Signal ist wichtig für die vielen kleinen Lichter im Apparat, die noch so was wie ein Berufsethos haben oder jedenfalls nichts mit Machenschaften zu tun haben wollen. Sie sollen erkennen, dass Mitmachen risikolos ist und Aufmucken dagegen lebensgefährlich oder zumindest karriereschädlich.

    Wenn so im Apparat die Machtverhältnisse und die Grenzen der Zivilcourage erst mal geklärt sind, dürfte die Erfindung eines rückdatierten Schauspiels kein Problem sein.

    2.
    Einzeltäter-Theorie mit Bezug der Einzeltäter zur Geheimdienst-Szene:
    Meine Rede. Von den möglichen Kandidaten war Temme aber der einzig namentlich bekannte und evtl. sogar unter Verdacht, „Mehrfach-Einzeltäter“ (bzw. Mittäter) an mehreren Tatorten gewesen zu sein.

    Die Einzeltäter-Theorie gab es daher damals gedanklich nicht ohne Temme, und Temme gab es nicht ohne die politische Patronage von Innenmininster Bouffier. Hätte eine Landespolizei (Bayern) diese Theorie ehrlich und ernsthaft vertreten, dann wäre ihr dieses (hessische) Politikum aufgefallen und sie hätte erst mal ihre eigene politische Führung eingebunden, statt gleich mit den (baden-württembergischen) Kollegen Streitgespräche zu führen.

    Schon allein, weil auch im eigenen Land (nicht nur in Hessen) der Innenminister gemeinsamer Vorgesetzter von Polizei und Schlapphüten ist, der alleine verhindern kann, dass die Polizei wie in Hessen die (von oben gedeckten) Machenschaften der Schlapphüte zunächst nicht durchschaut und sich dann auf deren Veranlassung demütigend zurückpfeifen lassen muss.
    Aber auch, weil Hessen wie Bayern und Baden-Württemberg Unions-Regierungen hatten, die sich sowieso verstärkt gegenseitig helfen und dabei selbst anrüchige Dinge für ihre nachgeordneten Behörden zum Nicht-Thema erklären wollen.

    Die drei Landesregierungen hatten bestimmt das Bedürfnis, Bouffiers Staatsgeheimnisse auch außerhalb Hessens zu achten; über was sollten Polizisten dann aber überhaupt noch ernsthaft diskutieren, wenn nicht über die Hauptspur?
    Im nachhinein haben natürlich Behörden wie Regierungen schon den Wunsch so zu tun, als hätten wenigstens ein paar schlaue Beamte schon damals die Nase auf der (im Sinne des heutigen Narrativs) „richtigen“ (NSU-)Spur gehabt.

    3.
    Viele Polizisten kommen aus Polizisten-Familien, ähnlich wie bei anderen Berufen. Dass Menzel als Führungskraft weit herumkam und sich viele Kontakte innerhalb des Berufsstand ergaben, kennt man ebenfalls von anderen Berufen.
    Dass Kiesewetters Onkel eine Verbindung von ihr zu Menzel darstellt, kann eine Bedeutung haben, muss es aber nicht und worin sie konkret bestehen könnte, wissen wir nicht. Dies könnte uns am ehesten der Onkel verraten, der aber den Eindruck vermittelt, den Verlust eines Familienmitglieds entweder nicht im geringsten als „vom Staat“ (mit-)verschuldet zu betrachten. Oder der aus Staatsräson oder anderen wichtigen Gründen diesem Staat vorbehaltlos eine Verstrickung zugesteht. Der lebende und insoweit schweigende Onkel ist für mich das größere Rätsel als die erschossene Polizistin und ihre ehemaligen Kontakte. In irgendwelchen unbekannten Kiesewetter-Kontakten könnte zwar noch unbekannte Brisanz stecken, aber warum evtl. (indirekte) Kontakte in das BMZ-Umfeld brisant und lebensgefährlich für sie gewesen sein sollen, erschließt sich mir nicht.

    1. Ich bin auch nicht überzeugt von meiner Spekulation, mit ihr kann ich nur ein paar der Fakten zu einem einigermaßen schlüssigen Gesamtbild zusammensetzen.

      Schau Dir beispielsweise das Aussageverhalten des schwerverletzten Martin Arnold (Kollege der ermordeten Michele Kiesewetter) an. Nach dem Gespräch mit dem Staatsanwalt zog er sein Phantombild zurück. Es ist eine Aussage von ihm überliefert, dass er Angst hätte, dass die Täter noch da draußen unterwegs sind. Ähnlich könnte es doch auch beim Kiesewetter-Onkel sein. Er gab ja 2007 einen Hinweis, dass der Heilbronner Polizistenüberfall mit den Ceska-Morden zu tun hat. Vielleicht wurde Menzel vom tiefen Staat am 04.11.11 erpresst, mit weiteren Polizisten-Überfällen durch den NSU?

    2. „Nachdem Menzel das Tageslicht des 4.11.11 zu vielfältigen Manipulationen genutzt hatte, die den Doppelmord zum erweiterten Selbstmord umstricken sollen“ Zitat bekir Ende

      Welche der vielfältigen Manipulationen Menzels in Sachen „erweiterter Selbstmord“ kannst Du denn konkret benennen? Mir fällt das gerade keine ein.

      1. „Mir fällt das gerade keine ein.“

        Du nur immer … 😉
        Es sind genügend. Ganz vorne hat Menzel eine Dienstwaffe gemeldet, die noch keiner gefunden hatte.
        Meldung und Nichtfindung zu diesem Zeitpunkt, sind aktenkundig.

        Wer das nicht sehen will, will nicht.
        Was will er dann, der Kay Uwe?

        1. Entschuldigung roger, was haben die mutmaßlichen Beweismittelfälschungen bei den Heilbronner Dienstwaffen mit den Manipulationen zu tun, welche Menzel bezüglich der „Umstrickung eines Doppelmords zum erweiterten Selbstmord“ am 04.11.2011 begangen haben soll? Mord ist das Eine, Beweismittelfälschung bei den Dienstwaffen das Andere. Schon allein strafrechtlich tut sich da eine tiefe Kluft auf.

          Ich hätte endlich mal eine klare Anwort von der bekirin. Offenbar weiß sie keine.

          1. Das ist doch einfach.
            Die Fälschung hat zwei Ebenen. Falsche Beweise und nicht erhobene Beweise.
            Bei den nicht erhobenen haben wir:
            – Todeszeitpunkt
            – Blutspurenanalyse
            – Spheron Aufnahmen in Stregda
            – Fingerabdrücke Fahrerhaus (Joddampftechnik nicht eingesetzt)
            – Munitionsteile im Kopf nicht untersuchen lassen
            – usw.

            Der ganze Tatortbericht ist eine Fälschung und für den Bericht ist Menzel Chef. Erst recht, wenn man beachtet, das er viele Maßnahmen angewiesen haben will, die dann nicht gemacht wurden. Wäre es so, müsste er den Bericht seinen Leuten um die Ohren hauen. Menzel ist gar nicht der Typ, der nicht befolgte Anweisungen durchgehen lässt.
            Er tut aber so. Ihm ist die Manipulation also klar.

          2. @roger

            Schön das es für Dich so einfach ist. Die Spurensicherung wurde von der Tatortgruppe durchgeführt. Ist Menzels gutes Recht, deren Ergebnisse als glaubhaft zu werten.

            Spheron-Aufnahmen für Stregda hatte er angewiesen – sagt er jedenfalls. Das die erst in der Halle gemacht wurden lässt sich nicht mehr rückgängig machen.

            Äußert sich Menzel irgendwo zur Feststellung des Todeszeitpunktes? Kann ich garnicht genau sagen, fällt mir jedenfalls nichts ein. Mall hat er ja geholt und die dachte – da man sie zu zwei Toten gerufen hat – dass die Todesfeststellung schon durchgeführt wurde. Menzel durfte davon ausgehen, dass der Todeszeitpunkt um 12.05 Uhr war. So wurde ihm das glaubhaft berichtet.

            Die Muntionsteile gingen von der Obduktion aus wohin? Wurden doch da eingetütet und wem übergeben? Das ist meines Erachtens BKA-Sache und Menzel hat damit nichts zu tun.

            Zitat:

            “ Wäre es so, müsste er den Bericht seinen Leuten um die Ohren hauen. Menzel ist gar nicht der Typ, der nicht befolgte Anweisungen durchgehen lässt. “ Zitat roger Ende

            Deine subjektive und unbewiesene Meinung. Woher willst Du denn wissen, dass Menzel nicht absolut in Rage wegen der Untersuchungen vor Ort war? Woher willst Du wissen, dass er seine Leute nicht zur Schnecke gemacht hat? Klar lügt Menzel vor dem UA. Genauso wie der Großteil der anderen Zeugen auch.

            Es ging aber bei meiner Frage an die bekirin um exakte Anhaltspukte für ihre Behauptung, dass Menzel den 04.11.2011 zur „Umstrickung eines Doppelmords zum erweiterten Selbstmord“ nutzte. Ich kann solche Anhaltspunkte nicht erkennen. Mit den Dienstwaffen hat das nichts zu tun. Da hängt Menzel voll mit drin.

          3. Zu den falschen und nicht erhobenen Beweisen kommen da noch die beseitigten (Foto-Chip) und zerstörten (an der Rampe) hinzu.

            „Schon allein strafrechtlich tut sich da …“ – … erst mal gar nichts auf, wenn du nach Heilbronn-Dienstwaffen und Mord-Vertuschung trennen willst.
            Akribische Betrachtungen dort sind eher Menzels persönliches Problem und machen auch für ihn erst so richtig Sinn, wenn ansatzweise die Aussicht besteht, dass die Deckung von oben aufhört und die Justiz gegen ihn tätig wird.

            Und selbst dann ist (wie schon jetzt) für die Allgemeinheit die interessantere Frage, welche Tatbeiträge auf Menzel und welche auf seine Auftraggeber entfallen.
            Außer, du bist Menzels Rechtsbeistand, dann gehören frühe Überlegungen zu Menzels einzelnen Straftaten bzw. Straßmaßen natürlich schon jetzt zu deinem Job.

            Wenn du übrigens jeden Gegner, dem du nicht gewachsen bist, „zur Frau erklärst“, dann sagt das mehr über dich aus als über mich.

          4. @bekir

            Wieder mal nichts als heiße Luft. Zerstörter Chip? Nennstiel war garnicht drin – hatten wir schon letztens und ob Menzel die Kamera jemals in den Händen hielt, bzw. den Chip der Kamera, möchte ich wirklich bezweifeln. Spurenvernichtung an der Rampe. Ok. und welche denn konkret und was hat das mit dem Verdacht gegen Menzel zu tun? Der war doch garnicht mehr vor Ort und hatte Weisung bezgl. Spheron gegeben. Den Rest hatte ich schon zu roger geschrieben. Da weiß ich immer noch nicht, was Du dem Menzel bezgl. der Umdeutung von Mord in Selbstmord für den Zeitraum 04.11.2011 anlasten willst. Heiße Luft, nichts weiter.

            Zitat bekir:

            „Außer, du bist Menzels Rechtsbeistand, dann gehören frühe Überlegungen zu Menzels einzelnen Straftaten bzw. Straßmaßen natürlich schon jetzt zu deinem Job.“ Zitat Ende

            Im Gegensatz zu Dir und den meisten anderen hier, bin ich schon 2014 persönlich zur Polizei gegangen und habe Menzel angezeigt. Die sehr ausführliche Einstellungsbegründung von StAin Lerche aus 2016 wurde in Teilen hier bei Georg besprochen. Ich habe hilfweise Beschwerde eingelegt, weil die Einstellungsbegründung sich in wesentlichen Teilen nicht mit Aktenlage deckt, bzw. die Aktenlage in zentralen Punkten offebsichtlich falsch ist. Auch die damals noch neuen Erkenntnisse aus der Vernehmung Rieger habe ich thematisiert. Die Zustellung erfolgte förmlich.

            Dein vorangestelltes Zitat ist also bestenfalls auch eine Tüte heißer Luft. Ich mache wenigstens etwas, ohne ständig damit hausieren zu gehen.

            Zitat bekir:

            „Wenn du übrigens jeden Gegner, dem du nicht gewachsen bist, „zur Frau erklärst“, dann sagt das mehr über dich aus als über mich“ Zitat Ende

            Noch mehr Heißluft. Welche „Gegner“ hab ich denn bisher zur Frau „erklärt“ 🙂 Doch wohl noch niemanden. Es ist ganz einfach – Du bist eine Frau. Ich bin mir zu 80 Prozent sicher. Auch bist Du kein „Gegner“ für mich. Die Verwendung des Wortes „Gegner“ ist auch so eine Sache. Muss ich Dir nicht extra erklären oder?

          5. Ich habe die email-adresse von Bekir. Sie lautet auf einen männlichen Namen.

            Wir sollten uns darüber nicht streiten, ob hinter einem Namen eine Frau ist oder ein Mann. Das spielt einfach keine Rolle.

            Wegen Michael Menzel: Er war doch der Einsatzleiter, er trägt damit die Verantwortung. Bei mir fällt hier die frühe Festlegung auf „erweiterten Selbstmord“ schwer ins Gewicht.

          6. @kay
            Du trägst einen Mädchen-Namen (Kay), bist also zu 50% ein weibliches Wesen, da ja nur der hinzugefügte Uwe (Böhnhardt? Mundlos?) eindeutig männlich ist. Zumindest habe ich hiermit einen Anhaltspunkt dafür genannt, was du umgekehrt bei deinen gefühlten 80% leider nicht zustande bringst.

            Klar, der eingeschränkt heimliche Vorwisser wollte nur zum Prahlen und Wichtig-Tun ganz schnell am Tatort sein – und zum Platzieren der Heilbronner Dienstwaffen. Den Chip hat er nur beschlagnahmt, weil eh nichts Wichtiges drauf war. Dass er die nicht mehr in der Fahndung befindlichen Uwes schneller identifiziert hat als die Polizei erlaubt, hängt auch nur mit seiner Eitelkeit zusammen und dem Auftrag, die Heilbronner Dienstwaffen zuverlässig (sprich schnell) den aufgefundenen Toten unterzuschieben (die ihm sonst vielleicht noch jemand zweckentfremdend weggeschnappt und als Hänsel & Gretel identifizert hätte, um die alte Hexe zu belasten statt der jungen Zschäpe).
            Dass die zwei verlogenen Dorfpolizisten ihn von den Anwohnern fernhalten und ihm einen erweiterten Uwe-Selbstmord als Tatort-Befund unterschieben, konnte er ebensowenig ahnen, wie die Zweitverwertung der (von ihm, dem Helden, entlarvten) Kiesewetter-Mörder, die irgendein großer Unbekannter zusätzlich noch zu Döner-Mördern machen wollte, indem er Menzels Abwesenheit nutzte, um an der Rampe zu rütteln, so dass sich erst ab da andere Manipulateure trauten, ihrerseits viele Dinge ins Wohnmobil reinzulegen, die sie unbedingt loswerden wollten.

            Wenn du hier alle noch so schwachen Argumente pro Menzel drehst und seine problematische Rolle nicht sehen willst, dann wird auch klar, dass du bei deiner Anzeige gegen den Helden von Eisenach nicht selber zum Helden werden konntest, falls das überhaupt das Ziel der Aktion gewesen sein sollte (meine Zweifel überwiegen).

            Und wenn das Wort „Gegner“ für dich beruflich eine andere Bedeutung hat, dann ist das dein Problem; ich spreche von Debatten-Gegnern, zu denen uns der Austausch von konträren Argumenten ganz automatisch macht. Dass du deiner Meinung nach keine „Gegner“ hast, liegt vielleicht einfach daran, dass keiner längere Zeit mit dir debattieren will, sondern deine Argumente als die heiße Luft betrachtet, von der du ständig sprichst.

            Insoweit betrachtest du meine übergroße Geduld, die man oftmals Frauen nachsagt und die ich hier mit dir habe, vermutlich als Zeichen von Weiblichkeit.
            Ich kann dich aber trösten: Ich schreibe hier hauptsächlich für die anderen; dich widerlegen kann niemand so gut wie du selber es fortlaufend machst.

  5. @ Georg Lehle:
    Wer nicht vom offiziellen NSU-BMZ-Narrativ geblendet ist, weiß dass Arnolds Angst berechtigt ist. Es ist nicht klar, ob Arnold sich als Zufalls-Opfer sieht oder ob er das damalige Motiv der Täter kennt – ihr neues Motiv, ihn als lästigen Zeugen ggf. zu beseitigen, muss ihn jedenfalls beunruhigen.
    Und auch wenn die Täter evtl. keinen deutschen Pass haben, so weiß er – zwischen Wattestäbchen und einem flambierten Florian Heilig – , dass auch sein nervöser Arbeitgeber ihm gefährlich werden könnte, würde er (Arnold) dass offizielle Narrativ in Frage stellen.

    Heilbronn ist immer noch das größte der Rätsel: Während in Stregda ein staatliches Vorwissen offenbar wurde, hat „der Staat“ zumindest 2005-2006 auch für die Döner-Morde per (Stasi-)Ceska-Miniserie sich bewusst zu einer Art Mitwirkung bekannt, allerdings erst nachträglich, so dass das absichtliche Legen einer Fehlspur nicht auszuschließen ist.

    Beim Polizistenmord Heilbronn war es dagegen absolut tabu, dass staatliche Stellen – der eigene Arbeitgeber des Opfers – zu irgend einem Zeitpunkt auch nur einen Hauch von Komplizen-Verdacht gegen sich zulassen; es musste immer einen auch noch so absurden staatsfernen Täter geben.
    Angefangen mit der alle möglichen Verbrechen in einen Topf schmeißenden Wattestäbchen-Frau, die nach überhasteter Notlösung aussieht, denn so eine Tarnung konnte absehbar nicht ewig halten. Und vorläufig abgeschlossen mit den Uwes, deren Identität wie (Heilbronner) Täterschaft ein PD Menzel blitzschnell feststellte – zu schnell, um nicht beim großen Vorwisser (oder seinen Chefs) bestellt gewesen zu sein.

    Heilbronn könnte aus deutscher Sicht ein „Unfall“ gewesen sein, bei dem mutmaßlich wichtige und eng verbündete ausländische Freunde unerwartet über die Stränge geschlagen haben. Das hat man vermutlich nicht gebilligt, durfte es aber halt auch um keinen Preis öffentlich anprangern.

    Wenn Kiesewetters Onkel wirklich schon 2007 einen Bezug gesehen hat, dann daher bestimmt nicht im Sinne des heutigen NSU-BMZ-Narrativs, sondern eher allgemeiner, d.h. im Sinne der beiden Komplexen anhaftenden Tiefe-Staats-Verstrickung, die man schon damals durchaus vermuten konnte. Vielleicht hat man ihm die Vermutung durchgehen lassen, weil er keine Beweise hatte und als Opfer-Angehöriger Schmerzenslaute äußern durfte.

    Nachträglich brauchte man seinen „Verdacht“ allerdings nicht mehr verstecken, sondern konnte ihn sogar gut ins offizielle Narrativ einbauen: Die von ihm nicht klar als „Tiefer Staat“ bezeichnete Gemeinsamkeit wurde einfach in eine (von ihm aber ebenfalls nicht ausdrücklich so bezeichnete) „NSU“-Gemeinsamkeit umgedeutet. Alles was den NSU älter macht als das Geburtsdatum 4.11.11, ist nämlich hilfreich.

    Vielleicht hat ihm gerade die „Ausländer-Unfall“-Perspektive geholfen, loyal und ohne Groll weiterzuarbeiten: Mein Arbeitgeber ist nicht der Mörder und dass er vorm großen Hegemon kuschen muss (statt ihn anzuprangern), ist halt das Vasallen-Schicksal von uns Deutschen, dem sich alle deutschen Entscheidungsträger beugen müssen, hinauf bis zur Bundes-Mutti.

    Menzel dagegen ist ein Karriere-Mensch und hat bestimmt weniger Skrupel, dem Tiefen Staat den Diener zu machen. Mitmachen kann der Karriere nie schaden, Weigerung aber fast zwingend. Ab einer bestimmten Position ist dann aber entweder die eigene Verstrickung schon zu groß, um noch „straflos aussteigen“ zu können. Oder das Mit-Wissen schon so gefährlich, dass eine Weigerung den Betreffenden zum Verräter-Risiko und Staats-Feind macht. Einem Menzel mit (weiteren) Polizisten-Morden zu drohen, ist weder nötig noch sinnvoll. Er wurde für eine wichtige, vertrauliche Sache gebraucht und hat gehorcht, m.E. ohne zu zögern.

  6. Das Graffiti „NSU“ am Trafohäuschen könnte eine Botschaft des tiefen Staates gewesen sein. Der Tatort würde jetzt auch halbwegs Sinn machen, nicht „nur“ das Opfer Michele Kiesewetter mit ihren indirekten Verbindungen zum sogenannten „NSU-Trio“.

    1. „Allerdings ist das Kürzel NSU mehrdeutig: In der Heilbronner Region steht es auch für die Stadt Neckarsulm und die dortigen Motorenwerke.“
      http://www.swp.de/ulm/nachrichten/suedwestumschau/mord-an-polizistin_-bundesanwaltschaft-geht-moeglicher-neuer-spur-nach-14853745.html

      Heute passt das Graffiti gut ins offizielle Narrativ, indem es wenigstens ein bisschen die fehlende „NSU-/Uwe-DNA“ ersetzt; aber gab es 2007 schon jemanden, der in den bloßen Buchstaben „NSU“ eine politische Botschaft (von wem auch immer) sehen konnte und sollte?

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