Die sabotierte Able Danger Untersuchung hätte den 11. September 2001 verhindern können

„Able Danger“ war der Name einer Sondereinheit des US-Verteidigungsministeriums (Pentagon). Ihr Ziel war, Daten über Osama bin Ladens Netzwerk zu sammeln. Laut Aussagen der beteiligten Militärs konnten sie vor dem 11. September Terrorzellen um Mohammed Atta identifizieren. Doch ihre Arbeit wurde seitens der Bush-Regierung sabotiert und Festnahmen verhindert. 

Louis Freeh, US-Polizeichef (FBI) bis Juni 2001:

„Able Danger ist eine verfehlte Gelegenheit, die möglicherweise den 11. September hätte verhindern können. (…) Die schockierende Aussage der 9/11 Kommission, Able Danger war geschichtlich unwichtig, zeigt das Scheitern den Fall zu untersuchen, und wirft ernsthafte Fragen nach der Glaubwürdigkeit der Kommission auf.“

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Parlamentarische 911-Kommission

Philip Zelikow, Vertrauter der Bush-Regierung und gleichzeitig „Executive Director“ der Kommission

US-Verteidigungsministerium

Stephan Cambone, „Deputy Secretary of Defense for Intelligence“, Mitarbeiter von Verteidungsminister Rumsfeld, verbunden mit dem „Projekt für ein US-amerikanischen Jahrhundert“ („Project for the New American Century“)

General Henry Shelton. Als Generalstabschef höchster Militär im Land von 1997 – Oktober 2001. Vorsitzender des „Joint Chiefs of Staff“ (Oberkommando der US-Streitkräfte). Ersetzt von seinem Stellvertreter General Richard B. Myers. „Während der Ereignisse des 11. Septembers war Shelton an Bord eines Flugzeugs auf dem Weg nach London, daher übernahm sein Stellvertreter, General Richard B. Myers, den Posten des Vorsitzenden und folgte ihm am 1. Oktober 2001 als 16. Vorsitzender nach. (wiki)“
SOCOM
„Special Operations Command“ (Spezialeinheit innerhalb des Verteidigungsministeriums), Chef ist General Peter Schoomaker, „Head of Special Operations Command (SOCOM)“

Militärs im „able danger“-Projekt
Dr. Eileen Preisser und Major Eric Kleinsmith: Mitglieder der „US Army’s Land Information Warfare Activity (LIWA)

Leutnant Oberst Anthony Shaffer: Mitglied der Einheit „Stratus Ivy“ bei Defense Intelligence Agency (DIA).

Marineoffizier Scott Philpott: Chef von Able Danger

Geheimdienst „CIA“

Alec“ Base, Bin Laden-Einheit

Anfang Dezember 1998 regt Henry Shelton bei seinem Nachfolger im SOCOM an: Es soll ein kleines Team gebildet werden, dass das Internet nützt, um mehr über Osama bin Ladens Netzwerk zu erfahren. Ein Team aus sechs Geheimdienst-Offizieren („intelligence officer“) wird gebildet; Shelton wird periodisch unterrichtet. Das Team heißt Able Danger.

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Im Herbst 1999 kommen zu dem Team Dr. Eileen Preisser, Eric Kleinsmith und Anthony Shaffer dazu. Die Einheit sammelt große Datenmengen, „data mining”. Sie erhalten die Infos aus Internet „chats“, email, Nachrichten, Websiten und Finanz-Transaktionen. Sie benützen hochentwickelte Software und schnelle Computer, sie vergleichen die Daten mit Regierungsdokumenten etwa aus Visa-Anträgen.

atta-able-danger

US-Visa von Mohammed Atta

Oktober 1999: Der Chef von Able Danger, Scott Philpott, fragt Shaffer, ob er mit einem Vertreter von CIA-Chef George Tenet redet. Das Ziel ist, Tenet zu überzeugen, dass Able Danger nicht mit der CIA konkurriert. Es brachte nichts. Shaffer wird später sagen, dass die CIA niemals Informationen an sie weitergab. Shaffer zitierte die Erwiderung des CIA-Vertreter:

„Natürlich verstehe ich den Unterschied. Wir suchen den Kopf der Bande. Ihr seit hinter dem Körper her. Aber das spielt keine Rolle. Die CIA wird euch niemals ihre informationen von „Alec“ geben.“

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Dezember 1999: Das Able Danger – Team sammelt verstärkt Informationen bzgl. Al-Qaida Strukturen. Laut Kleinsmith wäre nach 90 Minuten sehr schnell klar geworden, dass Al Qaida ein weltweites Netzwerk unterhält, inklusive Strukturen in den USA.

Januar-Februar 2000: Able Danger identifiziert fünf al-Qaeda Zellen in den USA. Zur „Brooklyn-Zelle“ gehören Mohammed Atta, und drei weitere Personen: Marwan Alshehhi, Khalid Almihdhar, and Nawaf Alhazmi. Sie wurden als Terror-Verdächtige identifiziert, weil sie Verbindungen zu einem Netzwerk eines bereits inhaftierten Terroristen unterhalten: Sheikh Abdul-Rahman.

März-April 2000: Die private Firma Orion Scientifc System unterstützt Able Danger bei der Erstellung der Informations-Datenbank. Deren Leiter James. D. Smith bezeugte später, dass im März 2000 bewaffnete Sondereinsatzkräfte („armed federal agents“) seine Firma stürmten und alle Daten von Able Danger beschlagnahmten. Eine Schautafel mit einem Diagramm der verschiedenen Verdächtigen war zufälligerweise in seinem Auto und wurde deshalb nicht gefunden. Laut ihm wäre in dem Diagramm Atta identifiziert und mit Foto abgebildet gewesen. Bis heute weiß niemand, auf wessen Veranlassung diese Erstürm- und Beschlagnahmung geschah.

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April 2000: Vier Spezialisten der „US Army’s Land Information Warfare Activity (LIWA)“, die Able Danger unterstützen, müssen ihre Arbeit unterbrechen. Zur gleichen Zeit werden private Firmen, die für Able Danger arbeiteten, gefeuert. Dies passiert zu einem Zeitpunkt, als bekannt wird, dass LIWA-Spezialisten die nationale Sicherheits-Beraterin Condoleezza Rice als potentielles Sicherheitsrisiko bewerten. Der Hintergrund sind deren Geschäftsverbindungen zu chinesischen Militärfirmen.

Mai-Juni 2000: Eric Kleinsmith erhält den Befehl, Able Danger Daten zu zerstören. Diese Daten wurden für Major General Geoffrey Lambert vom „J3“ im „SOCOM“ gesammelt. Lambert wird extrem ärgerlich, als er von der Zerstörung erfährt. Er wurde weder benachrichtigt noch gefragt. Angeblich mussten die Daten gelöscht werden, da Daten von US-Bürgern nicht länger als 90 Tage aufbewahrt werden dürfen.

Jedoch gab vor dem „Senate Judiciary Committee“, im September 2005, ein Vertreter des Verteidigungsministers zu, dass diese Regelung nicht für Mohammed Atta und die anderen galt, da sie keine US-Bürger waren. Der Vertreter gab zu, dass die Informations-Datenbank von „Able Danger“ rechtskonform gewesen war. Gefragt, warum die Daten trotzdem zerstört wurden, und warum keine Rechtsabteilungen involviert waren, antwortete er:

„Ich kann Ihnen das nicht beantworten.“

Der Befehl wurden von “Army Intelligence and Security Command General Counsel” Tony Gentry erteilt, der wortwörtlich zu Kleinsmith sagte:

“Vergiss nicht die Daten zu löschen – oder Du gehst ins Gefängnis.“

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Kurz vor dem September 2000 spricht ein anonymer Able Danger – Agent mit einem anonymen Vertreter von „Bergen Record“, einer Geheimdienst-Einheit der US-Armee, „US Army intelligence unit“. Able Danger teilt „Bergen Record“ mit, dass mehrere Terror-Verdächtige (spätere Flugzeugentführer) sich in Motels im Raum New Jersey aufhalten. Diese Darstellung wurde von Mitgliedern von „Bergen Record“ bestätigt. Im Jahr 2005 berichtet der Bergen Record -Kolumnist and Reporter Mike Kelly:

„Die Analyse des Teams war so gut, dass es sogar bekannt war, dass Atta Treffen mit drei weiteren angehenden Entführern hatte. Eines der Treffen fand im „Wayne Inn“ statt.

Das zeigt, wie nah das alles an uns war und lösbar, wenn die Informationen nur zu FBI-Ermittlern oder lokalen Polizisten weitergegeben worden wären.“

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September 2000: Bei drei Gelegenheiten verbieten Anwälte des Pentagons Mitgliedern von Able Danger, sich mit dem FBI zu treffen, einmal sogar in letzter Minute. Able Danger will die Informationen über die sogenannte „Brooklyn al-Qaeda Zelle“ um Atta weitergeben. Shaffer kontaktiert FBI-Ermittler Xanthig Magnum, um das Treffen zu vereinbaren. Magnum bekommt später keine Erlaubnis, vor dem parlamentarischen Committee auszusagen.

September 2000: Able Danger präsentiert ihre Informationen und das Diagramm mit Atta im Hauptquartier des SOCOM. Sie empfehlen, das FBI zu benachrichtigen. Anwälte von SOCOM argumentieren dagegen. Shaffer sagt aus, dass ein zwei Sterne General darauf bestand, dass speziell nach Atta nicht mehr Ausschau gehalten wird.

“Ich wurde mehrere Male darauf hingewiesen, dass er ein General wäre und ich nicht, dass ich letztenendes gefeuert werden würde.“

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Ende September: Scott Philpott redet mit Peter Schoomaker über die Ergebnisse und Probleme von Able Danger.

Ende September 2000: Able Danger II startet. Eine neue Vereinbarung wird getroffen, so dass das Programm weitergeführt werden kann. Atta wird schnell wieder identifiziert.

Oktober 2000: Shaffer bietet dem „DIA deputy director“ Informationen an. Das Angebot wird abgelehnt.

Laut des SOCOM-Vertreters Christopher Chope hätte Able Danger im Oktober 2000 gewarnt, dass im Jemen „etwas im Busch“ wäre. Daraufhin schilderte Philpott während eines „hig level meeting“ im Verteidigungsministerium den Informationsstand. Philpott sprach dort mit unbekannten Militärs. Die Warnung erreichte jedoch nie den Kommandanten des kurz darauf tatsächlich angegriffenen Kriegsschiffes USS Cole. Laut des republikanischen Abgeordneten Curt Weldon hätte Able Danger konkret vor einem Attentat gegen ein amerikanisches Militärschiff, am Hafen von Aden, gewarnt. 

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Anfang Januar-März 2001: Generalstabschef Henry Shelton wird drei Stunden lang informiert. Shelton unterstützte die Schaffung der Einheit 1999. Der Inhalt des Treffens wird nicht bekannt gegeben.

Im März wird das Thema Able Danger nochmals aufgebracht als über das Geheimprogramm „Door Hop Galley“ gesprochen wird. Anthony Shaffer hält einen Vortrag. Die Teilnehmer waren: Vize-Admiral Thomas Wilson – Direktor der DIA („director of the Defense Intelligence Agency); Richard Schiefren – Anwalt des Verteidigungsministeriums; Stephen Cambone – „Special Assistant to the Secretary and Deputy Secretary of Defense“.

Anschließend informiert Shaffer auch „DIA Deputy Director of Human Intelligence“ William Huntington, jedoch über ein anderes Projekt namens „Dorhawk Galley“. Als das Gespräch zu Able Danger kommt, lehnt es Huntington ab, darüber zu sprechen und sagt:

„Ich kann nicht hier sein. Ich kann es nicht sehen.”

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Im Frühjahr 2001 informiert Shaffer auch CIA-Direktor Tenet, der die Arbeit von Able Danger ausdrücklich lobte. Laut Shaffer wurde auch der „National Security Counsel“ (NSC) zweimal informiert in dieser Zeit. Shaffer kann sich jedoch nicht an das genaue Datum erinnern und an die anwesenden Personen.

Januar-März 2001: Able Danger wird über einen Zeitraum von drei Monaten geschlossen. Anthony Shaffer macht dafür die Bush-Regierung verantwortlich:

“Als erst einmal der vier Sterne General Schoomaker weg war, erschien es, dass sie den Kreis um uns geschlossen haben. Es gab keinen politischen Willen, das an dem Punkt fortzufahren. Darüber hinaus wurden meine direkten Vorgesetzten versetzt: Oberst [Jerry] York und General [Bob] Harding. Ich hatte eine neue Befehlskette über mir.“

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Februar/März 2001: Der neue Direktor des “Operations for the DIA” General Ron Isler lässt sich von Shaffer unterrichten und entzieht ihm anschließend die Unterstützung des DIA.

 „Tony, Ich bin hier der zwei Stern. Ich bin der zwei Stern. Ich sage Dir, ich unterstütze nicht, was Du mit Able Danger machst.“

Antwort Tony Shaffer: „Sir, wenn nicht wir, wer sonst?“

„Ich weiß nicht, aber es ist nicht Dein Job.“

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Mai 2001: Philpott fleht Shaffer an zu helfen, die gesammelten Informationen von Able Danger zu retten, um sie höheren Stellen zu präsentieren. Shaffer fragte seine persönliche Vorgesetzte Mary Moffitt um Rat. Sie antwortet nur, ob er nach Südamerika versetzt werden möchte.

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Kurz vor dem 25. September 2001: Shaffer trifft sich mit Dr. Eileen Preisser, die auch im Able Danger – Programm mitarbeitete. Sie zeigte ihm das Schaubild mit dem Bild von Atta. Es war eines der Diagramme, die im Januar 2000 produziert wurden. Shaffer fragt, was sie damit machen werde. Sie antwortete, dass sie es Deputy National Security Adviser Stephen Hadley zeigen wolle. 

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25. September: Der republikanische US-Abgeordnete Curt Weldon bekommt eine Kopie des Able-Danger Diagramms, von Freunden aus der „Army’s Information Dominance Center“ und Spezialkräften zugespielt. Auch er zeigt es Hadley, der es an sich nimmt, um es Präsident Bush zu zeigen.

Hadley behauptet später, dass er das Diagramm nie bekommen hat. Ein Kollege von Welden, Rep. Dan Burton (R), kann sich jedoch an das Treffen mit Hadley erinnern und auch an die Schautafel mit dem Diagramm. Burton ist sich jedoch nicht sicher, ob Atta in dem Diagramm als Foto abgebildet war. Weldon sagt, dass er ein Foto von Atta sah.

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Oktober 11, 2001: Dr. Eileen Preisser sagt vor dem Kongress aus, die Aussage wird vor verschlossenen Türen gemacht. Laut Aussage des Abgeordneten Christopher Shays (R) beantwortet Preisser die Fragen fragwürdig. Ihre Antworten sind nicht zufriedenstellend, spiegeln die Fragen wieder:

 „(…) aber wenn sie antwortet, kommt sie mit so einer Antwort, die die Frage, die Du vorher gestellt hast, wiederspiegelt, was etwas unangenehm ist.“

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Mai 2002: Vor der Heritage Foundation präsentiert Rep. Curt Weldon (R) ein Diagramm, das laut ihm von Able Danger produziert wurde. In der Rede erwähnt er jedoch nicht Atta oder andere identifizierte Attentäter. Weldon behauptet gleichzeitig, dass er sein einziges Exemplar im Jahr 2001 weitergegeben habe. 

Oktober 2003: Philip Zelikow von der 9/11-Kommission trifft sich in der Bagram Air Base in Afghanistan mit drei Militärs, die Geheimdienstarbeit im Pentagon machen. Darunter Shaffer. Laut Shaffer bekam Zelikow eine genaue Beschreibung der Ergebnisse von „Able Danger“. Am Ende des Treffens sagte Zelikow:

“Das ist wichtig. Wir müssen den Dialog weiterführen, wenn wir in den Staaten sind.“

„This is important. We need to continue this dialogue when we get back to the states.“ Government Security News, 9/2005

Zelikow rief sofort im Hauptquartier der Kommission an und verlangte vom Verteidigungsministerium die Unterlagen betreffend Able Danger. Diese telefonische Anfrage kam in den Staaten um vier Uhr morgens an.

Shaffer versuchte Zelikow, zurück von Afganistan, im Januar 2004 erfolglos zu erreichen. Die Kommission erwähnte das Able Danger Programm in ihrem Abschlussbericht nicht. Die Vorsitzenden Thomas H. Kean und Lee H. Hamilton sagen später aus, dass sie keine Hinweise hätten, dass Atta oder andere Flugzeugentführer identifiziert wurden. Es ist unklar, welche Kommissionsmitglieder über Able Danger überhaupt informiert wurden. Die früheren Kommissionsmitglieder Tim Roemer und John Lehman beispielsweise sagen, dass sie niemals etwas erfahren haben – bevor der Endbericht erschien.

Februar 2004: Die 9/11 Kommission erhält Teile, der von Zelikow angeforderten Dokumente. Andere Dokumente können nur im Verteidigungsministerium eingesehen werden. Einige der Dokumente enthalten Diagramme. Shaffer erwidert:

“Es wurde mir versichert, dass die Kommission zwei Aktenkoffer (“briefcase-sized containers“) voll Dokumente erhalten hat. Ich kann Ihnen jedoch versichern, dass dies nicht einmal ein zwanzigstel des gesammelten Materials gewesen ist.“

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März 2004: Die „Security Clearance” von Shaffer wird gekündigt. Das heißt, dass die positive „Sicherheitsüberprüfung“ von Shaffer aufgehoben wurde. Dies passierte aus fadenscheinigen Gründen; aus den Ermittlungen gegen Shaffer wird nichts. Doch können seine Unterlagen und Dokumente in der Zeit zerstört werden, da er wegen der Aufhebung keinen Zugriff mehr hat.

Frühjahr 2004: Die Defense Intelligence Agency (DIA) zerstört Kopien von Able Danger -Dokumenten. Diese Dokumente wurden von Shaffer verwaltet. Andere “records” wurden bereits im Mai und Juni 2000 und im März 2001 zerstört.

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Juli 2004: Zehn Tage bevor der Kommissionsbericht heraus kommt, treffen sich Kommissionsmitglieder mit Philpott. Er bestätigt, dass sie Atta und andere Flugzeugentführer identifizierten. Zusätzlich wirft Philpott dem Verteidigungsministerium vor, Dokumente zu manipulieren. Bei einem Dokument, das bestätigt hätte, dass Atta identifiziert wurde, wurde diese Information im Jahr 2000 wegen Bedenkens von Anwälten des Department of Defense gelöscht.

11. August 2005: Al Felzenberg ist der damalige Sprecher der 9/11 Kommission. In einer Pressekonferenz verschweigt er das wichtige Treffen vom Juli 2004 mit Philpott. 

17. August – 1. September 2005: Mehrere Personen bestätigen zum Teil öffentlich die Identifizierung von Atta:

  • Anthony Shaffer
  • Scott J. Philpott
  • James D. Smith. Er arbeitete als Angestellter einer Firma, die für das Verteidigungsministerium arbeitete. „Orion Scientific Systems“.
  • Zusätzlich gibt das Pentagon zu, dass es drei weitere Personen (neben Phillpott und Shaffer) bei Able Danger gibt, die diese Darstellung stützen. Alle diese Personen werden als vertrauenswürdig, “credible people,” dargestellt. Alle erinnern sich, Atta in dem Diagramm gesehen, oder in Dokumenten von ihm gelesen zu haben.

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Im September 2005 bekommt Shaffer die “Secuity Clearance” wieder, gerade rechtzeitig bevor er vor dem „Senate Judiciary Committee“ über Able Danger’s Aktivitäten aussagen soll.

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21. September 2005: Das Senate Judiciary Committee geführt von Sen. Arlen Specter (R) hält eine öffentliche Anhörung, um die Aussagen zu überprüfen. Das Committee will unter anderen Shaffer, Philpott, Dr. Eileen Preisser und civilian analyst James D. Smith befragen. Das Verteidigungsministerium lässt die Agenten nicht aussagen. Specter redet von einer Sabotage ihrer Aufklärungsversuche:

„That looks to me like it may be obstruction of the committee’s activities, something we will have to determine.“
Reuters, 9/21/2005

Außerdem beschwert er sich, dass das Verteidigungsministerium zu spät Akten herausgab, so dass keine Zeit bleibt, sie vor der Anhörung zu lesen. Darüber hinaus hatte der entsandte Vertreter des Verteidigungsministerium William Dugan nur wenig Wissen über Able Danger.

11. November 2005: Rep. Curt Weldon (R) sagt, dass Bob Johnson, ein Angestellter des “defense contractor Raytheon”, ihm bestätigte, dass Atta und andere Entführer identifiziert wurden.

17. November 2005: Louis Freeh war bis Juni 2001 Chef des FBI. Er nennt Able Danger eine nicht genützte Gelegenheit, 9/11 zu verhindern. Able Danger Informationen hätten, wenn genutzt, die Anschläge vereiteln können. Für ihn ist die Diskrepanz zu der Einschätzung der Kommissionsleitung frappierend, Able Danger wäre nicht wichtig gewesen. Diese Aussage würde die Glaubwürdigkeit der 9/11 Kommission beschädigen und könnte ihre geschichtliche Irrelevanz belegen.

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15. Februar 2006: Es wird eine zweite Anhörung im Kongress veranstaltet: Dort sagt „Deputy Secretary of Defense for Intelligence“ Stephen Cambone aus, dass es keine Beweise gibt, dass Able Danger Atta identifizierte. Drei Mitglieder des Able Danger – Teams, Eric Kleinsmith, Anthony Shaffer und James D. Smith, bestätigen nochmals, dass 9/11 hätte verhindert werden können, wenn ihre Daten angewandt worden wären. Philpott und weitere Mitglieder werden nur hinter verschlossenen Türen befragt.

Später wird seitens eines Anwaltes von Able Danger festgehalten, dass die Identifizierung von Attas „Brooklyn-Zelle“ nicht unbedingt heißen muss, dass die Terroristen körperlich in Brooklyn anwesend waren („necessarily imply them being physically present in Brooklyn“). Außerdem hätte keine der gesammelten Informationen dazu geführt, dass irgendjemand an kriminelle Aktivitäten dachte, oder an konkret geplante Terroranschläge (“would have led anyone to believe criminal activity had taken place or that any specific terrorist activities were being planned.”).

3 Gedanken zu „Die sabotierte Able Danger Untersuchung hätte den 11. September 2001 verhindern können“

  1. Es ist immer wieder die gleiche Leier, zuletzt bei Anis Amri:
    Der Tatverdächtige schlug zunächst völlig unerwartet zu. Etwas später stellt sich heraus: Ja, die Behörden hatten ihn schon eine Weile auf dem Radar und auch ganz schön brisante Beobachtungen gemacht.
    Zum Schluss erfahren wir: Das tatenlose Beobachten begann recht früh, wollte (statt in einer Verhaftung zu münden) fast kein Ende nehmen und war irgendwann kaum noch von einem hilfreichen Betreuen zu unterscheiden. Ein V-Mann fuhr Amri von NRW, wo er aufenthaltspflichtig war, nach Berlin. Kein Kapitalverbrechen, aber Beihilfe zum Gesetzesverstoß für einen angeblich ungefährlichen Gefährder, von dem man wusste, dass er vom Dschihad für den IS mehr als nur träumte.

    Ein Aufreger also, an dem man erkennen kann, dass die Bösen so richtig böse und die Behörden wieder mal richtig tollpatschig waren – oder lief die ganze Sache vielleicht doch ganz anders ab als die offizielle Erzählung?

    Der auf amtlichen Fotos so richtig schön finster blickende Atta hatte zwei Gesichter: Statt fromm oder wenigstens (zur Tarnung) unauffällig zu bleiben, verbrachte er die letzten Monate in Amerika mit Exzessen: Er lebte mit der nicht-muslimischen Stripperin Amanda Kellerzusammen, aß Schweinefleisch und gab sich in öffentlichen Bars Saufgelagen hin, bei denen es gelegentlich zum Streit und damit auch zu einer gewissen Verhaftungsgefahr kam.

    Und er hatte in den USA in dieser Vorlauf-Zeit zu 9/11 nicht nur zwei Gesichter, sondern nutzte auch zwei Körper, damit er immer dort sein konnte, wo das Narrativ ihn gerade braucht. [1]
    Damit wir ihn aber nicht als trinkfesten Schweinesteak-Fan im Gedächtnis behalten, sondern als strammen Gotteskrieger, hat er uns in seinem Gepäck ein Testament hinterlassen – und hatte den richtigen Riecher, dass die schlampigen Flughafenmitarbeiter exakt seinen Koffer stehenlassen. Und zwar gerade lange genug, damit einerseits die Nachwelt dieses Testament lesen kann, aber anderseits die Sicherheitskräfte es zu spät lesen, um die abgeflogene Maschine noch von ihrem WTC-Einschlag abzuhalten.

    Im Gegensatz zu dieser übergroßen Präsenz und Spurenlegung lagen 2004 imemer noch neun Leichen (aus der Pentagon- und der Pennslyvania-Maschine) „in einer Militärbasis in Maryland nach wie vor auf Eis, unidentifiziert (…) FBI-Direktor Robert Mueller hatte am 19.4.2002 in einer Rede eingeräumt, dass die verdächtigten Terroristen nicht die geringsten Spuren hinterlassen haben. Das lässt in Umkehrung nur den Schluss zu, dass es für ihre behauptete Täterschaft keine Beweise gibt.“ [2]. Hauptsache, der obligatorische Pass wird am Tatort hinterlassen und verlässt z.B. den Kerosin-Feuerball möglichst unbeschädigt.

    Atta sieht im Buch von Daniel Hopsicker, der zwei Jahre die Spuren in Florida untersucht hatte, mehr nach einem staatlichen Agenten aus als nach einem Terroristen und zwar nach einem den die USA bestens unter Kontrolle hatten.

    Auch Mathias Broeckers geht davon aus, „dass sich bei Atta & Co in der Hamburger Marienstraße und später in den USA zahlreiche westliche Geheimdienste quasi die Klinke in die Hand gaben, dass der deutsche Verfassungsschutz und BKA in die ‚Observation‘ ebenso involviert war wie CIA und Mossad, ist ebenso gut dokumentiert wie die Dutzenden von Vorwarnungen über den Plot, die die US-Regierung erhalten hatte“ und sieht die drängende Frage, ob Atta und Co. nur auf der „watch-list“ oder auf der „pay-roll“ standen. [3]

    Able Danger wäre demnach keine gute Entwicklung gewesen, die leider sabotiert wurde, sondern ein roter Hering, um das offizielle Narrativ – Amerika wurde heimtückisch – angegriffen, mit einem weiteren Mosaik-Steinchen gegen alle Zweifler zu verteidigen.

    Wenn die deutschen Sicherheitsbehörden peinlich berührt wurden und handzahm den US-Kollegen künftig eine Total-NSA-Überwachung in Deutschland erlaubten, so war das natürlich ein angenehmer Nebeneffekt. So wie die vielen Saudis unter den Attentätern ein wunderbares Kompromat abgeben, das sich bei Unbotmäßigkeit einsetzen lässt.

    [1] https://www.heise.de/tp/features/Der-doppelte-Atta-3435359.html
    [2] http://www.broeckers.com/Ringvorlesung%20FU%20Berlin.htm
    [3] https://www.heise.de/tp/features/Aktenzeichen-9-11-ungeloest-3402620.html

  2. … ein „Dreckspack“ sondersgleichen – dem EHre, FRIEDEN; Wohlergehen des Landes gleichgültig sind – fast wie bei Deutermann´s „Die Geheimnisse des Admiral Sherman“ beschrieben – sie pfeiffen auf Menschen, Kollegen, auf ALLES!
    Pfui Deibel zu diesem System, Pfui Deibel auf diesen Staat!
    vG Ralf

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