Die sabotierte Able Danger Untersuchung hätte den 11. September 2001 verhindern können

„Able Danger“ war der Name einer Sondereinheit des US-Verteidigungsministeriums (Pentagon). Ihr Ziel war, Daten über Osama bin Ladens Netzwerk zu sammeln. Laut Aussagen der beteiligten Militärs konnten sie vor dem 11. September Terrorzellen um Mohammed Atta identifizieren. Doch ihre Arbeit wurde seitens der Bush-Regierung sabotiert und Festnahmen verhindert. 

Louis Freeh, US-Polizeichef (FBI) bis Juni 2001:

„Able Danger ist eine verfehlte Gelegenheit, die möglicherweise den 11. September hätte verhindern können. (…) Die schockierende Aussage der 9/11 Kommission, Able Danger war geschichtlich unwichtig, zeigt das Scheitern den Fall zu untersuchen, und wirft ernsthafte Fragen nach der Glaubwürdigkeit der Kommission auf.“

[spoiler]Louis Freeh, FBI Director for the duration of the Able Danger program, calls Able Danger „a missed opportunity that could have potentially prevented 9/11.“ He also says, „The Able Danger intelligence, if confirmed, is undoubtedly the most relevant fact of the entire post-9/11 inquiry…. Yet the 9/11 Commission inexplicably concluded that it ‘was not historically significant.‘ This astounding conclusion-in combination with the failure to investigate Able Danger and incorporate it into its findings-raises serious challenges to the commission’s credibility and, if the facts prove out, might just render the commission historically insignificant itself.“
Wall Street Journal, 11/17/2005[/spoiler]

Parlamentarische 911-Kommission

Philip Zelikow, Vertrauter der Bush-Regierung und gleichzeitig „Executive Director“ der Kommission

US-Verteidigungsministerium

Stephan Cambone, „Deputy Secretary of Defense for Intelligence“, Mitarbeiter von Verteidungsminister Rumsfeld, verbunden mit dem „Projekt für ein US-amerikanischen Jahrhundert“ („Project for the New American Century“)

General Henry Shelton. Als Generalstabschef höchster Militär im Land von 1997 – Oktober 2001. Vorsitzender des „Joint Chiefs of Staff“ (Oberkommando der US-Streitkräfte). Ersetzt von seinem Stellvertreter General Richard B. Myers. „Während der Ereignisse des 11. Septembers war Shelton an Bord eines Flugzeugs auf dem Weg nach London, daher übernahm sein Stellvertreter, General Richard B. Myers, den Posten des Vorsitzenden und folgte ihm am 1. Oktober 2001 als 16. Vorsitzender nach. (wiki)“
SOCOM
„Special Operations Command“ (Spezialeinheit innerhalb des Verteidigungsministeriums), Chef ist General Peter Schoomaker, „Head of Special Operations Command (SOCOM)“

Militärs im „able danger“-Projekt
Dr. Eileen Preisser und Major Eric Kleinsmith: Mitglieder der „US Army’s Land Information Warfare Activity (LIWA)

Leutnant Oberst Anthony Shaffer: Mitglied der Einheit „Stratus Ivy“ bei Defense Intelligence Agency (DIA).

Marineoffizier Scott Philpott: Chef von Able Danger

Geheimdienst „CIA“

Alec“ Base, Bin Laden-Einheit

Anfang Dezember 1998 regt Henry Shelton bei seinem Nachfolger im SOCOM an: Es soll ein kleines Team gebildet werden, dass das Internet nützt, um mehr über Osama bin Ladens Netzwerk zu erfahren. Ein Team aus sechs Geheimdienst-Offizieren („intelligence officer“) wird gebildet; Shelton wird periodisch unterrichtet. Das Team heißt Able Danger.

[spoiler]Chairman of the Joint Chiefs of Staff Gen. Henry Shelton will later say, „Right after I left SOCOM (Special Operations Command), I asked my successor to put together a small team, if he could, to try to use the Internet and start trying to see if there was any way that we could track down Osama bin Laden or where he was getting his money from or anything of that nature.“
Sacramento Bee, 12/7/2005;
US Congress, 2/15/2006
Gen. Peter Schoomaker, the head of the military’s Special Operations Command (SOCOM), helped come up with the idea for Able Danger and helps to set it up. SOCOM, based in Tampa, Florida, is responsible for America’s secret commando units.
Government Security News, 9/2005
[/spoiler]

Im Herbst 1999 kommen zu dem Team Dr. Eileen Preisser, Eric Kleinsmith und Anthony Shaffer dazu. Die Einheit sammelt große Datenmengen, „data mining”. Sie erhalten die Infos aus Internet „chats“, email, Nachrichten, Websiten und Finanz-Transaktionen. Sie benützen hochentwickelte Software und schnelle Computer, sie vergleichen die Daten mit Regierungsdokumenten etwa aus Visa-Anträgen.

atta-able-danger

US-Visa von Mohammed Atta

Oktober 1999: Der Chef von Able Danger, Scott Philpott, fragt Shaffer, ob er mit einem Vertreter von CIA-Chef George Tenet redet. Das Ziel ist, Tenet zu überzeugen, dass Able Danger nicht mit der CIA konkurriert. Es brachte nichts. Shaffer wird später sagen, dass die CIA niemals Informationen an sie weitergab. Shaffer zitierte die Erwiderung des CIA-Vertreter:

„Natürlich verstehe ich den Unterschied. Wir suchen den Kopf der Bande. Ihr seit hinter dem Körper her. Aber das spielt keine Rolle. Die CIA wird euch niemals ihre informationen von „Alec“ geben.“

[spoiler] I clearly understand. We’re going after the leadership. You guys are going after the body. But, it doesn’t matter. The bottom line is, CIA will never give you the best information from ‘Alex Base‘ [the CIA’s covert action element targeting bin Laden] or anywhere else. CIA will never provide that to you because if you were successful in your effort to target al-Qaeda, you will steal our thunder. Therefore, we will not support this.“
Government Security News, 9/2005[/spoiler]

Dezember 1999: Das Able Danger – Team sammelt verstärkt Informationen bzgl. Al-Qaida Strukturen. Laut Kleinsmith wäre nach 90 Minuten sehr schnell klar geworden, dass Al Qaida ein weltweites Netzwerk unterhält, inklusive Strukturen in den USA.

Januar-Februar 2000: Able Danger identifiziert fünf al-Qaeda Zellen in den USA. Zur „Brooklyn-Zelle“ gehören Mohammed Atta, und drei weitere Personen: Marwan Alshehhi, Khalid Almihdhar, and Nawaf Alhazmi. Sie wurden als Terror-Verdächtige identifiziert, weil sie Verbindungen zu einem Netzwerk eines bereits inhaftierten Terroristen unterhalten: Sheikh Abdul-Rahman.

März-April 2000: Die private Firma Orion Scientifc System unterstützt Able Danger bei der Erstellung der Informations-Datenbank. Deren Leiter James. D. Smith bezeugte später, dass im März 2000 bewaffnete Sondereinsatzkräfte („armed federal agents“) seine Firma stürmten und alle Daten von Able Danger beschlagnahmten. Eine Schautafel mit einem Diagramm der verschiedenen Verdächtigen war zufälligerweise in seinem Auto und wurde deshalb nicht gefunden. Laut ihm wäre in dem Diagramm Atta identifiziert und mit Foto abgebildet gewesen. Bis heute weiß niemand, auf wessen Veranlassung diese Erstürm- und Beschlagnahmung geschah.

[spoiler]However, Smith happens to have some unclassified charts made for Able Danger in the trunk of his car when the agents raid his office. The chart with Mohamed Atta’s picture on it will thus survive and be remembered well by Smith, though it will be destroyed in the summer of 2004 (see August 22-September 1, 2005). Smith will later state, „All information that we have ever produced, which was all unclassified, was confiscated and to this day we don’t know who by.“ US Congress, 9/21/2005; US Congress, 2/15/2006 [/spoiler]

April 2000: Vier Spezialisten der „US Army’s Land Information Warfare Activity (LIWA)“, die Able Danger unterstützen, müssen ihre Arbeit unterbrechen. Zur gleichen Zeit werden private Firmen, die für Able Danger arbeiteten, gefeuert. Dies passiert zu einem Zeitpunkt, als bekannt wird, dass LIWA-Spezialisten die nationale Sicherheits-Beraterin Condoleezza Rice als potentielles Sicherheitsrisiko bewerten. Der Hintergrund sind deren Geschäftsverbindungen zu chinesischen Militärfirmen.

Mai-Juni 2000: Eric Kleinsmith erhält den Befehl, Able Danger Daten zu zerstören. Diese Daten wurden für Major General Geoffrey Lambert vom „J3“ im „SOCOM“ gesammelt. Lambert wird extrem ärgerlich, als er von der Zerstörung erfährt. Er wurde weder benachrichtigt noch gefragt. Angeblich mussten die Daten gelöscht werden, da Daten von US-Bürgern nicht länger als 90 Tage aufbewahrt werden dürfen.

Jedoch gab vor dem „Senate Judiciary Committee“, im September 2005, ein Vertreter des Verteidigungsministers zu, dass diese Regelung nicht für Mohammed Atta und die anderen galt, da sie keine US-Bürger waren. Der Vertreter gab zu, dass die Informations-Datenbank von „Able Danger“ rechtskonform gewesen war. Gefragt, warum die Daten trotzdem zerstört wurden, und warum keine Rechtsabteilungen involviert waren, antwortete er:

„Ich kann Ihnen das nicht beantworten.“

Der Befehl wurden von “Army Intelligence and Security Command General Counsel” Tony Gentry erteilt, der wortwörtlich zu Kleinsmith sagte:

“Vergiss nicht die Daten zu löschen – oder Du gehst ins Gefängnis.“

[spoiler]However, during a Senate Judiciary Committee public hearing in September 2005, a Defense Department representative admits that Mohamed Atta was not considered a US person. The representative also acknowledges that regulations would have probably allowed the Able Danger information to be shared with law enforcement agencies before its destruction. Asked why this was not done, he responds, „I can’t tell you.“
CNET News, 9/21/2005
The order to destroy the data and documents is given to Kleinsmith by Army Intelligence and Security Command General Counsel Tony Gentry, who jokingly tells him, „Remember to delete the data-or you’ll go to jail.“
Government Executive, 9/21/2005[/spoiler]

Kurz vor dem September 2000 spricht ein anonymer Able Danger – Agent mit einem anonymen Vertreter von „Bergen Record“, einer Geheimdienst-Einheit der US-Armee, „US Army intelligence unit“. Able Danger teilt „Bergen Record“ mit, dass mehrere Terror-Verdächtige (spätere Flugzeugentführer) sich in Motels im Raum New Jersey aufhalten. Diese Darstellung wurde von Mitgliedern von „Bergen Record“ bestätigt. Im Jahr 2005 berichtet der Bergen Record -Kolumnist and Reporter Mike Kelly:

„Die Analyse des Teams war so gut, dass es sogar bekannt war, dass Atta Treffen mit drei weiteren angehenden Entführern hatte. Eines der Treffen fand im „Wayne Inn“ statt.

Das zeigt, wie nah das alles an uns war und lösbar, wenn die Informationen nur zu FBI-Ermittlern oder lokalen Polizisten weitergegeben worden wären.“

[spoiler]“The connect-the-dots tracking by the team was so good that it even knew Atta conducted meetings with the three future hijackers. One of those meetings took place at the Wayne Inn. That’s how close all this was-to us and to being solved, if only the information had been passed up the line to FBI agents or even to local cops. This new piece of 9/11 history, revealed only last week by a Pennsylvania congressman and confirmed by two former members of the intelligence team, could turn out to be one of the most explosive revelations since the publication last summer of the 9/11 commission report.“
Bergen Record, 8/14/2005[/spoiler]

September 2000: Bei drei Gelegenheiten verbieten Anwälte des Pentagons Mitgliedern von Able Danger, sich mit dem FBI zu treffen, einmal sogar in letzter Minute. Able Danger will die Informationen über die sogenannte „Brooklyn al-Qaeda Zelle“ um Atta weitergeben. Shaffer kontaktiert FBI-Ermittler Xanthig Magnum, um das Treffen zu vereinbaren. Magnum bekommt später keine Erlaubnis, vor dem parlamentarischen Committee auszusagen.

September 2000: Able Danger präsentiert ihre Informationen und das Diagramm mit Atta im Hauptquartier des SOCOM. Sie empfehlen, das FBI zu benachrichtigen. Anwälte von SOCOM argumentieren dagegen. Shaffer sagt aus, dass ein zwei Sterne General darauf bestand, dass speziell nach Atta nicht mehr Ausschau gehalten wird.

“Ich wurde mehrere Male darauf hingewiesen, dass er ein General wäre und ich nicht, dass ich letztenendes gefeuert werden würde.“

[spoiler] The members of the intelligence unit, called Able Danger, present their chart at the headquarters of the US military’s Special Operations Command (SOCOM) in Tampa, Florida, with the recommendation that the FBI should be called in to take out the al-Qaeda cell. Lawyers working for SOCOM argue that anyone with a green card has to be granted the same legal protections as any US citizen, so the information about the al-Qaeda cell cannot be shared with the FBI. The legal team directs them to put yellow stickers over the photographs of Mohamed Atta and the other cell members, to symbolize that they are off limits.
Norristown Times Herald, 6/19/2005;
Government Security News, 8/2005;
New York Times, 8/9/2005;
St. Petersburg Times, 8/10/2005;
New York Times, 8/17/2005;
Government Security News, 9/2005
Lt. Col. Anthony Shaffer later says that an unnamed two-star general above him is „very adamant“ about not looking further at Atta. „I was directed several times [to ignore Atta], to the point where he had to remind me he was a general and I was not… [and] I would essentially be fired.“
Fox News, 8/19/2005
Military leaders at the meeting take the side of the lawyers and prohibit any sharing of information about the al-Qaeda cell. Shaffer believes that the decision to side with the lawyers is made by Maj. Gen. Geoffrey Lambert (who had previously expressed distress when Able Danger data was destroyed without his prior notification (see May-June 2000)).
He also believes that Gen. Peter Schoomaker, head of SOCOM, is not aware of the decision.
Government Security News, 9/2005
[/spoiler]

Ende September: Scott Philpott redet mit Peter Schoomaker über die Ergebnisse und Probleme von Able Danger.

Ende September 2000: Able Danger II startet. Eine neue Vereinbarung wird getroffen, so dass das Programm weitergeführt werden kann. Atta wird schnell wieder identifiziert.

Oktober 2000: Shaffer bietet dem „DIA deputy director“ Informationen an. Das Angebot wird abgelehnt.

Laut des SOCOM-Vertreters Christopher Chope hätte Able Danger im Oktober 2000 gewarnt, dass im Jemen „etwas im Busch“ wäre. Daraufhin schilderte Philpott während eines „hig level meeting“ im Verteidigungsministerium den Informationsstand. Philpott sprach dort mit unbekannten Militärs. Die Warnung erreichte jedoch nie den Kommandanten des kurz darauf tatsächlich angegriffenen Kriegsschiffes USS Cole. Laut des republikanischen Abgeordneten Curt Weldon hätte Able Danger konkret vor einem Attentat gegen ein amerikanisches Militärschiff, am Hafen von Aden, gewarnt. 

[spoiler] Special Operations Command official Christopher Chope will later claim that in early October 2000, “one of the intelligence analysts assigned to the Able Danger effort began to get what he calls gut feel that things were going awry in Yemen; he didn’t have any hard intelligence. He asked then Commander Scott Philpott if that could be briefed at a high level briefing.” The briefing takes place on this day during a VIP visit to Garland, Texas, where the Able Danger program is based in late 2000 (see Late September 2000). [US CONGRESS, 2/15/2006] Representative Curt Weldon (R-PA) will later describe the warning in more serious terms than Chope, saying, “They saw information that led them to unequivocally understand that something was going to happen in the port at Yemen involving an American entity. Two days before the attack, they were jumping up and down because they knew something was going to happen… at the port of Aden.” [HEARST NEWSPAPERS, 11/10/2005] Lieutenant Colonel Anthony Shaffer will also later describe the warning in serious terms, claiming that the Able Danger team he was on determined that Yemen was one of the three most dangerous locations for al-Qaeda activity in the world (see Late September 2000). According to Shaffer, General Pete Schoomaker, commander of Special Operations Command, attends the briefing. Shaffer says that “Philpott requested they do something with it, they take action on it,” but apparently the warning does not reach the military commanders in Yemen before the USS Cole is bombed in Yemen two days later. Weldon will later say that the commander of the Cole told him in an interview that he “had three options on that day. He could have refueled the ship at sea. He had two other harbors. If he would have had any indication that there was a problem with Aden in Yemen, he would not have gone there. He was never given that information.” [US CONGRESS, 2/15/2006][/spoiler]

Anfang Januar-März 2001: Generalstabschef Henry Shelton wird drei Stunden lang informiert. Shelton unterstützte die Schaffung der Einheit 1999. Der Inhalt des Treffens wird nicht bekannt gegeben.

Im März wird das Thema Able Danger nochmals aufgebracht als über das Geheimprogramm „Door Hop Galley“ gesprochen wird. Anthony Shaffer hält einen Vortrag. Die Teilnehmer waren: Vize-Admiral Thomas Wilson – Direktor der DIA („director of the Defense Intelligence Agency); Richard Schiefren – Anwalt des Verteidigungsministeriums; Stephen Cambone – „Special Assistant to the Secretary and Deputy Secretary of Defense“.

Anschließend informiert Shaffer auch „DIA Deputy Director of Human Intelligence“ William Huntington, jedoch über ein anderes Projekt namens „Dorhawk Galley“. Als das Gespräch zu Able Danger kommt, lehnt es Huntington ab, darüber zu sprechen und sagt:

„Ich kann nicht hier sein. Ich kann es nicht sehen.”

[spoiler]Lt. Col. Anthony Shaffer will later claim that DIA Deputy Director of Human Intelligence William Huntington is briefed by Shaffer at this time about a project named Dorhawk Galley. Some information about Able Danger’s methodology comes up. According to Shaffer, Huntington refuses to hear it and announces, „I can’t be here, I can’t see this.“ Huntington immediately leaves Shaffer’s office and refuses to hear the information. Commenting on the episode, Shaffer later notes, „By doing this, he could later feign ignorance of the project should it have been compromised to the public. It is my belief that he is an example of the cultural problem-senior bureaucrats who are more focused on their own career and having ‘plausible deniability‘ to never allow anything ‘controversial or risky‘ to ‘touch them.'“ Shaffer will also state, „It is of grave concern that Mr. Huntington is the one who is behind the troubling coincidence regarding my security clearance being suspended in March of 2004, just after reporting to my DIA chain of command [to include Mr. Huntington] of my contact with the 9-11 Commission, and my offer to share the Able Danger information to the 9-11 commission.“
US Congress, 2/15/2006;
US Congress, 2/15/2006[/spoiler]

Im Frühjahr 2001 informiert Shaffer auch CIA-Direktor Tenet, der die Arbeit von Able Danger ausdrücklich lobte. Laut Shaffer wurde auch der „National Security Counsel“ (NSC) zweimal informiert in dieser Zeit. Shaffer kann sich jedoch nicht an das genaue Datum erinnern und an die anwesenden Personen.

Januar-März 2001: Able Danger wird über einen Zeitraum von drei Monaten geschlossen. Anthony Shaffer macht dafür die Bush-Regierung verantwortlich:

“Als erst einmal der vier Sterne General Schoomaker weg war, erschien es, dass sie den Kreis um uns geschlossen haben. Es gab keinen politischen Willen, das an dem Punkt fortzufahren. Darüber hinaus wurden meine direkten Vorgesetzten versetzt: Oberst [Jerry] York und General [Bob] Harding. Ich hatte eine neue Befehlskette über mir.“

[spoiler]Lt. Col. Anthony Shaffer blames the change in leadership brought by the new Bush administration. „Once the four star [General Schoomaker] went away, it was pretty much like the world closing around us [Schoomaker retired in November 2000, but returned as Army Chief of Staff in 2003]. There was no political will to continue this at that point in time. Plus, my direct leadership: Colonel [Jerry] York and General [Bob] Harding had moved on as well. Therefore, I had a new chain of command above me. They were very risk adverse. This [Able Danger] operation, as with other operations which were very high risk / high gain, some of which are still ongoing-seemed to not be appreciated by the incoming leadership.“
American Forces Press Service, 6/17/2003;
Government Security News, 9/2005[/spoiler]

Februar/März 2001: Der neue Direktor des “Operations for the DIA” General Ron Isler lässt sich von Shaffer unterrichten und entzieht ihm anschließend die Unterstützung des DIA.

 „Tony, Ich bin hier der zwei Stern. Ich bin der zwei Stern. Ich sage Dir, ich unterstütze nicht, was Du mit Able Danger machst.“

Antwort Tony Shaffer: „Sir, wenn nicht wir, wer sonst?“

„Ich weiß nicht, aber es ist nicht Dein Job.“

[spoiler]‘Tony, I’m the two star here. I’m the two star. I’m telling you I don’t want you doing anything with Able Danger.‘ ‘Sir, if not us then who?‘ ‘I don’t know, but it’s not your job.‘ And that effectively ended my direct support and my unit’s [Stratus Ivy] support to Able Danger.“ Recalling how this helped end Able Danger, Shaffer says, „I remember the last conversation I had with Captain Scott Phillpott on this was a desperate call from him asking me to try to help use one of my operational facilities to at least try to exploit the information [Able Danger had collected] before it got lost.“ However, Isler says he cannot recall any discussion with Shaffer about Able Danger.
Government Security News, 9/2005[/spoiler]

Mai 2001: Philpott fleht Shaffer an zu helfen, die gesammelten Informationen von Able Danger zu retten, um sie höheren Stellen zu präsentieren. Shaffer fragte seine persönliche Vorgesetzte Mary Moffitt um Rat. Sie antwortet nur, ob er nach Südamerika versetzt werden möchte.

[spoiler]As a direct result of this conversation, she directs that I be ‘moved‘ to a desk officer position to oversee Defense [human intelligence] operations in Latin America.“
US Congress, 2/15/2006[/spoiler]

Kurz vor dem 25. September 2001: Shaffer trifft sich mit Dr. Eileen Preisser, die auch im Able Danger – Programm mitarbeitete. Sie zeigte ihm das Schaubild mit dem Bild von Atta. Es war eines der Diagramme, die im Januar 2000 produziert wurden. Shaffer fragt, was sie damit machen werde. Sie antwortete, dass sie es Deputy National Security Adviser Stephen Hadley zeigen wolle. 

[spoiler]Shaffer claims that Dr. Preisser shows the chart to Deputy National Security Adviser Stephen Hadley and others a few days later. However, as of early 2006, Dr. Preisser herself has never publicly commented on this or any other matter relating to Able Danger. US Congress, 2/15/2006[/spoiler]

25. September: Der republikanische US-Abgeordnete Curt Weldon bekommt eine Kopie des Able-Danger Diagramms, von Freunden aus der „Army’s Information Dominance Center“ und Spezialkräften zugespielt. Auch er zeigt es Hadley, der es an sich nimmt, um es Präsident Bush zu zeigen.

Hadley behauptet später, dass er das Diagramm nie bekommen hat. Ein Kollege von Welden, Rep. Dan Burton (R), kann sich jedoch an das Treffen mit Hadley erinnern und auch an die Schautafel mit dem Diagramm. Burton ist sich jedoch nicht sicher, ob Atta in dem Diagramm als Foto abgebildet war. Weldon sagt, dass er ein Foto von Atta sah.

[spoiler]Shortly after being given the chart, Weldon meets with Deputy National Security Adviser Stephen Hadley, and shows the chart to him. Weldon claims, „Hadley looked at the chart and said, Congressman, where did you get that chart from? I said, I got it from the military…. Steve Hadley said, Congressman, I am going to take this chart, and I am going to show it to the man. The man that he meant… was the President of the United States. I said, Mr. Hadley, you mean you have not seen something like this before from the CIA, this chart of al-Qaeda worldwide and in the US? And he said, No, Congressman. So I gave him the chart.“
US Congress. House, 6/27/2005;
Delaware County Daily Times, 8/12/2005;
Fox News, 8/22/2005
However, a spokesman for Hadley later disputes this account, and says, „Mr. Hadley does not recall any chart bearing the name or photo of Mohamed Atta. [National Security Council] staff reviewed the files of Mr. Hadley as well as of all [National Security Council] personnel… That search has turned up no chart.“
Washington Post, 9/24/2005
Rep. Dan Burton (R) later recalls attending the meeting and remembers the chart, but can’t recall if Atta was on it or not. [New York Times, 10/1/2005] Curt Weldon also later claims that the copy of the chart he gives to Hadley is his only one.
Time, 8/29/2005[/spoiler]

Oktober 11, 2001: Dr. Eileen Preisser sagt vor dem Kongress aus, die Aussage wird vor verschlossenen Türen gemacht. Laut Aussage des Abgeordneten Christopher Shays (R) beantwortet Preisser die Fragen fragwürdig. Ihre Antworten sind nicht zufriedenstellend, spiegeln die Fragen wieder:

 „(…) aber wenn sie antwortet, kommt sie mit so einer Antwort, die die Frage, die Du vorher gestellt hast, wiederspiegelt, was etwas unangenehm ist.“

[spoiler]So we don’t know ultimately the authenticity of how she does it, but when she does it, she comes up with the kind of answer that you have just asked, which is a little unsettling.“
US Congress. House. Committee on Government Reform. Subcommittee on National Security, Veterans Affairs and International Relations, 10/12/2001 Sources: Christopher Shays
[/spoiler]

Mai 2002: Vor der Heritage Foundation präsentiert Rep. Curt Weldon (R) ein Diagramm, das laut ihm von Able Danger produziert wurde. In der Rede erwähnt er jedoch nicht Atta oder andere identifizierte Attentäter. Weldon behauptet gleichzeitig, dass er sein einziges Exemplar im Jahr 2001 weitergegeben habe. 

Oktober 2003: Philip Zelikow von der 9/11-Kommission trifft sich in der Bagram Air Base in Afghanistan mit drei Militärs, die Geheimdienstarbeit im Pentagon machen. Darunter Shaffer. Laut Shaffer bekam Zelikow eine genaue Beschreibung der Ergebnisse von „Able Danger“. Am Ende des Treffens sagte Zelikow:

“Das ist wichtig. Wir müssen den Dialog weiterführen, wenn wir in den Staaten sind.“

„This is important. We need to continue this dialogue when we get back to the states.“ Government Security News, 9/2005

Zelikow rief sofort im Hauptquartier der Kommission an und verlangte vom Verteidigungsministerium die Unterlagen betreffend Able Danger. Diese telefonische Anfrage kam in den Staaten um vier Uhr morgens an.

Shaffer versuchte Zelikow, zurück von Afganistan, im Januar 2004 erfolglos zu erreichen. Die Kommission erwähnte das Able Danger Programm in ihrem Abschlussbericht nicht. Die Vorsitzenden Thomas H. Kean und Lee H. Hamilton sagen später aus, dass sie keine Hinweise hätten, dass Atta oder andere Flugzeugentführer identifiziert wurden. Es ist unklar, welche Kommissionsmitglieder über Able Danger überhaupt informiert wurden. Die früheren Kommissionsmitglieder Tim Roemer und John Lehman beispielsweise sagen, dass sie niemals etwas erfahren haben – bevor der Endbericht erschien.

Februar 2004: Die 9/11 Kommission erhält Teile, der von Zelikow angeforderten Dokumente. Andere Dokumente können nur im Verteidigungsministerium eingesehen werden. Einige der Dokumente enthalten Diagramme. Shaffer erwidert:

“Es wurde mir versichert, dass die Kommission zwei Aktenkoffer (“briefcase-sized containers“) voll Dokumente erhalten hat. Ich kann Ihnen jedoch versichern, dass dies nicht einmal ein zwanzigstel des gesammelten Materials gewesen ist.“

[spoiler]However, an official statement later claims, „None of the documents turned over to the Commission mention Mohamed Atta or any of the other future hijackers. Nor do any of the staff notes on documents reviewed in the DOD reading room indicate that Mohamed Atta or any of the other future hijackers were mentioned in any of those documents.“
Thomas H. Kean and Lee H. Hamilton, 8/12/2005
Washington Post, 8/13/2005
Shaffer responds, „I’m told confidently by the person who moved the material over, that the Sept. 11 commission received two briefcase-sized containers of documents. I can tell you for a fact that would not be one-twentieth of the information that Able Danger consisted of during the time we spent.“
Fox News, 8/17/2005[/spoiler]

März 2004: Die „Security Clearance” von Shaffer wird gekündigt. Das heißt, dass die positive „Sicherheitsüberprüfung“ von Shaffer aufgehoben wurde. Dies passierte aus fadenscheinigen Gründen; aus den Ermittlungen gegen Shaffer wird nichts. Doch können seine Unterlagen und Dokumente in der Zeit zerstört werden, da er wegen der Aufhebung keinen Zugriff mehr hat.

Frühjahr 2004: Die Defense Intelligence Agency (DIA) zerstört Kopien von Able Danger -Dokumenten. Diese Dokumente wurden von Shaffer verwaltet. Andere “records” wurden bereits im Mai und Juni 2000 und im März 2001 zerstört.

[spoiler]apparently destroys duplicate copies of documentation relating to a military intelligence unit called Able Danger, for unknown reasons. The documents had been maintained by one of the DIA’s employees, intelligence officer Anthony Shaffer.
US Congress, 9/21/2005[/spoiler]

Juli 2004: Zehn Tage bevor der Kommissionsbericht heraus kommt, treffen sich Kommissionsmitglieder mit Philpott. Er bestätigt, dass sie Atta und andere Flugzeugentführer identifizierten. Zusätzlich wirft Philpott dem Verteidigungsministerium vor, Dokumente zu manipulieren. Bei einem Dokument, das bestätigt hätte, dass Atta identifiziert wurde, wurde diese Information im Jahr 2000 wegen Bedenkens von Anwälten des Department of Defense gelöscht.

11. August 2005: Al Felzenberg ist der damalige Sprecher der 9/11 Kommission. In einer Pressekonferenz verschweigt er das wichtige Treffen vom Juli 2004 mit Philpott. 

17. August – 1. September 2005: Mehrere Personen bestätigen zum Teil öffentlich die Identifizierung von Atta:

  • Anthony Shaffer
  • Scott J. Philpott
  • James D. Smith. Er arbeitete als Angestellter einer Firma, die für das Verteidigungsministerium arbeitete. „Orion Scientific Systems“.
  • Zusätzlich gibt das Pentagon zu, dass es drei weitere Personen (neben Phillpott und Shaffer) bei Able Danger gibt, die diese Darstellung stützen. Alle diese Personen werden als vertrauenswürdig, “credible people,” dargestellt. Alle erinnern sich, Atta in dem Diagramm gesehen, oder in Dokumenten von ihm gelesen zu haben.

[spoiler]On August 22, Scott J. Phillpott, an active-duty Navy captain who managed the Able Danger program for the Pentagon’s Special Operations Command, comes forward and corroborates Shaffer’s claims. He says, „My story is consistent. Atta was identified by Able Danger in January-February of 2000.“ Phillpott states that he was the officer who met with staff from the 9/11 Commission in July 2004, and told them about the program (see July 12, 2004).
New York Times, 8/22/2005
Claims about the program are further corroborated when a former employee of a defense contractor who says he worked on the technical side of the unit, also comes forward. James D. Smith, who worked for Orion Scientific Systems [Times Herald (Norristown), 9/22/2005] , states that in 2000 he helped create a chart for Able Danger. He says, „I am absolutely positive that he [Atta] was on our chart among other pictures and ties that we were doing mainly based upon [terror] cells in New York City.“
Fox News, 8/28/2005[/spoiler]

Im September 2005 bekommt Shaffer die “Secuity Clearance” wieder, gerade rechtzeitig bevor er vor dem „Senate Judiciary Committee“ über Able Danger’s Aktivitäten aussagen soll.

[spoiler] Lt. Col. Anthony Shaffer, an Army intelligence officer who worked closely with a military intelligence unit called Able Danger, has his security clearance suspended for what his lawyer later describes as „petty and frivolous“ reasons, including a dispute over mileage reimbursement and charges for personal calls on a work cell phone. Fox News, 8/19/2005
According to Shaffer, allegations are made against him over $67 in phone charges, which he accumulated over 18 months. He says, „Even though when they told me about this issue, I offered to pay it back, they chose instead to spend in our estimation $400,000 to investigate all these issues simply to drum up this information.“ No formal action is ever taken against Shaffer, and later in the year the Army promotes him to lieutenant colonel.
Fox News, 8/17/2005;
Government Security News, 9/2005
Rep. Curt Weldon (R) will later comment, „In January of 2004 when [Shaffer] was twice rebuffed by the 9/11 Commission for a personal follow-up meeting, he was assigned back to Afghanistan to lead a special classified program. When he returned in March, he was called in and verbally his security clearance was temporarily lifted. By lifting his security clearance, he could not go back into DIA quarters where all the materials he had about Able Danger were, in fact, stored. He could not get access to memos that, in fact, he will tell you discussed the briefings he provided both to the previous administration and this administration.“
Fox News, 8/19/2005
These documents Shaffer are trying to reach are destroyed by the DIA roughly around this time (see Spring 2004). In September 2005, Shaffer has his security clearance revoked, just two days before he is scheduled to testify before the Senate Judiciary Committee about Able Danger’s activities (see September 19, 2005).[/spoiler]

21. September 2005: Das Senate Judiciary Committee geführt von Sen. Arlen Specter (R) hält eine öffentliche Anhörung, um die Aussagen zu überprüfen. Das Committee will unter anderen Shaffer, Philpott, Dr. Eileen Preisser und civilian analyst James D. Smith befragen. Das Verteidigungsministerium lässt die Agenten nicht aussagen. Specter redet von einer Sabotage ihrer Aufklärungsversuche:

„That looks to me like it may be obstruction of the committee’s activities, something we will have to determine.“
Reuters, 9/21/2005

Außerdem beschwert er sich, dass das Verteidigungsministerium zu spät Akten herausgab, so dass keine Zeit bleibt, sie vor der Anhörung zu lesen. Darüber hinaus hatte der entsandte Vertreter des Verteidigungsministerium William Dugan nur wenig Wissen über Able Danger.

11. November 2005: Rep. Curt Weldon (R) sagt, dass Bob Johnson, ein Angestellter des “defense contractor Raytheon”, ihm bestätigte, dass Atta und andere Entführer identifiziert wurden.

17. November 2005: Louis Freeh war bis Juni 2001 Chef des FBI. Er nennt Able Danger eine nicht genützte Gelegenheit, 9/11 zu verhindern. Able Danger Informationen hätten, wenn genutzt, die Anschläge vereiteln können. Für ihn ist die Diskrepanz zu der Einschätzung der Kommissionsleitung frappierend, Able Danger wäre nicht wichtig gewesen. Diese Aussage würde die Glaubwürdigkeit der 9/11 Kommission beschädigen und könnte ihre geschichtliche Irrelevanz belegen.

[spoiler]Louis Freeh, FBI Director for the duration of the Able Danger program, calls Able Danger „a missed opportunity that could have potentially prevented 9/11.“ He also says, „The Able Danger intelligence, if confirmed, is undoubtedly the most relevant fact of the entire post-9/11 inquiry…. Yet the 9/11 Commission inexplicably concluded that it ‘was not historically significant.‘ This astounding conclusion-in combination with the failure to investigate Able Danger and incorporate it into its findings-raises serious challenges to the commission’s credibility and, if the facts prove out, might just render the commission historically insignificant itself.“
Wall Street Journal, 11/17/2005[/spoiler]

15. Februar 2006: Es wird eine zweite Anhörung im Kongress veranstaltet: Dort sagt „Deputy Secretary of Defense for Intelligence“ Stephen Cambone aus, dass es keine Beweise gibt, dass Able Danger Atta identifizierte. Drei Mitglieder des Able Danger – Teams, Eric Kleinsmith, Anthony Shaffer und James D. Smith, bestätigen nochmals, dass 9/11 hätte verhindert werden können, wenn ihre Daten angewandt worden wären. Philpott und weitere Mitglieder werden nur hinter verschlossenen Türen befragt.

Später wird seitens eines Anwaltes von Able Danger festgehalten, dass die Identifizierung von Attas „Brooklyn-Zelle“ nicht unbedingt heißen muss, dass die Terroristen körperlich in Brooklyn anwesend waren („necessarily imply them being physically present in Brooklyn“). Außerdem hätte keine der gesammelten Informationen dazu geführt, dass irgendjemand an kriminelle Aktivitäten dachte, oder an konkret geplante Terroranschläge (“would have led anyone to believe criminal activity had taken place or that any specific terrorist activities were being planned.”).

3 Gedanken zu „Die sabotierte Able Danger Untersuchung hätte den 11. September 2001 verhindern können“

  1. Es ist immer wieder die gleiche Leier, zuletzt bei Anis Amri:
    Der Tatverdächtige schlug zunächst völlig unerwartet zu. Etwas später stellt sich heraus: Ja, die Behörden hatten ihn schon eine Weile auf dem Radar und auch ganz schön brisante Beobachtungen gemacht.
    Zum Schluss erfahren wir: Das tatenlose Beobachten begann recht früh, wollte (statt in einer Verhaftung zu münden) fast kein Ende nehmen und war irgendwann kaum noch von einem hilfreichen Betreuen zu unterscheiden. Ein V-Mann fuhr Amri von NRW, wo er aufenthaltspflichtig war, nach Berlin. Kein Kapitalverbrechen, aber Beihilfe zum Gesetzesverstoß für einen angeblich ungefährlichen Gefährder, von dem man wusste, dass er vom Dschihad für den IS mehr als nur träumte.

    Ein Aufreger also, an dem man erkennen kann, dass die Bösen so richtig böse und die Behörden wieder mal richtig tollpatschig waren – oder lief die ganze Sache vielleicht doch ganz anders ab als die offizielle Erzählung?

    Der auf amtlichen Fotos so richtig schön finster blickende Atta hatte zwei Gesichter: Statt fromm oder wenigstens (zur Tarnung) unauffällig zu bleiben, verbrachte er die letzten Monate in Amerika mit Exzessen: Er lebte mit der nicht-muslimischen Stripperin Amanda Kellerzusammen, aß Schweinefleisch und gab sich in öffentlichen Bars Saufgelagen hin, bei denen es gelegentlich zum Streit und damit auch zu einer gewissen Verhaftungsgefahr kam.

    Und er hatte in den USA in dieser Vorlauf-Zeit zu 9/11 nicht nur zwei Gesichter, sondern nutzte auch zwei Körper, damit er immer dort sein konnte, wo das Narrativ ihn gerade braucht. [1]
    Damit wir ihn aber nicht als trinkfesten Schweinesteak-Fan im Gedächtnis behalten, sondern als strammen Gotteskrieger, hat er uns in seinem Gepäck ein Testament hinterlassen – und hatte den richtigen Riecher, dass die schlampigen Flughafenmitarbeiter exakt seinen Koffer stehenlassen. Und zwar gerade lange genug, damit einerseits die Nachwelt dieses Testament lesen kann, aber anderseits die Sicherheitskräfte es zu spät lesen, um die abgeflogene Maschine noch von ihrem WTC-Einschlag abzuhalten.

    Im Gegensatz zu dieser übergroßen Präsenz und Spurenlegung lagen 2004 imemer noch neun Leichen (aus der Pentagon- und der Pennslyvania-Maschine) „in einer Militärbasis in Maryland nach wie vor auf Eis, unidentifiziert (…) FBI-Direktor Robert Mueller hatte am 19.4.2002 in einer Rede eingeräumt, dass die verdächtigten Terroristen nicht die geringsten Spuren hinterlassen haben. Das lässt in Umkehrung nur den Schluss zu, dass es für ihre behauptete Täterschaft keine Beweise gibt.“ [2]. Hauptsache, der obligatorische Pass wird am Tatort hinterlassen und verlässt z.B. den Kerosin-Feuerball möglichst unbeschädigt.

    Atta sieht im Buch von Daniel Hopsicker, der zwei Jahre die Spuren in Florida untersucht hatte, mehr nach einem staatlichen Agenten aus als nach einem Terroristen und zwar nach einem den die USA bestens unter Kontrolle hatten.

    Auch Mathias Broeckers geht davon aus, „dass sich bei Atta & Co in der Hamburger Marienstraße und später in den USA zahlreiche westliche Geheimdienste quasi die Klinke in die Hand gaben, dass der deutsche Verfassungsschutz und BKA in die ‚Observation‘ ebenso involviert war wie CIA und Mossad, ist ebenso gut dokumentiert wie die Dutzenden von Vorwarnungen über den Plot, die die US-Regierung erhalten hatte“ und sieht die drängende Frage, ob Atta und Co. nur auf der „watch-list“ oder auf der „pay-roll“ standen. [3]

    Able Danger wäre demnach keine gute Entwicklung gewesen, die leider sabotiert wurde, sondern ein roter Hering, um das offizielle Narrativ – Amerika wurde heimtückisch – angegriffen, mit einem weiteren Mosaik-Steinchen gegen alle Zweifler zu verteidigen.

    Wenn die deutschen Sicherheitsbehörden peinlich berührt wurden und handzahm den US-Kollegen künftig eine Total-NSA-Überwachung in Deutschland erlaubten, so war das natürlich ein angenehmer Nebeneffekt. So wie die vielen Saudis unter den Attentätern ein wunderbares Kompromat abgeben, das sich bei Unbotmäßigkeit einsetzen lässt.

    [1] https://www.heise.de/tp/features/Der-doppelte-Atta-3435359.html
    [2] http://www.broeckers.com/Ringvorlesung%20FU%20Berlin.htm
    [3] https://www.heise.de/tp/features/Aktenzeichen-9-11-ungeloest-3402620.html

  2. … ein „Dreckspack“ sondersgleichen – dem EHre, FRIEDEN; Wohlergehen des Landes gleichgültig sind – fast wie bei Deutermann´s „Die Geheimnisse des Admiral Sherman“ beschrieben – sie pfeiffen auf Menschen, Kollegen, auf ALLES!
    Pfui Deibel zu diesem System, Pfui Deibel auf diesen Staat!
    vG Ralf

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