Kölner Silvesternacht: Leitstelle der Polizei hätte von Notrufen missbrauchter Frauen nichts mitbekommen

Die Kölner Lokalzeitung „Express“ berichtet heute vom Buch zweier Lokal-Journalisten, Christian Wiermer und Gerhard Vogt, namens „Die Nacht, die Deutschland veränderte“. Die Journalisten rekonstruieren die Gewalttaten u. a. anhand vertraulicher Unterlagen, Videoaufzeichnungen etc. Genauso wie der Kriminalpsychologe Rudolf Egg analysierten sie auch die Notrufe und kamen zum gleichen Schluss: Die Polizei war frühzeitig über sexuell motivierte Gewalt gegen Frauen informiert.

Egg schilderte bereits dem nordrhein-westfälischen Untersuchungsausschuss Notrufe missbrauchter Frauen, genauso die Journalisten in ihrem Buch. Zum Beispiel:

Polizist: „Polizeinotruf in Köln.“

Stefanie T.: „Ja hallo, mein Name ist (…). Wir sind gerade am Hinterausgang beim Kölner Hauptbahnhof und hier ist das regelrechte Chaos in Bezug auf Flüchtlinge. Die begrapschen einen und hier ist wirklich Chaos. Wir sehen hier auch keinen Polizisten, der irgendwie mal helfen könnte. Wir sind einfach vom Gleis runtergekommen und die kamen und haben uns zwischen die Beine gegrapscht. Und, also ich hab’ hier wirklich Angst, und weiß auch nicht, wie ich jetzt nach Hause kommen soll, weil hier wirklich einfach nur das Chaos herrscht.“ (express)

Von diesen Notrufen, sexuell missbrauchter Frauen, hätte der Chef der Leitstelle, bis 6 Uhr früh des nächsten Tages, nichts mitbekommen:

„Der Chef der Leitstelle sagte darin dem Bericht nach, er habe selbst um 6 Uhr in der Früh noch nichts von sexuellen Übergriffen gewusst.“

Unglaublich ist auch die politisch bequeme Bewertung der Autoren: Die Notrufe wären im „Kommunikationschaos der Nacht“ untergegangen.

„Dies ist das Ergebnis von EXPRESS-Recherchen, die auch im neuen Buch „Die Nacht, die Deutschland veränderte“ aufgegriffen werden.“ (express)

Diese Einschätzung ist lächerlich.

Viel wahrscheinlicher ist, dass die politische Führung der Kölner Polizei die Ausländerkriminalität vertuschen wollte. Dafür spräche zum Beispiel die polizeiliche Pressemitteilung vom Neujahr, Köln hätte eine friedliche und entspannte Silvesternacht erlebt.

„Die Polizei Köln zieht Bilanz

Wie im Vorjahr verliefen die meisten Silvesterfeierlichkeiten auf den Rheinbrücken, in der Kölner Innenstadt und in Leverkusen friedlich. Die Polizisten schritten hauptsächlich bei Körperverletzungsdelikten und Ruhestörungen ein. (…)

Trotz der ungeplanten Feierpause gestaltete sich die Einsatzlage entspannt – auch weil die Polizei sich an neuralgischen Orten gut aufgestellt und präsent zeigte.“ (presseportal)

Noch am 05.01. log der damalige Kölner Polizeichef Wolfgang Albers (SPD) der Öffentlichkeit ins Gesicht:

„Wir haben derzeit keine Erkenntnisse über Täter. (…) Wir haben derzeit noch keinen Tatverdächtigen.“ ( Wolfgang Abers, Polizeipräsident Köln, Pressekonferenz am 05.01.16)

… oder das Schweigen der SPD-Führungsriege auf Landesebene könnte als Vertuschungsabsicht interpretiert werden: Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und SPD-Innenminister Ralf Jäger behaupten jetzt, sie wären erst 04.01.16 informiert geworden. Die Schande von Köln geht weiter.

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