NSU-Ermittler Menzel hätte Version im thüringer Ausschuss wieder verändert: Jetzt doch Kiesewetters Dienstwaffe zuerst identifiziert

Leider war ich nicht in der letzten Sitzung des thüringer NSU-Untersuchungsausschusses am 24.11.16. Es war wieder der ehemalige Polizeichef Michael Menzel geladen, dessen Ermittlungen zur „Selbstenttarnung des NSU“ am 04.11.11 führten. 

Jahrelang behauptete er, vor Gericht (2013), vor dem Ausschuss (2014), die Dienstwaffe der erschossenen Polizisten Michele Kiesewetter wäre zuerst identifiziert worden. Deshalb habe er gegen 16:30 die Sonderkommission Parkplatz informiert. Vor dem zweiten thüringer NSU-Ausschuss sagten jedoch Polizisten aus, dass die erste identifizierte Dienstwaffe, nicht die von Kiesewetter gewesen wäre, sondern die von Martin Arnold. Am 28.04.2016 widerrief Menzel im thüringer Ausschuss diese Darstellung. Es wäre stattdessen die Dienstwaffe des ebenfalls überfallenen Polizisten Martin Arnold gewesen. Kiesewetters Waffe wäre erst am späten Abend identifiziert worden. 

Menzel wurde am Donnerstag also zum zweiten Mal in den Ausschuss geladen. Laut des Kommentators „roger“ hätte er (angeblich) wieder seine Aussage geändert: Es soll doch Kiesewetters Dienstwaffe gewesen sein. Die Parlamentarier hielten still? Niemand berichtete?

„Gestern im TUA hat Menzel wieder die Pferde gewechselt. Erste identifizierte Waffe ist die von Kiesewetter. Aus Rücksicht auf die Hinterbliebenen hat er angewiesen, erst mal nichts der StA zu sagen.

Jetzt hätten sofort alle Abgeordneten einhaken müssen.
Weil, alle anderen Thüringer Vopos haben dann nämlich eine uneidliche Falschaussage gemacht.
Marx tut beschäftigt, nichts gehört. Menzel ist frech und erzählt es dann eben mehrmals.
Dittes und Henfling, die Menzel befragen, vermeiden daraufhin den Namen Arnold und sprechen von der Pistole eines Polizisten …“

„Menzel hat die Feststellung „Waffe-Kiesewetter“ den Friseuren im Ausschuss wie eine Torte genüsslich ins Gesicht geschmiert. Die haben still gehalten und so getan, als wenn es gar keine Torte gibt.

Das sind jetzt schon Grotesken.

Das keiner die Nummer sofort gebracht hat, wundert auch. Keine Zeitung kein Blogger. Die hängen doch da alle rum?

Wenn ich nicht selbst im thüringer Ausschuss anwesend gewesen wäre, wenn ich das nicht selbst miterlebt hätte, würde ich „Rogers“ Darstellung keinen Glauben schenken. Ich würde sagen: Das sind „fake-news“. Aber ich könnte es mir inzwischen sogar vorstellen.

10 Gedanken zu „NSU-Ermittler Menzel hätte Version im thüringer Ausschuss wieder verändert: Jetzt doch Kiesewetters Dienstwaffe zuerst identifiziert“

  1. Das ist zu 100 Prozent Fakt.
    Insofern nicht rumeiern Georg, einfach andere Blogger abklappern und bestätigen lassen.
    Da waren sicher welche da, bei Menzel schlagen immer ein paar mehr Besucher auf.

    Im Grunde ist das auch logisch.
    Menzel hat schon bei Aust-Rückfrage auf Kiesewetter-Waffe bestanden. Siehe Fußnote Buch.
    Er weiß warum.

    Mit lieben Grüßen bekam er die Protokolle aus Stuttgart von Frau Rieger. Was glaubst du was da drin steht? Der ist doch nicht doof, im Gegenteil, der ist clever.
    Das hat er doch vorher gewusst, weil er weiß was er gemeldet hat.
    Die Linie hat er gehalten.

    Offensichtlich scheint es aber noch viel fetter zu ein.
    Die Kiesewetterwaffe als Erstident soll auch im Lagefilm stehen. Hat er in einem Nebensatz darauf verwiesen. Wenn das stimmt, hat der TUA das absichtlich unterm Tisch gehalten und die Arnoldlegende hofiert. Die TUAs haben immer wieder Aussagen von Beamten, Kiesewetterwaffe zuerst, glattgebügelt. Denke da beispielsweise an den Razfaz Zeugen. Dessen Erinnerung hat der Abgeordnete der Linken behutsam in den Sonnabend „überführt“.
    Wäre Rußlungenlüge für die Provinz.
    Die haben den Lagefilm.
    Ich nicht, wäre also zu prüfen, um es als Tatsache zu nehmen.

    Damit sind Aussagen der Polizeibeamten Kn&Kö komplett abgeschossen. Die haben die Arnoldwaffe identifiziert und Kiesewetterwaffe erst 23 Uhr.
    Theoretisch müsste jetzt eine der beiden Aussagefraktion auf Verkehrsstreife.
    Theoretisch … 😉

  2. Wenn man am Tattag im Tatfahrzeug von Bankräubern die Beute früherer Überfälle findet, dann ist schon das für sich allein etwas zuviel des Guten.

    Ist das Tatfahrzeug zudem (ebenso unlogisch) eine mobile Waffenkammer, dann könnten die Täter (statt Blitz-Suizid) ja erst mal gemütlich-still abwarten, ob die „Dorfpolizisten“ wieder verschwinden. Oder ob sie (ahnungslos und ohne Deckung) nahe genug kommen, um sie (unter Nutzung des Überraschungseffekts) aus dem Hinterhalt so treffsicher abknallen zu können, dass sie nicht mehr dazu kommen, Kollegen zu alarmieren.

    Falls dennoch alle Stricke reißen: Die schützende Außenwand und das Waffenarsenal erlauben ein langes Aufschieben und fast beliebiges Nachholen des Suizids, ohne jegliche Gefahr einer Vereitelung durch die Polizei. Wozu dann die Eile?

    Wenn dann noch Feuerwehr-Fotos beschlagnahmt werden (und verschwinden), die vermutlich (wie die Augen des knipsenden Feuerwehrmanns) ein ganz anderes Wohnwagen-Inneres zeigen als das offiziell verlautbarte, dann kann in diesem Inneren letztendlich alles (nach-)gefunden werden, was das Herz des Ermittlers (oder seiner Vorgesetzen) begehrt.

    Zum Beispiel, mit zeitlichem Abstand, unbeschädigte Film-DVDs in einem ebenso unbeschädigtem Rucksack. Damit die Toten doch noch die Geschichte erzählen können, die sie uns schon immer erzählen wollten, sich aber nicht trauten.

    Diese (DVD-)Erzählung ist dann viel wichtiger und glaubhafter als alle langweiligen Wohnwagen-Details, als da wären:
    Rußlungen(-Lüge), postmortales Repetieren, Sich-Erschießen ohne Fingerabdrücke UND ohne Handschuhe, fehlende oder fehlplatzierte Hirne und Blutspuren.
    Und eben die Fund-Reihefolge und -Uhrzeit der Heilbronner Dienstwaffen, bei denen schon lange verzweifelt (und immer noch dringend) passende Diebe / Mörder gefunden werden mussten.

  3. Da der fatalist in seinen jüngsten drei you tube videos nur noch Häme und Schimpfe für die Untersuchungsausschüsse und die befassten Leute übrig hat, habe ich mir zwei der von ihm anfangs kurz gezeigten (und dann wegen Ungenauigkeiten/Fehlern) von Frau Marx verworfenen bzw. verrissenen videos der Friedrich Ebert Stifung zum Thema angesehen.

    Da wird sehr wohl Tacheles geredet, inklusive der Forderung z.B. von Frau Marx, nach Konsequenzen z.B. für Menzel und seine offensichtlichen Falschaussagen.

    https://www.youtube.com/watch?v=HRXWIl6jJjc
    und
    https://www.youtube.com/watch?v=ckeg-B6Srk0

    Interessant hier (im zweiten video auf Nachfrage eines Studenten) auch die Verbindung von Neo Nazis bzw. der Neo Nazi V-Männer zum pädo/päderasto-kriminellen Sumpf in Thüringen, welcher (zusammen mit dem Sachsensumpf ) den Schluss zulässt, daß auch Personen z.B. aus Innenministerium, Polizei und Verfassungsschutz inklusive der ermittelnden Staatsanwälte, ( die ja gebremst wurden), mit drin stecken.
    Insgesamt ein Augiasstall, der im Interesse der Opfer und des Rechtsstaats gründlich ausgeräumt gehört.

  4. Die meisten haben es sowieso mitgekriegt.
    Trotzdem möchte ich diesen Platz nutzen, mein Machwerk zu bewerben.
    Verbunden mit der Bitte um Weiterverbreitung.

    [Link entfernt. Laut eines Lesers wäre ein Trojaner versteckt.]

    Sollte jemand Fehler finden – Kritik willkommen.
    Das betrifft auch stilistische Sachsen (der Wurm soll dem Fisch schmecken, nicht dem Angler).

    1. Da Fatalist gerade wieder eine seiner Pöbelorgien auf die Rampe seines Blogs geschleppt hat, sei als Nachweis meiner Fähigkeit zu differenzieren, deine Zusammenfassung ausdrücklich gelobt und weiterempfohlen.

      Da steckt ganz viel Arbeit drin, ich weiß wovon ich rede.
      Dein Ergebnis ist aber ein guter Einstieg in den Irrgarten NSU.

      Fehler sind natürlich auch einige drin, ohne schafft keiner.
      Einfach weiter feilen … 😉

        1. Zusammengefasst ist „Anmerkungs“ Darstellung: Menzel ließ bei der letzten Sitzung offen, welche Heilbronner Dienstwaffe am 04.11. zuerst identifiziert wurde. Rogers dagegen schreibt: Menzel hätte gesagt, es wäre Kiesewetters Waffe zuerst gewesen.

        2. @anmerkung
          „Ich möchte in aller Bescheidenheit darauf verweisen, daß die Pöbelorgie von mir gedichtet wurde.“

          Ok, Ehre wem Ehre gebührt.
          Du nimmst also für dich in Anspruch, mich als linkes Arschloch bezeichnet … ähm dichterisch erwähnt zu haben?

          Wieso schreibt aber Fatalist deine Dichtung in der Ich-Form und betont seine besondere andere Art gegenüber „Anmerkung“???
          Liegt ihr zusammen auf der Couch?

          Da du in der Regel deutlich Besseres schreibst, lassen wir deine Wortmeldung in Sachen Autorenschaft mal unter den Tisch fallen … 😉

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