Die völlig verrückte Behauptung, Beate Zschäpe hätte ihre Wohnung angezündet

Auf der Internetseite „nsu-leaks“ thematisiert heute „taucher“ einen der unglaublichsten Teile der offiziellen NSU-Legende. Im Rahmen der „Selbstenttarnung des NSU“ hätte Beate Zschäpe 10 Liter Benzin in ihrer Wohnung verschüttet und angezündet.

Diese Darstellung wird von Beate Zschäpe vor Gericht bestätigt. Sie hätte eine Benzin-Lunte zur Ausgangstür gelegt und angezündet. Dann hätte sie die Wohnungstür geschlossen. Als sie auf der Straße war, hörte sie Explosionsgeräusche. 

Kriminalhauptkomissar Z. H. H. war im Mordfall Florian Heilig am ermitteln. Laut seiner Aussage im Baden-Württemberger NSU-Ausschuss war er „20 Jahre in leitender Funktion beim damaligen Branddezernat“ tätig. Aus seinem Erfahrungsschatz berichtet er über einen ähnlichen Fall, wo ein Brandstifter schwere Verbrennungen erlitt, als er das Benzin anzündete.

„Ich habe vor – das sage ich jetzt einfach mal kurz – knapp 20 Jahren mal einen Fall gehabt, da hat einer 20 Liter Benzin in einer Gaststätte ausgeleert, ist dann in den Vorraum gegangen und hat versucht, das zu zünden. Das hat auch gezündet. Er hat 60 % Verbrennungen dritten Grades gehabt. Er hat das auch überlebt. Aber Sie wollen nicht wissen, wie er aussieht. Das hat im Vorraum gezündet, obwohl das meiste Benzin im Innenraum war.“

Im Bundestag-Ausschuss gab Brandermittler Frank Lenk an, dass Beate Zschäpe „von der Tür aus“ die Wohnung anzündete und deshalb unverletzt bleiben konnte.

„Eine offene Flamme – Streichholz etwa oder Feuerzeug – hat die benzingetränkte Wohnung der mutmaßlichen NSU-Terroristen in Brand gesetzt und die anschließende Explosion herbeigeführt. Davon gab sich der Brandermittler der Zwickauer Kriminalpolizei, Frank Lenk, überzeugt. Von der Tür aus sei das Entzünden durchaus möglich gewesen.“

Beate Zschäpe soll jedoch Benzin auch im Treppenhaus verschüttet haben, also außerhalb der Wohnung!

“Benzinspuren wurden beinahe in der gesamten Wohnung gefunden. Eine Spur wurde auch im Erdgeschoss im Treppenhaus gefunden, das jedoch nicht gebrannt hat.(…) Vor der Wohnung im ersten Stock wurde, so L., ein Zehn-Liter-Benzinkanister gefunden. ” (nsu-watch)

Hier ist der ominöse Kanister, als er vor der Türe gefunden wurde, übrigens ohne DNA und Fingerabdrücke von Beate Zschäpe, die bei der Brandstiftung über 2 Promille Alkohol im Blut gehabt haben soll.

benzinkanister.

„Der Ausschussvorsitzende Clemens Binninger, sein CDU-Kollege Armin Schuster, der Linkspolitiker Frank Tempel und die Grüne Irene Mihalic fragten daher kundig nach. Und waren wie vom Donner gerührt, als der BKA-Kriminaldirektor behauptete, das Feuer habe alle DNA-Spuren vernichtet. Welch ein Unsinn! Die Zahnbürsten und andere Gebrauchsgegenstände waren in einem Topp-Zustand, der Keller blieb von Feuer und Löschwasser verschont. Und hat der- oder diejenige, die das Benzin in der Wohnung verspritze, wirklich Handschuhe getragen? An dem unversehrt gefundenen Kanister waren angeblich weder Fingerabdrücke noch DNA-Spuren zu entdecken.“ (neues-deutschland)

17 Gedanken zu „Die völlig verrückte Behauptung, Beate Zschäpe hätte ihre Wohnung angezündet“

  1. Besser als durch das Osterfeuer-Video oben kann man die Zschäpe-Brandstiftungs-Lüge kaum entlarven:

    Wenn selbst im Freien gezündetes Benzin in Sekunden-Bruchteilen zur Feuerwalze anschwillt, die einen Holz-Haufen mehr sprengt als abfackelt – wie gewaltig muss die Feuerfontäne erst zischen , wenn sie (durch Wände eingezwängt) als Ventil nur den gleichen freien Fluchtweg zur Verfügung hat wie der (ohne Fernbedienung zündelnde) Brandstifter?

    Da kommt selbst der schnellste Sprinter nicht mehr heil raus; eine betrunkene Zschäpe erst recht nicht. Nach dieser Basis-Lüge sollen wir dann ein sofort überall hineindrückendes Feuer „schlucken“, das Waffen-Metalle schmilzt, aber Munition und wichtige „Beweis“-Papiere verschont? Gab es in den Tagen der „Brandort-Bearbeitung“ zwischen Zschäpes Flucht und ihrer Verhaftung eigentlich keine Gelegenheit (und kein Bedürfnis?), neben den Unmassen von platzierten Beweise auch so was wie einen angekokelten Fernzünder im Brandschutt abzulegen? Hilfsweise hätte man ja noch bis zum endgültigen Abriss entsprechendes „nachfinden“ können – aber wollte man das überhaupt?

    Mit der offensichtlichen (und korrigierbaren, aber nie korrigierten) Brandstiftungs-Lüge hatte das frisch gebackene Frühlingsstraßen-Narrativ bereits einen so gewaltigen Pferdefuß, dass man einmal mehr sich fragen muss, ob auch hier nicht einfach eine „Panne passiert“ war, sondern diese „Panne“ planmäßig inszeniert wurde und seither jahrelang ungerührt als nicht existent oder nicht relevant zur Schau getragen wird, wie des (nackten) Kaisers neue Kleider.

    Mit einer „Panne“ dieser Art, die amtlich und in den Mainstream-Medien nicht einmal als Problem wahrgenommen bzw. benannt wird, kann man kritische Geister beschäftigen (wie uns hier) und ihnen klarmachen: Nachdem ein halbes Jahrzehnt krasse Offensichtlichkeiten erfolgreich ignoriert werden konnten, kann niemand von euch mehr darauf hoffen, das Narrativ oder wenigstens die Öffentlichkeit zu erschüttern. Das wahrheitsstiftende kleine Kind gibt es nämlich nur im Märchen.

    Denn das Volk glaubt der Obrigkeit samt seiner Lügenpresse gerne, dass die wirklich relevanten Merkwürdigkeiten längst geklärt sind – oder irren sich Obrigkeit und Lügenpresse vielleicht, was die Leichtgläubigkeit und Manipulierbarkeit des Volkes angeht? Die Panik dieser Leute nach Trumps Wahl, die sich angeblich an Trumps Unberechenbarkeit stört, scheint mir manchmal eher der Unberechenbarkeit und vor allem Unkontrollierbarkeit des (vorerst nur amerikanischen) Volkes zu gelten.

    Neben der Zielrichtung kritische Minderheit / manipulierbare Mehrheit könnte die Brandstiftungs-Lüge aber noch eine zweite, vielleicht wichtigere Zielrichtung haben: Die Zeugen und weitere Insider aller Art bekommen deutlich vorgeführt, wie grundlegendste Widersprüche trotz bester Beweisbarkeit und Offensichtlichkeit rücksichtslos und straflos ignoriert werden können. Auf dass angehende Whistleblower von vorneherein den Gedanken an eine solche Karriere aufgeben. Wer von diesem Kreis die Mühe dennoch nicht scheut und bzgl. Zschäpes Feuer nicht „dran glauben“ will, der bekommt zusätzlich die Aussicht auf sein eigenes persönliches Feuer, in dem er dann buchstäblich „dranglauben“ wird, wie ein Florian Heilig. Wenn es etwas Typisches gibt, was den NSU-Komplex durchzieht, dann sind es die allenthalben lodernden , „reinigenden“ Feuer.

    1. Deine Überlegungen gehen wohl in die richtige Richtung, aber gehen sie auch weit genug? Was Du beschreibst, wirkt wie ein Alptraum auf die Leute, die sich nicht bereitwillig für dumm verkaufen lassen: man weiß, dass es im Wesentlichen dreiste Lügen sind, kann damit aber nur von innen gegen die Wände einer Gummizelle trommeln.
      Hypothese: Dieser Zustand könnte nur ein temporäres Ziel (gewesen) sein, das längerfristige Ziel die Befreiung aus diesem totalitären Alptraum.
      Wozu das Ganze? Möglicherweise zur Begründung einer neuen Ordnung nach einem fundamentalen politischen Revirement. Eine neue Ordnung könnte diesen Alptraum beenden, die Protagonisten der alten Ordnung durch Enthüllung solcher Machenschaften delegitimieren und die Protagonisten der neuen Ordnung als Befreier legitimieren.
      Wenn wir uns umschauen, dann sehen wir beim NSU seit 5 Jahren ein Muster, das sich in letzter Zeit international wiederholt hat: stalinistische Propaganda gegen einen Brexit, der dann doch wahr wird. Exakt dasselbe Muster wieder bei Trump. In beiden Fällen ist die Propaganda neben den Zielländern jeweils in Deutschland am extremsten und auffälligsten unangemessen, worauf ich schon mehrfach hingewiesen habe. Mir fällt das extrem auf, weil ich auch die französischen Medien intensiv scanne (Dort gibt es viel weniger Gesinnungsterror, dafür mehr echten Terror).
      Zweck: Deutschland muss den Stalinismus immer deutlich spüren, damit der kritischste Teil der Bevölkerung das Revirement jeweils als Befreiung begrüßen kann. Eine solche Art der Befreiung von einem unerträglichen Joch könnte auch im NSU irgendwann kommen, um den Prozess abzuschließen. Wir alle wissen, wie hohl und morsch der ganze Komplex ist. (Es würde reichen, wenn ein renommierter Mainstream-„Experte“ das in einem Artikel zusammenfasst. Aust oder Laabs?)
      In Deutschland haben wir neben dem NSU noch zwei stalinistische Lügenplagen zu ertragen: seit ebenfalls bald 5 Jahren die Euro“rettung“ und seit einem schlimmen Jahr die „Willkommenskultur“. Die Bevölkerung wird hier offensichtlich ganz besonders intensiv psychisch gepeinigt, damit sie hinterher besonders glücklich ist über die Erlösung, selbst wenn sie große wirtschaftliche Probleme mit sich bringt.
      Worin besteht das große Revirement? Es könnte der Wechsel zu der Politik sein, als deren Galionsfigur jetzt Trump aufgetaucht ist. Mir ist schon länger aufgefallen, dass die Präsidentenwahl in Österreich und die Volksabstimmung in Italien (die möglicherweise der Auftakt zum Ende des Euro sein wird) trickreich hinter die US-Wahlen verschoben worden sind.
      Trump hat sich auffällig gegen Merkels Willkommenskultur positioniert, und Merkel ahnt, dass Trump ihr Vollstrecker werden könnte.
      Wenn meine Hypothese stimmt, müssten wir im nächsten halben Jahr, spätestens aber bis zur Bundestagswahl sehen, wohin der Hase läuft und wozu diese extremen Spielchen mit der Psyche insbesondere der Deutschen gedient haben.
      Meine Hypothese ist also, dass Deutschland von zahlreichen Alpträumen befreit wird, damit es die hohen wirtschaftlichen Verluste akzeptiert, die durch einen neuen Protektionismus der Verbündeten und das tatsächliche Ende des Euro entstehen. Es soll aber an die USA gebunden bleiben, weil Trump es ist, der ihm die „linken“ Urheber seiner psychischen Unterdrückung vom Leib schafft: Merkel (die möglicherweise mitspielt) und die Nichtsblicker in den linken Parteien, die sich hervorragend als Sündenböcke anbieten, werden das Damen- und Bauernopfer sein.

      1. @hintermbusch
        Deine diffuse Untergangs-Stimmung verstehe ich. Ich bin beispielsweise gespannt, wie Trump aus der Nummer herauskommt, die er heraufbeschworen hat. Henrik Müller schreibt heute im Spiegel:
        „Der gewählte Präsident tritt an mit dem Versprechen, die Steuern zu senken und die Staatsausgaben zu erhöhen. Ein großes Infrastrukturprogramm soll einen Bauboom auslösen. Ach so, nebenher will er den amerikanischen Staat auch noch entschulden. Wie das alles zusammenpasst, ist schleierhaft“.

        Wo soll das Geld herkommen? Vom Militärhaushalt etwa?

        Trump bräuchte eigentlich eine nicht selbst verursachte Krise mit Crash, darauf folgt ein Schuldenschnitt. Sonst wird er von den neuen Schulden, bzw. höheren Zinsen zerdrückt. Wie soll er seine Programme durchziehen?

        @johannes
        Die indische „Lösung“ ist sehr, sehr hart. Die Leute waren nicht vorbereitet und wurden überrascht. Es zielt auf eine Rettung der Banken ab. Jetzt müsste ein Vermögens- und Schuldenschnitt zügig folgen. Ein Bankrun ist ja jetzt ausgeschlossen, auch Inflation. Ziemlich gerissene Aktion.

        Die „Lösung“ trifft nicht die kleinen Leute direkt, die haben sowieso keine großen Scheinen gehortet gehabt. Es ist die Mittel- und vor allem die Oberschicht, vor allen Dingen, wenn sie Steuern hinterzog und damit das Bargeld nicht schnell einzahlen kann. Hier hält sich mein Mitgefühl in Grenzen.

        Die Frage ist, ob es jetzt im Kreislauf zuwenig Bargeld gibt. Dann müsste die Zentralbank jetzt handeln. Die Gefahr der Hortung von Bargeld dürfte in Indien aber in nächster Zeit gebannt sein, falls nicht, dann sollte die Aktion einfach wiederholt werden. Das Prinzip ist, dass Geld umlaufen muss oder mittel- und langfristig angelegt. Die Leute können ja in ausländischer Währung horten oder in Gold gehen.

  2. G.L.“Wo soll das Geld herkommen? Vom Militärhaushalt etwa?

    Über die Mikrosteuer

    Zu Indien: Ich denke nicht, dass die Oberschicht in Indien Bargeld gehortet hat, bei im Schnitt 8-10 % Inflation. die wären ja bescheuert!
    Diese Aktion traf voll die Mittelschicht und zum Teil die Hälfte aller Inder die kein Bankkonto haben.

    Was ich damit zeigen wollte, ist, daß eine Bargeld(umlauf) gebühr in unseren Breiten (wo ja fast jeder zumindest ein Girokonto hat) nur zu neuen Kosten (um dieses Gebühr zu erheben) und zur Verägerung der grossen Masse der Leute führen wird, die im täglichen Leben noch Bargeld einsetzen. Zudem ist Bargeld noch ein letztes Stück „Freiheit“ die auch in Deutschland (über kurz oder lang) durch Obergrenzen (wie in Frankreich, Italien und Griechenland) beschränkt werden wird.
    In Indien war und ist diese Enteignung zu Gunsten der Banken !! (für Manche) sehr hart , wie G.L. selbst schreibt.
    Der automatische Abzug für Bargeld via Bargeldgebühr ist zwar für Otto Normalverbraucher hierzulande weniger hart, sollte aber, da letzendlich auch n ur und n u r im Interesse der Banken (und zur schleichenden Enteignung der Masse der Bargeldverwender) gefälligst unterlassen bleiben!
    Das angebliche Ziel (mehr Konsum durch mehr Bargeldumlauf) ist sowieso im Zeitalter der Marksättigung ein leicht zu entlarvender Vorwand. Die alleinigen Gewinner einer Bargeldgebühr sind die Banken, deren Buchgeldbestände wachsen, womit sie noch mehr Geld mit dem Buchgeld ihrer Kunden schöpfen können.

    Zu Trump noch ein erneut lesenswerter Artikel von Jakob Augstein

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/was-fuer-donald-trump-spricht-kommentar-a-1117476.html

    1. Hi Johannes,
      Augstein scheint einen Last-Minute-Geistesblitz gehabt zu haben. So ganz wohl fühlt er sich halt doch nicht, wenn er in der Einheitsfront steckt. Andererseits zeigt er damit auch einen Mangel an langfristiger Analyse.
      Die Nachdenkseiten waren dem Salonlinken des Spiegel weit überlegen. Sie haben früh einen kritischen Blick auf Trump, mehr aber noch auf seine Verteufler im Establishment geworfen:
      http://www.nachdenkseiten.de/?p=30660
      Jetzt konnten Sie das Waterloo des Mainstreams richtig genießen:
      http://www.nachdenkseiten.de/?p=35765
      und die Ereignisse weiter sachlich analysieren:
      http://www.nachdenkseiten.de/?p=35733
      Die Nachdenkseiten lagen bei Trump ziemlich nahe bei Todds Analyse, auch wenn ihr eigener Standpunkt traditioneller links ist. Berger ist Augstein journalistisch weit überlegen. Augstein profitiert von seinem Erben-Privileg.

  3. „da hat einer 20 Liter Benzin in einer Gaststätte ausgeleert, ist dann in den Vorraum gegangen und hat versucht, das zu zünden. “

    Die Stelle hatte ich mir auch gemerkt.
    Man muss das mit einer weiteren Aussage verbinden. Die Explosion eines BL-Gemisch ist nur in einem kleinen Fenster möglich. Ansonsten ist das Gemisch zu mager oder zu fett und es passiert nichts oder nichts mehr.

    Das Fenster liegt zwischen 0,8 und 8 Prozent!
    Das heißt bezüglich Zwickaulunte, gleich oder gar nicht und wenn, dann dort wo das „Fenster“ ist.
    Zschäpe kann also brandtechnisch zum Zündungzeitpunt nicht auf der Strasse sein, weil gleich oder gar nicht.

    Deshalb ist im Beispiel oben auch der Luntenleger abgefackelt.
    Das Fenster war beim ihm …

  4. „Vorsitzender Clemens Binninger: – sondern weil die Feuerwehr doch bei den Löscharbeiten, beim Schlauchherumziehen – was auch immer – den Kanister versehentlich wohl dahin bewegt hat. Wenn hier jetzt jemand ein Streichholz reinschmeißt und sofort die Tür zumacht, dann müsste sich doch hier das Benzin entzünden –
    Zeuge Frank Lenk: Ja.
    Vorsitzender Clemens Binninger: – und müsste dann irgendwie sich durchschlängeln durch die
    Wohnung, und da, wo das Luftgemisch am konzentriertesten ist, gibt es die Explosion –
    Zeuge Frank Lenk: Ja, richtig. (…)
    Vorsitzender Clemens Binninger: Aber jetzt noch mal: Sie glauben also, dann würden sich die Flammen quasi – – Hier fliegt das Streichholz oder was auch immer rein, dann entwickeln sich die Flammen hier jeweils durch die offenen Türen, –
    Zeuge Frank Lenk: Ja.
    Vorsitzender Clemens Binninger: – durch den Gang ja wohl, –
    Zeuge Frank Lenk: Ja, und dann zündet das Gas,
    Vorsitzender Clemens Binninger: – und dahinten ist die Konzentration am stärksten, und dann
    zündet es, und dann – –
    Zeuge Frank Lenk: Dann explodiert das. Deswegen hatte ich ja gesagt, ein Ausbringen eines Ottokraftstoffs ist unkontrollierbar. Der explodiert entweder sehr heftig, wo schon Teile bis zu 200 Meter weit fliegen können, was in Brandversuchen ja schon nachgewiesen wurde, oder es passiert wie hier, dass es eine Druckwirkung gibt und die Wände mit hohem Druck nach außen gedrückt werden.“ Anlage 2 – 8. Sitzung_endg. stenogr. Protokoll_18.02.2016, S. 36

  5. „Zeuge Frank Lenk: Dann explodiert das. Deswegen hatte ich ja gesagt, ein Ausbringen eines Ottokraftstoffs ist unkontrollierbar. Der explodiert entweder sehr heftig, wo schon Teile bis zu 200 Meter weit fliegen können, was in Brandversuchen ja schon nachgewiesen wurde, oder es passiert wie hier, dass es eine Druckwirkung gibt und die Wände mit hohem Druck nach außen gedrückt werden.“ Anlage 2 – 8. Sitzung_endg. stenogr. Protokoll_18.02.2016“

    Um das zu verstehen müssen zwei Bedingungen erfüllt werden, zum Einen ein (zumindest teilweise) abgeschlossener Raum, wie die Wohnung dort und zum Zweiten ein zündfähiges Gemisch , bei Benzin und Luft, laut Roger zwischen 0,8% und 8 % Benzin zu Luft ( oder z.B. ein Gemisch von Kerosin mit Luft, hier allerdings anderes Deflagrations- Fenster ), welches dann eine Explosion (exakter Terminus Deflagration!) auslöst.

    1. „Um das zu verstehen müssen zwei Bedingungen erfüllt werden, zum Einen ein (zumindest teilweise) abgeschlossener Raum, wie die Wohnung dort und zum Zweiten ein zündfähiges Gemisch“

      Yep.
      Allerdings wäre in diesem Fall die Anscheins-Zschäpe durch die Explosion bzw. den Trümmern schwer verletzt, wahrscheinlich sogar getötet worden.

      Entweder es explodiert sofort oder gar nicht.
      Es ist einfach nicht möglich, dass Benzin in der Wohnung zwei Minuten vor sich hinbrennt und es dann zu einer Knallgasexplosion kommt.

      1. Zustimmung, kurze Zeit nach Anzünden der „Lunte“, die Zschäpe angeblich gelegt haben soll, kommt es zur Benzindampf Deflagration (nicht zur Knallgasexplosion, da ist Wasserstoff und Sauerstoff im Spiel).

        So wie es aussieht war allerdings nicht Z. an der Lunte, wie auch am (unbeschädigten) Benzinkanister keine DNA Spuren gefunden wurden. Ebenso keine DNA Spuren an a l l e n (über 20) angeblichen den (zweifelsfrei ermordeten) Uwes zugeschriebenen Tatorten bzw. Taten.

        Verständnisfrage: Quelle für die Aussage: dass das Benzin bzw. Deflagrationsbeschleuniger zwei Minuten vor sich hinbrannte?
        Weil es zwei Explosionen (exakter zwei Deflagrationen) gab? Es kann ja auch zweimal gezünde(l)t worden sein, bzw. wegen den vorliegenden ungewöhnlich großen Schäden wurden „Deflagrationsbeschleuniger“ eingesetzt.

        1. „Quelle für die Aussage: dass das Benzin bzw. Deflagrationsbeschleuniger zwei Minuten vor sich hinbrannte?“

          Das ist die offizielle Story.
          Die besagt, dass Zschäpe das Benzin in der Wohnung ausgegossen hat, Bezinspur im Treppenhaus und dann Streichholz.
          Dann vor das Haus und Briefe in den Kasten und dann weiter Richtung Zeugin Antje Herfurth.
          Gefühlt zwei Minuten.
          Oder von mir aus eine.
          Egal welche vernünftige Zeit man ansetzt, so wie offiziell behauptet kann es nicht gewesen sein.

          1. Danke. Zustimmung, so eine Benzinspur explodiert an ihrem Ende bzw. auf dem Weg zum Haupt(benzin)depot entweder sofort oder unter besonderen umständen gar nicht.

  6. Zschäpes drei „Alt“-Anwälte wurden nicht nur von ihr verschmäht, sondern nach ihrer „Entmachtung“ auch in den Medien (bestimmt nicht ganz zu Unrecht) als wenig kompetentes fünftes Rad am Wagen betrachtet.

    Wolfgang Heers Schlussplädoyer scheint jetzt aber großen Eindruck hinterlassen zu haben, sowohl bei Zschäpe wie auch den Medien, die ihm eine „starke Einleitung für das Plädoyer“ bescheinigen, obwohl er nichts geringeres fordert als „die umgehende Freilassung Zschäpes“ – „was auch Zschäpes Wunschanwalt Borchert sichtlich beeindruckt“ (er hatte zuvor in seinem Plädoyer eine Strafe von immerhin bis zu zehn Jahren befürwortet).
    https://www.berliner-zeitung.de/30572880

    Die Brandstifung zerpflückt er als weder „besonders schwer“ noch überhaupt als „schwer“, sondern lässt nur „einfache Brandstiftung“ gelten. Die dafür vorgesehenen max. 10 Jahre sieht er als längst abgebüßt an – 2/3 sowieso durch die andauernde U-Haft, den Rest durch Geständnis und tadelloses Verhalten in der U-Haft sowie „gravierende Verfahrensverstöße“ von Senat und Ermittlungsbehörden.

    Sodann zerlegt er die BAW-Behauptung der „Mittäterschaft“, die Zschäpe unweigerlich lebenslange Freiheitsstrafe einbringen würde. Schon wenn man nur von „Beihilfe“ sprechen könnte, gilt gem. § 27 Abs. 2, § 49 Abs. 1 Nr. StGB: „An die Stelle von lebenslanger Freiheitsstrafe tritt Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahren.“

    Zur Abgrenzung der Mittäterschaft von der Beihilfe hat der BGH (=der gleiche Senat, der für die Zschäpe-Revision zuständig wäre) am 08.12.2015 (Az. 3 StR 439/15) ein interessantes Urteil gesprochen – allein ein Interesse am Gelingen der Tat reiche nicht zu einer Verurteilung als Mittäterin aus:
    „Beschränkt sich die Beteiligung an einer Raubtat auf die Mitwirkung beim Ausspähen des Tatortes sowie auf die passive Begleitung des (Haupt-)Täters auf dem Beifahrersitz des für die Fahrt zum Tatort gebrauchten Kfz, begründet das regelmäßig keine (Mit-)Täterschaft. Ein gemeinsamer Tatentschluss sowie das Interesse am Gelingen der Überfälle vermag daran nichts zu ändern.
    Anders kann sich die Lage darstellen, wenn der Beteiligte absprachegemäß auf dem Fahrersitz fluchtbereit auf den Haupttäter wartet und nach der Durchführung der Tat das Fluchtfahrzeug fährt.“
    https://www.hrr-strafrecht.de/hrr/3/15/3-439-15.pdf

    Für Heer eine Steilvorlage: „Niemand, nicht einmal die Bundesanwaltschaft behauptet, Frau Zschäpe habe an den Morden und Bombenanschlägen direkt mitgewirkt.“
    Das bloße Vorspiegeln alltäglicher Normalität und einer geregelten Existenz des in den Untergrund abgetauchten Trios werde rein „durch Formulierungen wie ,abtarnen‘ und ,einen sicheren Rückzugsraum schaffen‘“ von der Anklage zur Mittäterschaft aufgemotzt und Zschäpe zur Statthalterin aufgebauscht, obwohl sie nur „in ihrer Wohnung lebte, während die anderen beiden unterwegs waren.“

    Auch für eine „psychische Beihilfe“ – und nur darum könnte es bei Zschäpe gehen – hat der BGH in früheren Urteilen die Grenzen sehr eng gezogen. Eigentlich selbstverständlich, oder wurde jemals irgendeine Verbrecher-Gattin als Mittäterin oder auch nur wegen Beihilfe zur Verantwortung gezogen, bloß weil sie von einem üppigen Haushaltsgeld profitierte, von dem sie vernünftigerweise wissen musste, dass es nicht legal erworben sein konnte? Wäre die Praxis anders, dann hätte man ausführlich von Ermittlungen gegen die in München nicht ganz unbekannte Frau Hoeneß lesen können …

    Die technische Seite der Brandstiftung greift Heer allerdings nicht auf – damit würde er Zschäpes Geständnis von 2015 als Lüge entlarven, was taktisch unklug wäre. Dass die Lüge entschuldbar, weil Teil eines Deals sei, kann man zwar mit guten Gründen vermuten.
    Ohne wasserdichten Beweis aber nicht offiziell:
    Der Vorsitzende Richter Götzl gab letzten Sommer bekannt, dass es „Gespräche im Hinblick auf eine Verständigung“, also einen Deal über das Strafmaß, nicht gegeben habe,
    https://blog.zeit.de/nsu-prozess-blog/2017/07/19/das-schwierige-ende-des-nsu-prozesses/#more-13405

    1. Die Brandstiftung, die Heer in seinem Verteidiger-Schlussplädoyer als einzige justiziable Zschäpe-Tat stehen ließ (aber nur in der einfachen Version), schlägt doch nochmals Wellen: Um seine Thesen zu untermauern, hatte er beantragt, erneut einen Brandgutachter des Bayerischen Landeskriminalamts ins Gericht zu laden. Es schien kaum glaubhaft, dass das Gericht in diesem Prozess-Stadium sich nochmals auf so was einlassen würde.

      Irrtum: „Überraschend tritt der NSU-Prozess heute wieder in die Beweisaufnahme ein: Das Gericht hört den Brandsachverständigen Christian Setzensack vom Bayerischen Landeskriminalamt. Der Gutachter wurde auf Antrag der Verteidiger von Beate Zschäpe geladen“, berichtet der ZEIT-NSU-Blog heute morgen zum 436. Prozesstag.

      Steht die Anklage doch auch nach Götzls Meinung auf tönernen Füßen? Geht es nur um die Frage einfache oder schwere Brandstiftung (bedingter Mordvorsatz)? Oder auch um die Frage, wie Brandstiftung ohne Fernzünder aber auch ohne Eigenverletzung technisch überhaupt möglich gewesen sein soll? Oder soll gerade die wiederholte Frage nach der Schwere der Brandstiftung einmal mehr ablenken von der eigentlich vorrangigen, aber völlig ungeklärten Frage nach dem technisch unmöglichen Ablauf dieser Brandstiftung?

      Gericht, Anklage und Verteidigung geben sich jedenfalls seit langem einerseits prozessmüde, andererseits scheinen sie sich in heimlicher diebischer Freude daran zu ergötzen, abwechselnd immer wieder einen Verlängerungsgrund zu finden, mit dem sie die Öffentlichkeit „überraschen“ können. Einen Verlängerungsgrund, der wichtige Fragen betrifft, aber dennoch messerscharf an den Kernfragen vorbeigeht.

    2. Frank Dieter Stolt war international bekannter Brandsachverständiger und kritisierte die offiziellen Ermittlungen zum WoMo-Brand in Eisenach-Stregda und zum Wohnungsbrand in der Zwickauer Frühlingsstraße.

      2015 war er selber an den Ermittlungen zur Todesursache von Florian Heilig beteiligt. Dort kam er allerdings zu dem Schluss, dass Heillig den Brand selbst ausgelöst habe, nach seiner Bewertung durch eine „offene Flamme“, für eine „mögliche Fernzündung“ hätten „keine hinreichenden Anhaltspunkte festgestellt“ werden können.

      Im Fall Heilig war ein anderer kritischer – einer, der inzwischen aber auch nicht mehr reden kann:
      „Der Rechtsmediziner Heinz-Dieter Wehner hatte dagegen festgestellt, dass der Tote zwar noch lebte, als er verbrannte, aber einen tödlichen Medikamentencocktail in sich hatte und handlungsunfähig gewesen sei. Nach Wehner, der inzwischen ebenfalls verstorben ist, wäre ein Selbstmord also keinesfalls erwiesen.“

      Nachdem Stolt jetzt im Alter von 62 Jahren in einem Krankenhaus in Mannheim aus unklarer Ursache gestorben ist, hat seine Familie eine Obduktion in Auftrag gegeben,
      https://www.heise.de/tp/features/Ungeklaerter-Tod-eines-NSU-Brandermittlers-4091711.html

  7. Als Mittäterin, die laut BAW die (Mord-)Taten der Uwes gewollt habe, dürfte Zschäpe nicht folgende Eigenschaften und Verhaltensweisen gezeigt haben, die im Prozess ausführlich dargelegt (und m.W. nicht widerlegt) wurden:

    a) Sie wollte am Beginn des Abtauchens sich stellen (im Gegensatz zu den Uwes , die zumindest damals zwar nicht morden, aber nach Südafrika weiterfliehen wollten). Und am Ende, nach dem 4.11.11, hat sie sich gestellt. Dazwischen lange Jahre einer psychischen Abhängigkeit von den Uwes, die die Anklage erst mal widerlegen können müsste, um sie z.B. wenigstens in eine „psychische Beihilfe“ umdeuten zu können. Sie als treibende Kraft des Trio bzgl. Mordtaten zu betrachten, ist jedenfalls völlige Fantasterei bzw. BAW-Wunschdenken.

    b) Die ominöse, zentrale Ceska konnten die Uwes nur hinter ihrem Rücken im Empfang nehmen. Der von ihnen befürchtete Widerstand wäre also heftig und stressig ausgefallen, nicht nur so nebenbei wie (wenn überhaupt) bei den Ehefrauen von Wirtschaftskriminellen im Nadelstreifenanzug.

    c) Im Untergrund tröstete sie alleinerziehende Hartz-IV-Empfängerinnen und half immer wieder mal mit Geld. Nicht gerade typisch für Gangster-Bräute; letzteres könnte sogar das allgegenwärtige Tarnungs-Bedürfnis gefährden.

    d) Sie galt als katzen- und kinderlieb. Jugendlichen riet sie von der schiefen Bahn ab – auch von der rechtsradikalen. So viel Selbstleugnung muss eine angeblich blutrünstige Fanatikerin erst mal hinbekommen. Und zunächst auch mal wollen – aber wozu eigentlich? Oder hat sie beim gemütlichen Kaffee-Tratsch einfach ihren Fanatismus vergessen, so wie die Uwes nach den Morde Bekennerbriefe?

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