Kiesewetter-Freundin wirft Polizei-Kollegen NSU-Vertuschung vor

Der Schlüssel liegt in Thüringen, um die Verbrechen, die dem National-Sozialistischen-Untergrund (NSU) zugeschrieben werden, aufzuklären. Zwei Verbrechen hängen eng miteinander zusammen: Die Ermordung der thüringer Polizistin Michele Kiesewetter sowie der ehemaligen Neo-Nazis Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt.

Am 04.11.11 hätten Mundlos und Böhnhardt den Freitod gewählt. Daraufhin hätte Beate Zschäpe die sogenannten NSU-Bekennerfilme verschickt, in denen sich das Duo zum Mord an Kiesewetter bekennen würde. An dieser Darstellung gibt es begründete Zweifel, die breit dargestellt sind.

Aber welchen anderen Hintergrund könnten die Morde an Kiesewetter, Mundlos und Böhnhardt haben? 

Eine interessante Person ist der Onkel von Kiesewetter, Mike Wenzel. Der thüringer Polizist hatte beruflich mit Neo-Nazis aus dem NSU-Umfeld zu tun. Er kannte sogar die Namen Mundlos, Böhnhardt, bereits vor dem 04.11! Folgende Grafik veranschaulicht die Verbindungen. 

Wenzels Chef war Michael Menzel, der am 04.11. den dubiosen Einsatz gegen die (angeblichen) Bankräuber Mundlos, Böhnhardt leitete und (angeblich) die Dienstwaffe Kiesewetters währenddessen in einem Wohnmobil fand. Menzel verstrickte sich in seinen Aussagen vor dem NSU-Untersuchungsausschuss in große Widersprüche, seine Glaubwürdigkeit ist angeschlagen. Er wird verdächtig, den Tatort zerstört bzw. manipuliert zu haben.

Es fällt damit auch auf Mike Wenzel ein Schatten. Es ist schwer vorstellbar, dass die Verbindung vom Heilbronner Polizistenüberfall zur „Selbstenttarnung des NSU“, also von Kiesewetter über Wenzel zu Menzel, nur ein großer Zufall gewesen sein soll.

Gestützt könnten diese Zweifel durch Aussagen der ehemaligen Lebensgefährtin und thüringer Polizistin Anja Wittig werden. Sie war mit Michele Kiesewetter befreundet, sie war zeitweise die Lebensgefährtin von Wenzel.

Die „Thüringer Allgemeine“ berichtet genaueres über Vorwürfe, die sie an die thüringer Polizei richtet.

Wittig wirft Kripo-Kollegen aus Saalfeld vor, sie hätten „eine Anzeige gegen einen Helfer des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ NSU einfach ignoriert“. Es geht um Strafvereitelung im Amt. Daraufhin zeigten sie ihre eigenen Kollegen ihrerseits wegen „falscher Verdächtigung“ an. Die Staatsanwaltschaft Gera klagte Wittig an.

Im November 2012 sollte eigentlich die Gerichtsverhandlung beginnen. Doch immer wieder scheitert der Beginn wegen fehlender Aussagegenehmigungen oder Gutachten. Großen Anteil trägt das derzeit SPD-geführte Innenministerium, die die Genehmigungen offenbar nur zögerlich erteilt. Dort arbeitet übrigens (zufälligerweise) Michael Menzel, Referatsleiter Kriminalitätsbekämpfung.

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Die Thüringer Allgemeine schreibt, um wem es sich bei den Vorwürfen Wittigs dreht. Um keinen geringeren als um Andre Kapke!

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Kapke spielte eine zentrale Rolle bei der sogenannten „Flucht“ des Trios im Jahr 1998. Ein Polizist verdächtigte ihn, ein Informant des Geheimdienstes „Verfassungsschutz“ zu sein. Und: Kapkes Handy war in einer Eisenacher Funkzelle eingeloggt, als dort die Leichen Mundlos und Böhnhardts am 04.11. gefunden wurden.

„Knapp zwei Stunden nach dem Banküberfall in Eisenach am 04. November 2011 buchte sich sein Mobiltelefon für zwölf Minuten in eine Eisenacher Funkzelle ein – exakt der Sendebereich, in dem das Wohnmobil mit den beiden Leichen parkte.“ (Jürgen Roth, „der tiefe Staat„)

Mehr Infos über Andre Kapke:

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Während ihrer Vernehmung im thüringer U-Ausschuss im März 2014 sagte Anja Wittig kein Wort über Kapke, siehe Protokoll. Die Frage ist, warum die Abgeordneten nichts über den Fall nachfragten!

Mehr Infos zum Thema:

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2 Gedanken zu „Kiesewetter-Freundin wirft Polizei-Kollegen NSU-Vertuschung vor“

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