Hisbullah-Spur verbindet Polizistenüberfall mit Ceska-Mordserie

Der Heilbronner Polizistenüberfall und die Ceska-Mordserie könnten einen gemeinsamen Hintergrund haben, der bisher unbeachtet blieb. Die damaligen Ermittlungsergebnisse stellen ein wichtiges Puzzleteil zur Aufklärung dar, welches viele der bis heute bestehenden Ungereimtheiten auflöst. Das Bindeglied der Verbrechen könnte ein staatsterroristisches Vorgehen gegen politisch und religiös Andersdenkende sein. Im Umfeld mancher Opfer der Ceska-Mordserie wären Bezüge zur „türkischen bzw. kurdischen Hisbullah“ da gewesen. Ein schiitischer Hisbullah-Vertreter, also einer anderen Organisation, fand die überfallenen Polizisten auf der Theresienwiese, noch bevor überhaupt die Rettungs- und Polizeikräfte eintrafen. Gerade an diesem Tag wollte der „Verfassungsschutz“ in Heilbronn einen Informanten aus der islamistischen Szene anwerben. Alles Zufall oder verhinderte eine deutsch/türkische Gladio-Einheit die Anwerbung, indem es ein Zeichen gegen Teile des deutschen Sicherheitsapparats setzte?

Der damalige Vizepräsident (1993 bis 2010) des Bundeskriminalamtes (BKA) Bernhard Falk sagte im NSU-Untersuchungsausschuss aus, dass es im Opfer-Umfeld der Ceska-Mordserie Bezüge zur „Hisbullah“ gegeben hätte. Auch seien in der Zeit in Deutschland lebende Mitglieder in die Türkei gelockt, am Flughafen in Istanbul festgenommen und hingerichtet worden. Hier geht es zu einem Bericht.

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„Am 19. November flog der Schwiegersohn dem Ladeninhaber hinterher, nachdem dieser bei seinen Verwandten nicht angekommen war. Seiner Frau hatte der Schwiegersohn nur gesagt, er wolle ein paar Tage Urlaub machen. Auch er verschwand spurlos. Recherchen vor Ort ergaben, dass der junge Mann am 19. November 1999 auf dem Flughafen in Istanbul angekommen, aber sofort festgenommen worden war. Möglicherweise habe man beide mit der kurdischen Freiheitsbewegung PKK in Verbindung gebracht. (…)
Die folgenden Untersuchungen führten die Ermittler zu einem Massengrab bei Istanbul. Zwei der zehn Männerleichen, die darin lagen, identifizierte die Polizei schliesslich als den Blumenhändler, der auch in Laichingen einen Laden unterhielt, und seinen Schwiegersohn.“ (swp)

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Hier äußerte sich Falk zur „Hisbullah-Spur“.

[spoiler]“Also, diese Hisbullah-Spur ist für eine gewisse Zeit im Ceska-Komplex mit bearbeitet worden. Aber ich sagte schon, sie war relativ schnell erledigt, weil die Ermittlungen nicht ergeben haben, dass das eine begründete Spur ist, um die Urheber der Ceska-Morde zu finden.

Daneben hat es ein eigenes Ermittlungsverfahren gegeben bei der Staatsanwaltschaft Karlsruhe. Das ist eingeleitet worden, nachdem Hisbullah-Mitglieder, die in Deutschland lebten, in die Türkei gelockt worden waren und dort als Bestrafungsmaßnahme umgebracht wurden. Das sind Informationen, die wir aus der Türkei damals erhalten hatten, nachdem in der Türkei ein Zugriff der Sicherheitsbehörden auf die Organisation der Hisbullah  vorgenommen worden war. Man müsste jetzt einen Exkurs über die Hisbullah machen, um die Bedeutung dieses Zugriffs in der Türkei darzulegen. Das würde jetzt sicher zu weit führen.

Das Ermittlungsverfahren hat sich dann damit befasst, ob hier in Deutschland kriminelle oder terroristische Strukturen der Hisbullah entstanden sind, die als Organisationsdelikt zu verfolgen gewesen wären. Und die Spur „Hisbullah“  im Ceska-Komplex, also eine gesonderte Angelegenheit, hat sich nur daran festgemacht, dass es Hinweise gab, dass im Umfeld von Opfern – mir ist in Erinnerung, dass der Tatort Dortmund genannt worden ist – sich irgendein Bezug zur türkischen Hisbullah  ergeben könnte.“ (Bundestag)[/spoiler]

Für den Blogger „fatalist“ wären „die Morde in Istanbul Staatsmorde“ gewesen.

„Wer bekämpft die Türkische Hizbullah, und wer ist in der Lage, am Flughafen Istanbul Leute zu verhaften, weil man sie mit der Türkischen Hizbullah, einer Kurden-Untergrund-Armee, in Verbindung bringt?“

Ist nicht schwer zu erraten: Die Türkischen Sicherheitsbehörden, der Türkische Geheimdienst. Ergenenkon, auch Türkisch Gladio genannt.“(fatalist)

Gleichzeitig legt er eine dreiste Falschaussage des ehe. Vizepräsidenten (2010 bis 2013) des BKA, Jürgen Maurer, bloß. Im U-Ausschuss des Bundestages behauptete Maurer, dass die Mörder der Hisbullah-Vertreter von der Organisation selbst stammten!

„Zeuge Jürgen Maurer: Die Türkische Hizbullah-Spur stellte eine Verbindung her, dass zwei tote türkische Personen in Istanbul gefunden worden waren, Täter Türkische Hizbullah, und diese Personen hatten Kennbeziehungen zu zwei Opfern aus der CeskaSerie.“ 

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Dr. Eva Högl (SPD): Aber einen Verdacht zur Türkischen Hizbullah hatten Sie auch nicht.

Zeuge Jürgen Maurer: Doch, den hatten wir.

Dr. Eva Högl (SPD): Da gab es auch keine Informationen zu.

Zeuge Jürgen Maurer: Doch, doch, den hatten wir. Ich weiß nicht, in welchem Maße die Türkische-Hizbullah-Spur hier bearbeitet wurde. Natürlich hatten wir den, und zwar manifest. Wir haben ihn nur instrumentalisiert im Sinne des Ceska-Verfahrens.

Dr. Eva Högl (SPD): Aber dieser Verdacht stellte keine Verbindung zwischen den neun Mordopfern her? Das war kein verbindendes Element?

Zeuge Jürgen Maurer: Die TürkischeHizbullah-Spur stellte eine Verbindung her, dass zwei tote türkische Personen in Istanbul gefunden worden waren, Täter Türkische Hizbullah, und diese Personen hatten Kennbeziehungen zu zwei Opfern aus der CeskaSerie. Da hatten wir eine Verbindung. Nur, sie war bedeutungslos, weil es halt nur simple Kennverhältnisse waren. Das wissen ja heute, dass es bedeutungslos war. Der Mordakt der Türkischen Hizbullah in Istanbul war nicht bedeutungslos.“[/spoiler]

Fatalist: „Die Mörder kamen vom Türkischen Staat, Herr Maurer, und eben gerade NICHT von der Hizbullah. Eine grobe Desinformation, eine Falschaussage, ein typischer BKA “Irrtum” vor einem Parlamentarischen Untersuchungsgremium, das zu Belügen a) Standard war und b) folgenlos, weil die “Aufklärer” sowieso nur Placebos waren und sind.“

Tatort „Theresienwiese“

Ein Vertreter der Hisbullah, Jamil Ahmad C., war als einer der ersten in der Theresienwiese bei den überfallenen Polizisten! Der Journalist Thumilan Selvakumaran berichtet von dessen Vernehmung im müncher NSU-Prozess.

“… Und es gibt Fragen zum Einsatz von V-Leuten in Tatortnähe. Der Verfassungsschutz dementierte einen “Stern”-Bericht, in dem es heißt, dass eine US-Geheimdienstoperation gegen Islamisten wegen einer Schießerei auf der Theresienwiese abgebrochen wurde. 

Doch tatsächlich ist unter den ersten Zeugen am Tatort ein hochrangiger Hisbollah-Mann: Jamil C.. Dokumente bestätigen den Einsatz eines LfV-Beamten mit dem Tarnnamen “Huber” an jenem Mittwoch in Heilbronn. 

Jamil C. beschrieb als Zeuge vor Gericht, wie er am Tatort die beiden Opfer aus dem Auto ragen sah. Ernsthafte Nachfragen, was er dort gemacht hat, gab es in München aber nicht….” (tagblatt)

Ein Kommentator des Artikel kritisierte das Desinteresse und den fehlenden Aufklärungswillen des müncher Gerichtes:

„Und was macht eigentlich Richter Götzl? Er, der als akribisch und detailversessen gilt, muss doch zumindest noch irgendwo im Hinterkopf von diesem vermeintlichen DIA-Protokoll wissen; von Verfassungsschützern und Islamisten, um die es darin geht. 

Und dann hat er ein waschechtes Hisbollah-Mitglied als quasi ersten Zeugen am Tatort vor sich sitzen und fühlt sich nicht dazu bemüssigt, zumindest mal etwas detaillierter nachzufragen? Und die versammelte deutsche Presse lässt ihm dies durchgehen?

Mit Verlaub, dieser gesamte Prozess, inkl. der damit verbundenen Berichterstattung, ist doch nur eine einzige Farce.“ (zeit)

Der Ermittlungsbericht der Staatsanwaltschaft Heilbronn berichtet von seiner Aussage bei der Sonderkommission „Parkplatz“.

An dem Tag des Überfalls ging Jamil Ahmad C. von seiner Wohnung in Heilbronn-Böckingen gegen 13:00 in Richtung Bahnhof. Als er zurückkehrte, kommt er an der Theresienwiese vorbei und sieht die überfallenen Polizisten, noch bevor die ersten Polizisten und Rettungskräfte ankommen. Er befühlt den Puls und bemerkt, dass Kiesewetter nicht mehr atmet. (Keine Quelle)

[spoiler]8.1.8 Jamil Ahmad C.

Der Zeuge Jamil Ahmad C. gab in seiner ersten Vernehmung vom 26.04.2007 an, dass er am 25.04.2007, gegen 12.45 Uhr, von seiner Wohnung in Heilbronn-Böckingen in Richtung Hauptbahnhof Heilbronn gelaufen sei. Zu diesem Zeitpunkt sei der Streifenwagen noch nicht an der späteren Stelle gestanden. Kurz nach 14 Uhr sei er wieder Richtung Wohnung gelaufen. Als er von der Bahnhofstraße in die Frankfurter Straße eingebogen sei, habe er gesehen, wie ein Taxi, Daimler Chrysler, A-Klasse, auf den Parkplatz eingefahren sei. Das Taxi sei mit hoher Geschwindigkeit gefahren, es habe sehr gestaubt. Das Taxi sei auf die andere Seite des Verteilerhäuschens gefahren. Als er dann auf dem Fußweg parallel zur Hafenstraße gelaufen sei, sei das Taxi wieder weggefahren, allerdings jetzt mit normaler Geschwindigkeit Richtung Karlsruher Straße.

Er habe nicht darauf geachtet, ob sich Fahrgäste im Taxi befanden. Zu diesem Zeitpunkt sei der Streifenwagen bereits im Bereich der Trafostation mit offenen Türen gestanden.

Der Zeuge hatte den Eindruck, dass auf der Fahrerseite etwas auf dem Boden liegen würde. Er sei dann Richtung Böckingen weiter gelaufen. Auf der Neckarbrücke habe sich ein Ehepaar mit Kinderwagen aufgehalten. Der Mann sei ca. 40 Jahre, sie ca. 30 Jahre alt gewesen. Dort habe sich auch ein ca. 30 Jahre alter Mann mit Fahrrad befunden.

Dieser sei mit einem hellgelben Trägershirt und einer kurzen braunen Hose bekleidet gewesen. Während ihm der Radfahrer nicht bekannt gewesen sei, habe er das Ehepaar gekannt, sie wohnten in einem Wohnblock in der Nähe der Aral-Tankstelle in der Neckargartacher Straße. Die Drei seien auf dem Fußweg gestanden und hätten zu dem Streifenwagen hinüber geschaut.

Er sei dann zu dem Streifenwagen gelaufen und habe beim näherkommen erkannt, dass auf dem Boden eine Polizistin gelegen sei. Sie sei mit dem Körper außerhalb des Streifenwagens gelegen. Ihre Füße hätten sich noch im Fußraum befunden. Er sei dann um das Fahrzeug herumgegangen und habe gesehen, dass ein weiterer Polizeibeamter wie seine Kollegin auf dem Boden gelegen habe. Er habe festgestellt, dass die Polizeibeamtin nicht mehr atmete, der andere Polizeibeamte habe noch geatmet. Kurze Zeit später seien dann weitere Streifenwagen mit Martinshorn gekommen und eine Polizeibeamtin hätte ihn weggeschickt.

Bei einer erneuten Vernehmung am 22.04.2009 wiederholte er die Aussage über die von ihm beobachtete Fahrt des Taxis, das zunächst mit hoher Geschwindigkeit auf die Theresienwiese einfuhr und nach kurzer Zeit wieder wegfuhr. Im Gegensatz zu seinen früher gemachten Angaben gab der Zeuge jetzt an, dass das Taxi die Theresienwiese auch mit hoher Geschwindigkeit verlassen hatte. Auch relativierte er in seiner letzten Aussage die von ihm beobachtete Lage der getöteten Polizeibeamtin. Nunmehr gab er an, dass sie lediglich mit dem Oberkörper aus dem Fahrzeug hing, allerdings noch auf dem Fahrersitz gesessen habe. Möglicherweise sei er bei den ersten Vernehmungen nicht richtig verstanden worden.“[/spoiler]

Handelt es sich bei ihm um den bis heute unbekannten Islamisten, den der Verfassungsschutz in Heilbronn anwerben wollte? Mehr Infos: „Kiesewetter Mord: Geheimdienst wollte Islamist anwerben!“ 

Ist es Zufall, dass der Stiefvater Arnolds beim „Verfassungsschutz“ war und ausgerechnet Martin Arnold bei der überfallenen Streife dabei war? War Kiesewetter möglicherweise dort im Einsatz, weil sie durch ihre privaten Kontakte etwas beizutragen wusste? Wusste der Onkel Kiesewetter, Mike Wenzel, deshalb von der Verbindung zwischen den Ceska-Morden und den Überfall auf seine Nichte? Waren Böhnhardt/Mundlos als (mögliche) deutsche Gladio-Aktivisten an der Ceska-Mordserie gegen die „Hisbullah“ beteiligt? 

Zwei Polizisten aus Kiesewetters Einheit, ihr Zugführer und ehe. Ku Klux Klan Mitglied Timo H., befanden sich in genau der Zeit am Bahnhof. Der Einsatzplan könnte also gewesen sein, den Hisbullah-Mann zu beschatten und ggf. vor Angriffen zu beschützen. Gab es einen Verräter, der den „Gladio“-Attentätern den Standort Kiesewetter/Arnolds mitteilte?

7 Gedanken zu „Hisbullah-Spur verbindet Polizistenüberfall mit Ceska-Mordserie“

  1. Ich verstehe noch nicht, in welcher Weise Ahmad Chehade eine Verbindung zwischen dem Polizistenmord und den Ceska-Morden herstellen soll!
    Aust/Laabs sagt, dass Chehade ein libanesischer Amal-Mann sei. Die Amal-Miliz oder -Partei ist nach heftigen Fehden seit einiger Zeit eng mit der libanesischen Hizbullah verbündet. Und ja, die kurdische Hizbullah ist bei den Ceska-Morden erwähnt worden (Genauer geht es um die Morde an zwei Laichinger Blumenhändlern in der Türkei, die vielleicht deshalb nicht wirklich zu den Ceska-Morden im engeren Sinne gezählt werden, weil sie unmöglich vom Jenaer „Trio“ begangen worden sein können). Diese Gruppe hat auch eine (blutige) Contra-Rolle im Kampf der türkischen Regierung gegen die PKK gespielt. Das könnte also zu den Ceska-Morden passen.
    Der entscheidende Punkt ist aber, dass eine Verbindung zwischen der libanesischen und der kurdischen Hizbullah angeblich nicht besteht, also explizit konstruiert und nachgewiesen werden müsste. Derzeit sehe ich jedenfalls keinen Bezug von Chehade zu den Ceska-Morden.

    1. Nachtrag:
      Dass die Übereinstimmung der Namen zu wenig ist, zeigt schon die Tatsache, dass die libanesische Hizbullah schiitisch und die kurdische sunnitisch ist. Der Name „Partei Gottes“ ist in der islamischen Welt vielfältig nutzbar.

        1. Das geht jedem so, dass er sich mal verrennt. ist kein Beinbruch, passiert halt. Mir auch.

          Dieser Chehade dürfte das Ziel des LfV Stuttgart an jenem Tag in Heilbronn gewesen sein, oder das Ziel war Jemand, den der Chehade treffen wollte…

          Chehade ist Taxifahrer, steht am Bahnhof, und wo war Timo Heß ? Am Bahnhof, in zivil…

          Weiterhin gibt es die V-Mann Info, dass an jenem Tag auf der Theresienwiese ein Drogen-Fahrzeug stand, wir reden von 10 kg Heroin oder Kokain…

          Daraus liesse sich eine Observationsthese zusammenbauen, demnach 2 Polizisten mehrfach an jenem Tag zur T-Wiese geschickt wurden, „tut so als ob ihr Pause macht“, und dort das defekte Drogenauto im Blick behalten sollten.

          Nur eine Verbindung zu den Dönermorden bekommt man so nicht hin. Dazu braucht man die kurdische Hizbullah und BKA-Vize Falk. Simsek, Kubasik, Laichinger Blumenhändler. 3 Kurden, 2 erschossen und verscharrt 1999 in Istanbul, Nr. 3 erschossen 4.10.2011.

          Und da fehlen uns die Akten zum Hizbullah-Verfahren in Karlsruhe, welches Falk erwähnte…

  2. Ausserdem ermittelte die Polizistin doch Undercover im Drogem.-bekanntlich finanzieren sich solche Org. gerne mit Drogen.

    Und ein US Agent war auch noch am Tatort.Der wollte nach paar Jahren aussagen was er gesehen hatte-die Behörden meldeten sich aber nie bei ihm….

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