Opferanwalt Martinek kritisiert NSU-Prozess

Am 06.01.2011 strahlte der SWR eine mutige Aussage von Walter Martinek aus. Er ist Anwalt von Martin Arnold, einem Geschädigten des Heilbronner Polizistenüberfalls. Arnolds damalige Kollegin Michele Kiesewetter überlebte nicht das Attentat. Die Einschätzung von Martinek, den münchner NSU-Gerichtsprozesses betreffend, ist, dass der Geheimdienst „Verfassungsschutz“ „uns Sachen vorenthält. Prinzipiell vorenthält und sich auch im Recht fühlt, diese vorzuenthalten.“

heilbronner-polizistenueberfallQuelle: youtube, swr

Es wäre nach dem Heilbronner Polizistenüberfall sinnvoll gewesen,

„… das berufliche und das private Umfeld des Mordopfers Kiesewetter und auch meines Mandanten zu durchleuchten, zu durchforschen und warum das nicht gemacht wurde, das ist für mich nicht verständlich.“

„Diese ganzen einfach unterstellten Zufälle. Ich komme aus Zwickau nach Heilbronn, aus irgendwelchen Gründen verlängere ich die Mietdauer des genutzten Wohnmobiles. Ich komme dann im Verlängerungszeitraum an diesen Ort, wo zufällig mitten  in der Öffentlichkeit in der Theresienwiese dann dieses Polizeiauto da parkt und erschieße dann zufällig eine Polizeibeamtin, die wiederum zufällig aus dem selben Bundesland, teilweise fast aus dem selben Bekanntenkreis, wenn man den weit fasst, stammt, da habe ich persönlich meine Zweifel.“

Es bestehen tatsächlich offene Fragen, beispielsweise über Michele Kiesewetters Chef Thomas B. Seine Version des Tages steckt voller Widersprüche:

NSU: Kiesewetter-Chef Thomas B. verstrickt sich in Widersprüche

55 Gedanken zu „Opferanwalt Martinek kritisiert NSU-Prozess“

  1. Wie SPON Heilbronn vertuscht:

    ” Merkwürdig erscheinen indes Details, die die Recherchen der Ermittler zutage gefördert hatten. So stammte Michèle Kiesewetter aus einem kleinen Ort in Thüringen, in dem ein Schwager des mutmaßlichen NSU-Unterstützers Ralf Wohlleben zeitweise einen Gasthof betrieb. Jedoch sind nach Darstellung des Bundeskriminalamts (BKA) weder Kiesewetter noch Zschäpe, Böhnhardt oder Mundlos jemals dort eingekehrt. Darüber hinaus war Kiesewetters damaliger Gruppenführer bei der Bereitschaftspolizei einst Mitglied im deutschen Ableger des rassistischen Geheimbundes Ku-Klux-Klan. Dem BKA zufolge gibt es trotzdem keinen Zusammenhang zwischen der rechten Vergangenheit des Polizisten und dem Anschlag in Heilbronn, an dessen Aufklärung die Ermittler aus Baden-Württemberg jahrelang gescheitert waren.”

    https://machtelite.wordpress.com/2014/11/02/nsu-komplex-drei-jahre-systematische-vertuschung/

  2. Martinek hat aus meiner Sicht über den Prozess nichts gesagt, sondern die Ermittlungen und vielleicht die Anklage hart kritisiert.
    Drei Dinge sind aber klar:
    – die Ermittlungen nach dem Mord waren „unter aller Sau“
    – die „Beweise“ für die Täterschaft von B+M datieren alle nach dem 4.11.2011 und riechen stark nach „Roten Heringen“
    – das in der Anklageschrift genannte Mordmotiv ist unglaubwürdig
    Wenn man dann noch berücksichtigt, dass mit dem merkwürdigen „Phantom von Heilbronn“ die Öffentlichkeit wohl 2 Jahre lang bewusst hingehalten wurde, muss man annehmen, dass die Behörden in Baden-Württemberg etwas Großes, in das sie selbst verwickelt sind, mit großem Aufwand vertuscht haben. Die Alleintäterschaft von B+M wäre dann die Fortsetzung dieser Vertuschung mit anderen Mitteln, nicht die Aufklärung der Tat.
    Es kann weiterhin sein, dass auch rechte Umtriebe dahinter stecken, das ist aber nicht zwingend und wahrscheinlich nicht der Kern der Sache.

    1. Da der sogenannte Verfassungsschutz eine staatliche Einrichtung ist, müsste er beim (staatlichen) Prozess eine konstruktive Rolle spielen. Deswegen setze ich seine Kritik am Verfassungsschutz gleich mit Kritik am Prozess.
      Im Umkehrschluss hätte Mike Wenzel dann ja schon 2007 die „Idee“ mutwillig in die Welt gebracht, den Mord an Kiesewetter mit der Ceska-Mordserie zu verbinden. Warum hätte er das einfach so machen sollen, um von den „wahren Mördern“ abzulenken und eine falsche Spur zu legen?

      1. Ich weiß nicht sicher, ob Onkel Mike die Idee schon 2007 in die Welt gebracht hat. Ich weiß nur, dass er nach 2011 gesagt hat, er habe die die Idee schon 2007 in die Welt gebracht. Der Unterschied ist natürlich wichtig, aber vielleicht nicht hinreichend zu klären, wenn man Aussagen von staatsnahen Personen wenig Vertrauen entgegenbringt.

  3. Onkel Mike hat nur erzählt, was sein Kollege Uwe Möller ihm (völlig falsch) erzählt hatte. Gleiches Kaliber Heilbronn und Türkenmorde.
    Ist Blödsinn: 9 mm Luger und 7,62 mm Tokarew sind nicht 7,65 mm Browning und 6,35 mm Browning.
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    Es bringt wenig, sich ständig erneut mit Blödsinn zu befassen. Es sei denn man will ablenken vom Wesentlichen.
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    Martinek meint, bei gründlicher Ermittlung des beruflichen und privaten Umfeldes der Polizisten-Opfer wäre man auf die Verbindung der Uwes zu den Polizisten gestossen.
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    Und er meint wohl, der Verfassungsschutz wisse von dieser Verbindung, vertusche sie aber.
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    Er sagt nicht, diese Verbindung beträfe nur Kiesewetter.

    1. Onkel Mike gehörte bekanntlich sowohl zum privaten als auch (indirekt) zum beruflichen Umfeld von Kiesewetter. Das beweist nichts, legt aber schon nahe, dass er etwas gewusst/geahnt haben könnte. Die falsche Kaliber-Behauptung (Möller) kann ebenso als nachgeschobene, absichtliche „Entwertung“ der Onkel-Aussage gesehen werden. Falls Martineks Andeutungen auch in diese Richtung gehen wird er natürlich den Teufel tun und den Onkel direkt erwähnen. Und eine Involvierung des VS und der Polizei BaWü schließt das natürlich auch nicht aus. Was uns fehlt, ist der verbindende Hintergrund, der (so er denn existiert) erstens hässlich und zweitens recht weit verzweigt sein müsste.

  4. Ich möchte nur darauf aufmerksam machen, daß gerade in Baden-Württemberg tatsächlich Undercoveragenten der Polizei eingesetzt worden sind, um kriminelle Spuren im pseudorechten Szenemilieu zu legen . Am bekanntesten ist der Fall „Axel Reichert“ aus den neunziger Jahren (Deckname). Dieser Polizeibeamte baute eine Karlsruher „Kameradschaft“ auf und versuchte gezielt, die Mitglieder zu Straftaten oder sonstigem diskreditierenden Verhalten anzuleiten. Der Fall wurde gerichtsnotorisch, nachdem ein den Republikanern nahestehender Polizeikollege die Sache publik gemacht hatte und deswegen wegen Geheimnisverrats belangt wurde. Es gab aber auch eine Reihe anderer, ähnlicher Fälle in Baden-Württemberg, was sogar den Landesverband der GdP zu einem Protest veranlaßte.
    Die Polizeieinheit, zu der Kiesewetter gehörte, eine sog. BFE-Einheit, erscheint von ihrer Struktur und ihrem Personal her für Undercovereinsätze u.ä. besonders geeignet zu sein. Auch dafür gibt es einschlägige, vom Kiesewetter-Fall unabhängige Beispiele. Nun ist es ja zudem bekannt, daß mehrere Beamte dieser Einheit, u. a. der unmittelbare Vorgesetzte Kiesewetters, Mitglieder einer von V-Leuten gegründeten „Ku-Klux-Klan-Gruppe“ waren. Soweit bekannt, wurden sie dafür kaum disziplinarisch belangt. Der Vorgesetzte Kiesewetters wurde sogar befördert. Vor diesem Hintergrund ist es mehr als plausibel, anzunehmen, daß diese Beamten sog. Agents Provocateurs waren, die den Auftrag hatten, kriminelle oder sonst diskreditierende Zusammenhänge herzustellen. SCHLIESSLICH WIRD JA DAMIT MASSIV POLITIK BETRIEBEN, eine Tatsache, vor der man in diesem Zusammenhang nicht ganz die Augen verschließen darf! Auch der CDU-Obmann im BT-U-Ausschuß, Clemens Binninger, hat übrigens darauf hingewiesen, daß die KKK-Gruppe eine „Honigkuchenfunktion“ oder Ähnliches gehabt haben könnte.
    Wenn nun die unmittelbaren Kollegen von Kiesewetter an Undercoveroperationen beteiligt waren, sie ihr gegenüber damit geprahlt hatten und Kiesewetter jede Woche ihren beim Staatsschutz in Thüringen beschäftigten Onkel traf, was ist naheliegender, anzunehmen, als daß sie diesem die für sie sicherlich aufregenden Erkenntnisse erzählt hatte? Und wenn dann der Onkel unmittelbar nach dem Mord 2007 dienstlich seinen Verdacht äußerte, daß die Ermordung seiner Nichte etwas mit den Dönermorden zu tun haben könnte, braucht man doch nicht viel Fantasie, um einen ganz einschlägigen Zusammenhang herzustellen! Persönlich bin ich der Meinung, daß hier – und nur hier! – das Tatmotiv für die Ermordung Kiesewetters zu suchen ist. Vergessen wir nicht, daß ausschließlich ihre Polizeikollegen WUSSTEN, daß a) der Parkplatz auf der Theresienwiese regelmäßig für die Brotzeit genutzt wurde, und b) Kiesewetter am betreffenden Tag (entgegen dem ursprünglichen Dienstplan) überhaupt Dienst hatte.

  5. Das Wesentliche in meinem obigen Beitrag ist folgendes:

    1) Undercover-Operationen in verunsichernder und provozierender Absicht sind der Polizei in Baden-Württemberg nicht fremd, sondern, ganz im Gegenteil, gerichtsnotorisch.

    2) Vieles spricht dafür, daß die BFE-Einheit von Frau Kiesewetter an solchen Operationen beteiligt war, und daß diese u. a. eine in provozierend-diffamierender Absicht erfolgte „Ku-Klux-Klan“-Gründung und möglicherweise auch die Morde an türkischen Händlern betrafen.

    3) Die schon 2007, also lange vor Bekanntwerden des „NSU“, getätigte dienstliche Äußerung des Onkels von Kiesewetter spricht dafür, daß die junge Polizistin von den Machenschaften ihrer Kollegen gehört hatte und sich darüber empörte. Letzteres, besonders die Mitteilung an den Staatsschutz-Onkel, dürfte Kreise gezogen haben.

    4) Schließlich ist es in einem Fall mit soviel offenbar gezielter Desinformation (Wattestäbchen etc.) und ohne jede andere, auch nur halbwegs nachvollziehbare Erklärungsmöglichkeit wohl selbstverständlich – oder müßte es in einem Rechtsstaat zumindest sein -, daß einer derart naheliegenden Erklärungsmöglichkeit, wie in Pkt. 1 bis 3 oben aufgezeigt, zumindest nachgegangen wird. Daß dies trotzdem offenbar nicht der Fall ist, spricht Bände über den Zustand der BRD.

    Habe mir übrigens gerade (als Konserve) Günter Jauchs gestrige Sendung über den Mord an Boris Nemzow in Moskau und den Zustand der russischen Justiz angesehen/angehört. Ich wußte nicht, ob ich lachen oder weinen sollte, denn die dort getroffenen Aussagen über Rußland treffen heute haargenau auf die Bundesrepublik Deutschland zu.

    PER LENNART AAE

  6. „Gladio“ steht nur für geheimdienstlich aufgebaute Terrorstrukturen, das Wort vernebelt mehr, als es erklärt. Armeen sind die paar Hanseln schon gleich gar nicht. 80 Leutchen bundesweit, so erkundete das die Stasi Ende der 1980er Jahre für die BRD… das sind keine Armeen, das sind Spielzeuge für geheimdienstlich gesteuerte Operationen.

    „Warum den Uwes die Dönermorde anhängen?“
    Gute Frage. Weil irgendwer „Bekennervideos“ verschickte?

    Man kann die ganze Sache von 2 Ausgangspunkten aus zu verstehen versuchen: Voraus gründlich komplett geplant, oder ab dem 6./7.11.2011 improvisiert und verdichtet als Story.

    Wie allgemein bekannt sein sollte, gehen wir von Letzterem aus, weil eine gründliche Vorausplanung beim besten Willen nicht erkennbar ist, so mies und voller Pannen und Fehler plante nicht einmal das BKA…

    Es bleibt daher als wahrscheinlichste Version übrig: Man nutzte eine leere Hülle, 2 tote Neonazis in einem Wohnmobil, und befüllte sie mit Verbrechen, die man loswerden wollte.

    Die Präferenz von Heilbronn, also das Fehlen der Ceska 83 und der Paulchenfilme im Wohnmobil legt nahe, dass es den Machern des 4.11.2011 nicht um die Dönermorde ging. Auch das Eintreffen von 6 LKA Stuttgart-Beamten am Morgen des 5.11. in Thüringen spricht nicht für „Dönermorde“.
    Die kamen erst am 10.11.2011 ins Spiel.

    Auch ehemalige Aushorchzellenmitglieder hätten sich die ausgelobten 600.000 Euro verdienen können, sogar „über Bande“. Fakt ist: Eine Szene, die sich verrät für 100 Euro-Scheine, hatte kein Wissen das 600.000 Euro wert war.

    Würde ich mal drüber nachdenken, was das wohl heisst… Schönen Sonntag.

  7. Bei „Gladio“ sind die „Stay-Behind-„Partisanen-Armeen die eine Seite, die im Kalten Krieg moralisch einigermaßen gerechtfertigt waren, tatsächlich aber nie gebraucht wurden und daher auch nie annähernd die volle „Ausbaustufe“ erreichten.
    Die andere – verwerflichere – Seite von „Gladio“ ist die sog. Strategie der Spannung: False-Flag-Attentate, um Wahlen zu beeinflussen, bestimmte (meist linke) Parteien zu diskreditieren und vom Regierungseintritt abzuhalten sowie ganz allgemein, um den (NATO-konformen) starken (und „tiefen“) Staat und seine Sicherheitskräfte noch stärker machen zu können.
    Für diese zweite Seite braucht es keine Armeen, 80 Leutchen (mit NATO-Strukturen im Rücken) reichen da vollauf.

    Und richtig, wenn bereits am Morgen nach dem Doppel-(Selbst-)Mord der Uwes 6 LKA-Beamte aus dem fernen Südwesten anrückten, von dem für Heilbronn zuständigen LKA, dann geht es mit (vorläufiger) Priorität weder um Döner-Morde noch um Rache innerhalb der Szene, sondern eben um den Kiesewetter-Mord in Heilbronn. Dort gab es massenhafte „Gladio-Spuren“: US-Auslandsgeheimdienste, CIA-Doppelagent Mevlüt Kar, Ku-Klux-Klan-Bezüge etc., die immer noch nicht entsorgt waren.

    Auch wenn davon nicht alles wahr und echt sein sollte: Die Behörden legen evtl. falsche Spuren, aber nie zu Gladio hin, sondern immer von Gladio weg. Das hätten sie hier bestimmt auch so handhaben wollen, aber die Sache wohl verbockt.

    Sei es mit Vorwissen um den Mord wie bei Temme in Kassel oder als schnell genutzte überraschende Chance:
    Die toten Uwes waren die hochwillkommene Gelegenheit, Verbocktes nachzuholen und „Gladio-Kiesewetter“ in ihrer ländlich-braunen Ost-Heimat zu entsorgen.

    Auf die „Fürsorgepflicht“ des Staates gegenüber Spitzel Zschäpe konnte angesichts dringender Notwendigkeiten wohl keine Rücksicht mehr genommen werden. Gladio-Bedarf geht vor Spitzel-Nachsorge.

  8. @Fatalist:
    Zu Ihrem Beitrag vom 15. März, 6:36 Uhr:
    WAS war nicht geplant bzw. wäre bei Annahme der ersten Hypothese geplant gewesen: die Karriere der Uwes oder die Dönermorde, oder aber die Verkettung/“Verdichtung“ von beiden zu EINER Story?
    Per Lennart Aae

    1. Geplant wäre dann vorab gewesen, den Uwes die Dönermorde anzuhängen, wenn man die Dönerceska und die Paulchenvideos bei ihnen im Wohnmobil gefunden hätte.

      Genau das war aber nicht so, denn man fand zuerst „Dienstwaffen Heilbronn“, und die Videos erst am 1.12.2011 im Womo…

      Leider hatten die Heilbronner Dienstwaffen jedoch statt 2 oder 3 Seriennummern nur EINE, auf dem Schlitten, weshalb man davon ausgehen muss, dass das Ganze getürkt ist.

  9. Die merkwürdig verzögerten Funde in Wohnmobil und Wohnung sprechen dafür, dass die anzuhängende(n) Täter-Geschichte(n) erst im Werden war(en).
    Und somit dafür, dass statt eines geplanten („eigenen“) Doppelmords doch eher überraschend („fremdproduzierte“) Leichen vorgefunden (und hastig benutzt) wurden.

    Auch die sonstige absurde Gestaltung (Art, Auffindezustand, Mega-Menge contra Null-Menge an den eigentlichen Tatorten) signalisiert tatsächlich Hektik und Chaos beim Platzieren der „Beweis-Funde“.

    Hektik, Chaos und „spontane“ Fehler könnten aber auch gewollter Teil der behördlichen Inszenierung gewesen sein. Damit für den Fall, wenn die „Inszenierung als Selbstmord“ auffliegt, wenigstens die Tötungen als Toten-Fund verkauft werden können (statt als veranlasster oder „trotz Vorwissen zugelassener“ Doppelmord an die Öffentlichkeit zu gelangen).
    Mit dem Bestreiten der Selbstmord-These im Schlussbericht des Thüringer Ausschusses wird diese Rückzugslinie eigentlich schon gebraucht (wenn OLG und Medien diesen Teil des Schlussberichts nicht hartnäckig totschweigen würden).

    Behörden, die Leichen „finden“ und dann nicht nur eine offensichtliche Fremdverursachung wegfälschen, sondern die Toten auch noch als Täter-Deponie benutzen, können aber jedenfalls nicht (nicht mehr?) in einem Loyalitäts-Verhältnis zu den Toten gestanden haben, wie man das für gewöhnliche Spitzel in einem gewöhnlichen Umfeld (fatalist: „Aushorchzelle“) vermuten sollte.

    Selbst wenn eine unbekannte, übergroße Not verleitet haben sollte zu einem pietätlosen Verwursten aufgefundener Leichen eigener Diener: Den Toten tut’s nicht mehr weh, aber Zschäpe lebte ja noch – warum ausgerechnet eine Variante wählen, die sie (als angenommen treue Horcherin der „Aushorchzelle“) nicht in Sicherheit bringt sondern vor Gericht?

    Nichts wäre doch einfacher gewesen als die häufigen und langen Abwesenheiten der Uwes als das Hintergehen eines Hausmütterchens zu verkaufen. Katzen- und Kinderliebe, Hilfe für alleinerziehende Hartz-IV-Empfängerinnen, sogar Warnung Jugendlicher vor Neonazi-Karrieren – all dies wurde ihr vor Gericht vielfach bescheinigt; kein Zeuge aus der Zeit nach dem Abtauchen sah eine politische oder gewaltliebende Zschäpe.
    Und auch den Ehefrauen von Wirtschaftskriminellen wirft man ja nicht automatisch Komplizenschaft vor, bloß weil sie den schnellen Vermögenszuwachs ihrer Gatten (und ihr eigenes, steil anwachsendes Haushaltsgeld) nicht hinterfragen.
    Das DVD-Filmchen hätte nicht umgeschrieben werden müssen und die „Beweise“ gegen sie als Brandstifterin sind so durch und durch fragwürdig wie die unterstellten Motive.

    Die Berichte der „gut informierten Medien“ der ersten Wochen schwankten daher zwischen den Rollen „Kronzeugin“ und „Angeklagte“ – und zeigen somit die (echte oder lancierte?) „Tatsache“, dass am Drehbuch noch gearbeitet wurde.
    So wie die (chronische) Aktenschredderei an sich nicht zu bezweifeln ist – aber als konzertierte und skandalisierend publik gewordene Aktion riecht auch sie stark nach „Wir haben alle ein bisschen was zu vertuschen, aber keiner von euch wird je erfahren, wo das wahre Zentrum des Sumpfes war und eine endgültige Version wird es erst und nur soweit geben, wie wir es zulassen“.

    Vieles spricht dafür, dass Zschäpe und Wohlleben aufgrund eines Deals sich mit der Rolle der schweigenden Angeklagten begnügen, statt auf den Putz zu hauen (oder ihre Anwälte wenigstens offensiv sagen zu lassen: „Die beiden sitzen hier anstelle von Temme und Starke“).
    Rechtlich-prozesstaktisches Schweigen war nur anfangs eine Erklär-Möglichkeit – nach 3 Jahren U-Haft (und Freilassung der anderen 3 Angeklagten) hat das Gericht unverkennbar eine Vorentscheidung für eine harte Verurteilung getroffen, von der es nicht mehr ohne Gesichtsverlust (oder überraschende Wendung durch neue Zeugen / Beweise) wegkommt.

    Ein evtl. Schweige-Deal von Nicht-Tätern, die sich mit dem Deal mehrjährige U- und Strafhaft einhandeln, klingt andererseits so unglaublich, dass dahinter eine eigene große Geschichte stecken müsste (Erpressbarkeit wegen anderer alter Sünden? Zusage einer neuen Identität mit Attrappen-Haft?), für die es bisher keine Nachweise gibt.

    Dennoch: Ein fortgesetztes „einfaches“ Schweigen von Nicht-Tätern (das quasi trotz anfechtbaren Beweisen unausweichlich – weil politisch und medial heiß ersehnt – in ein Lebenslang führt) ist ebenso unglaublich. Aber gerade darum ist es für die Öffentlichkeit in diesem beweisarmen, überlangen Prozess das „härteste“ (einzige?) Indiz, dass an der Kette BMZ-NSU-Ceska-Döner doch was dran sein muss / kann.
    Und gerade darum ist es vielleicht so wertvoll und für beide Seiten einen ungewöhnlichen Deal wert.

    1. Guter Beitrag, mir missfällt jedoch das Nicht-Erkennen der Nicht-Gleichzeitigkeit von „Aushorchzelle“ und „Selbstmord“, weil eine erhebliche Anzahl von Jahren dazwischen liegen dürfte.

      Es waren nicht dieselben Personen amtlicherseits tätig in den Jahren „Aushorchzelle“ und 2011, wahrscheinlich noch nicht einmal dieselben Behörden.

    2. Grundsätzlich steht für alle Prozessteilnehmer fest, dass Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt die Täter bzw. Haupttäter sind. Niemand verteidigt sie im Prozess.

      Hinsichtlich der Verteidigung der Angeklagten ist das wirklich seltsam. Da in der Anklageschrift bei Zschäpe steht, dass sie von den Taten gewusst haben musste, weil sie mit UB und UM zusammenlebte und sie gemeinsam in den Untergrund gingen. Siehe Frage eines Prozess-Beobachters: „Wen verteidigen die eigentlich?“ Zschäpe-Anwalt Stahl räumte trotz mangelnder Beweise und Ungereimtheiten sogar Brandstiftung seiner Mandantin ein! Damit spielt er der Anklageschrift in die Hände, Zschäpe hätte von den Straftaten gewusst.

      Das ist die entscheidende Frage: Was könnte gegen Zschäpe vorliegen, dass sie so einem „Deal“ zustimmt? Jemand brachte mal den Vorschlag, dass es einen Zusammenhang mit Kinderpornographie geben könnte.

      Bei Wohlleben haben wir zumindest eine widersprüchliche Aussage von Carsten S., die ihn belastet. Er hätte eine Ceska mit Schalldämpfer organisiert. Es gibt noch einen Geheimdienst-Bericht über Wohllebens Besuch in Süd-Tirol in Zusammenhang mit Döner-Läden.

  10. Eine bundesweit beschützte Zelle gab es von 1998 (Abtauchen) bis mindestens 2003 (Jakstat / Stengel).
    Und dass 2011 beim „Selbstmord“ die dann tätigen Behörden Loyalität nicht (bzw. nicht mehr) zeigten, hatte ich ja erwähnt („Täter-Deponie“ / weggefälschtes Fremdverschulden ihres Todes).

    Dazwischen ist in der Tat zu vermuten, dass die Kooperation irgendwann endete – jedenfalls die mit den Uwes.
    Aber nicht die mit Zschäpe:

    – „Ex-Lover“ Starke war (offiziell) bis Anfang 2011 V-Mann und seine „Nachwuchs-DNA“ fand sich in Zschäpes letzter Wohnung, die von den Uwes offensichtlich wenig „besucht“ wurde.

    – Nach dem Tod der Uwes gab es am 4.11.11 bei ihr noch Anrufe / Anrufversuche von Nummern aus VS-Kreisen („Innenministerium“) und Polizeidirektion; Ermittlungen hierzu wurden nicht erlaubt.

    – Auf ihrer überstürzten Flucht schien sie von Anfang an mehr ihre Liquidierung als ihre Verhaftung gefürchtet zu haben. Und als sie sich dann letztlich nach anwaltlicher Beratung stellte, sah das nicht nach Resignation oder Reue aus, sondern nach einem selbstbewussten Verhandlungsbeginn für einen Deal.

    Daher die anfänglichen Medienberichte über einen evtl. Kronzeugen-Status. Den sie ja nie einforden hätte können, wenn sie nicht mehr „bieten“ (androhen?) kann als Aussagen gegen bereits tote Komplizen, deren Verurteilung keiner mehr braucht.

    Aber wie lange vor dem November 2011 endete die „fürsorgliche Kooperation“ der Behörden mit den Uwes?
    Und vor allem: Warum und wie „feindlich“ endete sie, wenn doch die mit Zschäpe fortdauerte? (Und Zschäpe ihrerseits mit den Uwes evtl. locker, aber jedenfalls freundschaftlich verbunden blieb?)

    Wenn man die vorgeworfenen Anschläge und Banküberfälle abzieht, bleibt völlig offen, was die Uwes von 1998 – 2011 eigentlich trieben und ob / welche Geldquellen sie – außer den staatlichen – gehabt haben könnten.

    Böhnhardt kam im Juni letzten Jahres durch „unbedachte Staatsanwalts-Äußerungen“ aus Gera kurzzeitig unter “Padöphilie-(Mord-)Verdacht”. Auf Zschäpes PC sollen “Kinderpornos” gefunden worden sein (von denen aber bald keine Rede mehr war).

    Und Tino Brandt, langjähriger Chef der NSU-”Mutterorganisation” Thüringer Heimatschutz scheint sich in den letzten Jahren (neben bandenmäßigen Straftaten wie groß angelegtem Versicherungsbetrug) als Zuhälter der Kinderprostitution gewidmet zu haben. Verhaftung und Anklage hierfür (ebenfalls in 2014 fallend) hatte auffällig lange auf sich warten lassen:
    Erst 13 Jahre nach seinem Auffliegen als Spitzel fiel auf, dass der zuvor großzügig Dotierte weder regulär arbeitete noch ein Zeugenschutz- oder Resozialisierungsprogramm benötigte.

    Schwer zu sagen, ob das nur Begleit-Musik zur Edathy-Demontage war. Oder ob BMZ einfach nur weiter dämonisiert wurden (zur „Beschleunigung“ des beweisarmen Prozesses). Oder ob vorsorglich schon mal weitere Putativ-„Leichen“ bei der Sammelstelle BMZ abgelegt wurden (falls Pädophilie-Netzwerke bis in höchste Kreise entlarvt werden, wie in Belgien und GB ja bereits geschehen bzw. Sachsensumpf). Oder ob da wirklich ein Nazi-internes Gewerbe florierte. Ein Multiple Choice, bei dem Mehrfach-Auswahl möglich ist.

  11. Zschäpe war nicht in Zwickau am 4.11.2011, und auf „ihrem PC“ war auch nichts von ihr drauf, sondern Spuren samt Profil zu Sandra L. Es hat sie demnach auch niemand angerufen. Mag sein, dass die Frau mit den Katzen das Handy von Zschäpe hatte, dann wäre das was Anderes.

    Zschäpe wohnte seit Monaten nicht mehr dort in der FS 26. Wir haben mit den Leuten dort gesprochen. Mehrfach. Schon die Mietminderung um über 100 Euro im Frühjahr durch die Mieter legt nahe, dass dort keine Terroristen wohnten, und ist auch ein Indiz für Kündigung und Auszug Zschäpes im Sommer.

    Richtig ist, dass die 3 in einer Art „Zeugenschutzprogramm light“ waren, und immer noch tätig als Überwacher und Informationsbeschaffer, aber schon lange lange nicht mehr im Bereich Rechtsextremismus, sondern im Bereich gewerblicher Autodiebstahl und organisierte Kriminalität, und für welche Dienststellen das gemacht wurde ist nicht bekannt.

    Es hat aber etwas mit den 1% zu tun gehabt, also mit den MC-Gangstern.

    Ein tödlicher Hinterhalt am 4.11.2011 muss also rein gar nichts mit Neonazis zu tun haben, kann aber sehr wohl mit MC-Kriminellen zu tun haben. Ausspähen von Banken für Dritte wäre nicht nur „Stengel-affin zur Commerzbank Heilbronn“, sondern sogar passend zu Stadtplänen von 40 Städten samt 300 Markierungen.

    Auch wichtig ist die Tatsache, dass es ein Unbekannter aus der PD Gotha war, der 2008 die Löschung von Mundlos und Zschäpes Daten beim BKA zuliess, der Daten von Böhnhardt jedoch nicht. Konnten sich Binninger und BKA-Fachmann Setzer nicht erklären, warum da widersprochen wurde, und der Widersprecher nicht ermittelbar sei…

    Menzel war es nicht.

  12. Wie sind dann die Zeugen des 27. Verhandlungstags (24.07.2013) einzuordnen?
    http://www.nsu-watch.info/2013/07/protokoll-27-verhandlungtag-24-juli-2013/

    Olaf B. hatte bis zum Brand jahrelang im gleichen Haus gewohnt wie die ein Jahr nach ihm eingezogene Zschäpe alias Susann Dienelt (Spitzname „Diddl-Maus“) und immer mal wieder mit ihr gesprochen oder hinter dem Haus u.a. mit ihr zusammengesessen. Ihre zwei eher scheuen Mitbewohner habe sie ihm gegenüber als ihr Freund und dessen Bruder bezeichnet. Das in Eisenach abgebrannte Wohnmobil will er im TV als erkannt haben als das eine Woche zuvor am Haus parkende. Zschäpe habe ihm erzählt, dass die zwei Männer Fahrzeugüberführungen machen, häufig sei deswegen ein Wohnmobil hinterm Haus gestanden.

    Nadine R. (Zeugin Brand in der Frühlingsstraße in Zwickau) will am 4.11.11 im Vorbeifahren am Brandhaus die Frau mit den Katzkörben gesehen und angesprochen haben. Zschäpe habe sie damals nicht gekannt, aber zwei, drei Tage später sei ihr Gesicht in Zeitung und Fernsehen zu sehen gewesen.

    1. Um das Einzuordnen wirst Du mit den Zeugen selber reden müssen. Du wirst mit der Zeugin Martin reden müssen, die „Zschäpe im roten Mantel sah“, und mit Nadin Resch, die „dunkle Jacke“ aussagte, aber nicht „rot“, und mit Uwe und Antje Herfurth, die am dichtesten dran waren, aber sich nicht an die Bekleidung erinnern wollten oder konnten.

      Vergiss nicht den Vater von Frau Herfurth, den Herr Hergert, es war nur 1 Katze, und das ohne Korb.

      Vergiss auch nicht zu würdigen, dass es die Asservate „2 Katzenkörbe“ nicht gibt, also auch keine Fingerabdrücke drauf, oder DNA…

      Wenn Du das alles getan hast, also mit den Leuten selbst gesprochen hast, dann kannst Du das vielleicht alles besser einschätzen. Vorher nicht.

      Fakt ist, dass die Katzenfrau nicht wie Zschäpe aussah, siehe Phantombild, und dass dort wenn überhaupt nur noch sporadisch jemand dort war, in der Wohnung, seit Monaten.

      Wer dort den Eindruck der Bewohntheit noch aufrecht hielt, dazu gibt es Indizien, aber letztlich keine Beweise. Familie mit 3-jährigem Kind, Frau mit dunkelblondem recht kurzem Haar, Womo mit ASZ, kennzeichen, Womo mit V-AH-Kennzeichen, Womo mit V-Kennzeichen, aber nie V-MK als Aussage, es ist GAR NICHTS wirklich klar.

  13. Die „K-Zeugen“ (Katzen, Körbe, Klamotten) waren zunächst mal Zeugen einer Katastrophe und sollten dann nachträglich Nebensächlichkeiten von wenigen Sekunden / Minuten detailgenau beschreiben. Da sind reichlich Fehler vorprogrammiert, so dass man nicht mehr per einfacher Befragung rausbekommt, wer nur irrt und wer lügt. Selbst ein „Lügendetektor“ wäre daher von vorneherein unbrauchbar, zutreffende Aussagen eindeutig von nicht zutreffenden zu trennen. Die „K-Zeugen“ sind also bestimmt keine Reise nach Zwickau wert.

    Wenn hingegen ein Olaf Busch als mehrjähriger Nachbar von „seiner“ Diddl-Maus spricht, dann ist das eindeutig Zschäpe, auch wenn er sie vor dem 4.11.11 nicht unter diesem Namen kannte. Beim Brandausbruch war er zwar nicht anwesend, aber wäre Zschäpe bereits Monate zuvor ausgezogen gewesen, dann wäre ihm das aufgefallen.
    Und er hätte seinen spontanen Anfangs-Eindruck (=das im TV gesehene Uwe-WoMo sei wenige Tage vorher am Haus gestanden) längst selber mit einem großen Fragezeichen versehen müssen.

    Vor Gericht wirkte Olaf Busch offener als viele andere Zeugen und als habe er keine Motive zu lügen; die Prozessbeteiligten nahmen ihn daher kaum in die Mangel.
    Man muss seine rundum stimmige Geschichte also glauben …
    es sei denn, sie ist zu gut um wahr zu sein und mehr mit der Justiz abgestimmt als die Öffentlichkeit wissen darf?

    Obwohl der Brand „alles zerstörte“, was er sich aufgebaut hatte und er an Zschäpes Urheberschaft offensichtlich nicht zweifelt, verzichtete er nämlich nicht nur auf den Nebenkläger-Status, sondern ist ihr auch im übrigen kein bisschen gram.

    Auf dem Sicherungsblog ist (unter 27.02.2015, 22.06.2014, 06.10.2014 etc.) nicht nur von mehrmonatigem Leerstand die Rede, sondern von einem zeitgleichen „Taubenschlag“, bei dem zeitweilige Besucher das Umfeld vollparkten. („Tagungszentrum“?)
    Bei der Herkunft vieler „Autos aus Köln und aus Schwaben“ denkt man zwar sofort an die NSU-Tatorte (=die, die zusätzlich zu den Döner-Morden „einzuarbeiten“ waren), aber eher an Ermittler und andere Amtsträger statt an Täter & Co. Auch der schnelle (Teil-)Abriss am Brandtag sowie die merkwürdig verschleierten Eigentums- und Versicherungsverhältnisse des Hauses lassen erahnen, dass hinter der nach dem 4.11.11 großzügig Geld ausgebenden Stadt Zwickau wohl ein Amt wie z.B. das „Bundesvermögensamt“ seine Fäden zog und zahlte.

    Ob Zschäpe (die ich nie für die Brandstifterin hielt) bis zulezt dort gewohnt hat, ist also gar nicht so wichtig: Im „Haus ihres Arbeitgebers“ bis jedenfalls Sommer 2011 wohnend, mit den Personalien der Ehefrau des mutmaßlichen V-Mannes Dienelt, hat sie selber auch als (hochkarätige und langjährige) V-Frau zu gelten, die auch im November 2011 noch eine gewisse Fürsorgepflicht ihres Arbeitgebers beanspruchen konnte, aber dennoch jetzt schon über 3 Jahre in U-Haft sitzt.

    Falls „staatsferne“ MC-Gangster oder ähnliche Kriminelle die Uwes getötet haben sollten, dann haben sie aber bestimmt nicht (am gleichen Tag) die Frühlingstraße 26 in die Luft gejagt. Schon gar nicht, wenn die Freundin der Uwes gar nicht mehr dort wohnte. Der Hausbrand in Zwickau nutzte niemand anderem als denen, die ihn für das Basteln der Legende (Verknüpfung Zschäpe-Flucht mit dem Doppel“selbst“mord zum „NSU-Auffliegen“) brauchten und den Brandort in der Folge aufwändig präparierten.

    Und da bisher weder MC-Gangster noch Neonazis irgendwelche Vorliebe für (Selbst-)Verbrennungen zeigten – weder für sich selber noch getarnt bei ihren Opfern – liegt nahe, dass die Zündler in Zwickau auch für die Brände des Uwe-WoMo und von Florian Heiligs Auto verantwortlich sind – inklusive der damit verbundenen Morde. Motive muss man ja nicht lange suchen.

    Was dann nicht passt, wird zurechtgebogen: Es ist schon fast lustig, dass bei Florian Heilig der fehlende Fernzünder eindeutig Fremdverschulden (und jegliche weitere Ermittlungen) auschließen soll, während die Anklage bei Zschäpe Brandstiftung mittels eines „unbekannten Brandauslösers“ zur Basis eines auch sonst beweisarmen Mammut-Prozesses macht.
    Als wäre ihr das einfach so möglich gewesen, ohne Probleme in der Ausführung (Selbstschädigung) und ohne Spuren (des Fernzünders etc.) zu hinterlassen.

    1. Guter Beitrag. Wenn man nur 20 km entfernt wohnt, dann sind selbstverständlich die Nachbarn und die Kameraleute der Brand- und Baggerabriss etc- Filme sogar mehrere Reisen wert. Auch die Polenzstrassen-Leute…

      „Staatsferne MC-Täter“, das ist allerdings ziemlich exakt das Gegenteil unserer Thesen. Eine kleine Gruppe aus dem Sicherheitsapparat, eine Verschwörer-Gruppe angeführt von Beamten aus dem Ländle, das kommt schon eher hin. Dass zu dieser Gruppe auch „Geschäftsfreunde“ aus der OK gehören, das ist ausdrücklich Bestandteil der Arbeitshypothesen.

  14. Sie lesen sich ganz plausibel, bekir. Gerne mehr davon. Vermutlich möchten Sie sich nicht festlegen, aber sehen Sie eine mögliche Auflösung des Falles eher im Bereich OK, tiefer Staat oder Ausland? Und halten Sie die Nazi-Geschichte für reine Camouflage oder vermuten Sie originäre Tatbeteiligung?

  15. Alle genannten Bereiche dürften eine Rolle gespielt haben.

    Was noch keine große Spekulation ist, denn zunächst mal besteht aber „der Fall“ (4.11.11) sowieso aus mehreren Fällen bzw. unabhängigen Fall-Komplexen, aus denen die Anklage einen großen Kuchen gebacken hat:
    Die Kölner Bomben dürften mit Heilbronn/Kiesewetter so wenig zu tun gehabt haben wie beides mit der Döner-Serie und wie alle drei mit dem Uwe-Duo.

    Der jetzt von der Justiz ausschließlich beleuchtete Nazi-Bereich ist zwar keine reine Fiktion, aber seine Ablenkungsfunktion dominiert den überlangen, beweisarmen Prozess, der jede Spurensuche, die in den Staatsapparat hineinführen könnte, sofort rigoros abblockt.

    Ebenfalls dürfte außerhalb der Mainstream-Medien geklärt sein, dass „die Behörden“ in Eisenach / Zwickau nur das fanden, was „sie“ finden wollten (sprich: zuvor platziert hatten) und somit das Drehbuch für die künftige öffentliche Wahrheit (inklusive Enthüllung eigener Peinlichkeiten) einzig von „ihnen“ allein stammt.

    Das führt aber zur kniffligen Frage: Warum taten „sie“ sich das selber an, warum wollten „sie“ überhaupt etwas „finden“? Schon angesichts der schnellstens aus Nah und Fern angereisten Amtsträger sowie der „zu entdeckenden“ Riesen-Fundmenge scheidet als „Fund-Grund“ eine unkontrolliert wütende Wahrheitsliebe von lokalen Beamten ebenso aus wie unkontrollierte Rivalitäten unter Behörden. Und eine Meldung „Unterweltler mutmaßlich von Rivalen ermordet“ bräuchte nur einen Untertitel „Einstige Neonazis hatten sich längst zu Mafiosi gewandelt“, um das öffentliche Interesse nach wenigen Tagen erlahmen zu lassen. Wer hätte die Verbindung zu (nicht mafia-internen) Morden oder überhaupt zu Neonazi-Taten herstellen können, wenn „die Behörden“ dies beschwiegen / dementiert und nichts Entsprechendes gefunden (=platziert!) hätten?

    Gipfel der Selbstkasteiung: Der Kasseler Mord lag schon 5 Jahre zurück und die Unterdrückung der entsprechenden Untersuchung gegen Temme hatte die Öffentlichkeit doch längst geschluckt – warum ohne Not wieder dran rühren?

    Nun, die Enthüllungs-Angst, die den Behörden bei Döner & Kassel im Nacken saß, kam nicht von der deutschen Öffentlichkeit (und erst recht nicht von den zahmen Medien).
    Sie saß dort, ausgelöst vom türkischen Regierungschef Erdogan, der den türkischen tiefen Staat 2006 / 2007 entmachtet hatte und die verhafteten Ergenekon-Verschwörer in Massenprozessen mit Höhepunkt 2011 zu peinlichen Aussagen gegen deutsche Geheimdienste (Hauptlagerstätte der Ceska-Miniserie CZ 83) hätte bringen können. Details hatten wir unter http://friedensblick.de/14542/wusste-der-spiegel-schon-mitte-2011-vom-nsu/ bereits erörtert.

    Eine quälende Enthüllungs-Sorge ist aber auch im Heilbronn-Komplex zu beobachten: Das schnelle Auftauchen der für Heilbronn zuständigen Beamten aus dem fernen Südwesten, der schnelle Fund der Kiesewetter-Dienstwaffe zeigen das drängende Bedürfnis, endlich endgültige Sündenböcke zu bekommen, wo doch die Wattestäbchen-Affäre als vorgeschobene Panne ganz offensichtlich einer gründlichen Spurenentsorgung gedient hatte.

    Der Hintergrund des Heilbronner Anschlags ist aber weiterhin völlig rätselhaft: International besetzte Horden von Agenten, Terroristen, Kriminellen etc. treffen sich am helllichten Tag im belebten Park zum Mord bzw. Mordgucken, Blutabwaschen usw. – das ähnelt fast dem gruseligen Szenario eines gemeinschaftlichen Ritualmordes – aber wozu das alles? Nur um eine lästig gewordene junge Frau zu beseitigen?
    Ein nächtlicher Heckenschuss wäre einfacher vorzubereiten gewesen, hätte den Kollegen geschont und würde (da spurenarm) kein endloses Grübeln und Ermitteln nach sich ziehen. Ein fingierter Unfall wäre etwas aufwändiger, hätte aber evtl. sogar sämtliche Mordermittlungen erspart.

    Polizisten-Mord ist für Polizisten nämlich nicht einfach ein Mordfall unter vielen. Wenn es kein völlig privates Motiv gab, sondern Beruf, Uniform, Schichtanwesenheit etc. einem Kollegen zum Verhängnis wurde, dann nehmen die das verständlicherweise sehr persönlich und vergessen das nicht einfach irgendwann. Und ein ungeklärter Verdacht, Polizistenmörder hätten Deckung von oben, dürfte dann die Loyalität mit der eigenen Führung gegen Null sinken lassen.

    Die Mörder nahmen all dies nicht nur in Kauf – ja, sie schienen es (als Teil einer Machtdemonstration?) geradezu darauf anzulegen. Motto: Wir werben nicht um euer Schweigen, Mitmachen, loyales Wegschauen etc. Wir erzwingen es. Wenn nötig blutig und mit verschwenderischem Aufwand.

    Das Ländle scheint ein ganz eigenständiges Staatsterror-Problem zu haben, das sich nicht nur „außen“ austobt, sondern innerhalb des Apparats selbst.
    Nicht umsonst konzentriert sich das große Zeugensterben bis in 2015 hinein im Ländle und der Ausschuss-Vorsitzende Drexler sagt völlig desillusioniert: „Es gibt kein Vertrauen mehr in die Polizei“.

    Bei den Kölner Anschlägen war dagegen – trotz ebenfalls anzunehmender Staatsregie – kein dringender Entsorgungsbedarf mehr zu sehen. Die vielen Opfer und ihre Aussagen vor Gericht lenken aber gut ab von Hintergrund- und Schwerpunktfragen und verfestigen das Bild des vielseitig aktiven Mörder-NSU.

    Die Abgrenzung der Bereiche ist im übrigen nicht ganz einfach: Im Thüringer Heimatschutz standen ca. 40 V-Leuten ca. 60 Mitläufer, Karteileichen oder „hineingezogene“ Freunde gegenüber. Sind die (organsisierten) Nazis also „nur“ massiv unterwandert oder von vorneherein ein Team von „Staatsdienern“? Das Problem „V-Mann, Agent provocateur, Anstifter oder Anführer“ gab es schon beim Linksterrorismus, als an den Anfängen der RAF sich ein Peter Urbach tummelte.

    Umgekehrt hat nicht die Polizei den KKK („Nazis nach US-Machart“) unterwandert, sondern dieser ist in die Polizei eingesickert. Aber ist der KKK in Deutschland mehr reine Nazi-Bande oder doch eher ein U-Boot der CIA?

    Und dass die CIA viele „Aktionen“ am Kongress vorbei finanziert mit Hilfe von Drogen- und Waffenhandel (=wurde erstmals mit der Iran-Contra-Affäre so richtig bekannt), steht inzwischen regalweise in Buchhandel und Büchereien zum Nachlesen bereit. Ob unsere Behörden hier auch schon dem großen Bruder nacheifern oder die OK „nur“ bei Nazis (inkl. dortigen V-Leuten) floriert?

  16. Zitat Bekir :

    „Die merkwürdig verzögerten Funde in Wohnmobil und Wohnung sprechen dafür, dass die anzuhängende(n) Täter-Geschichte(n) erst im Werden war(en).
    Und somit dafür, dass statt eines geplanten (“eigenen”) Doppelmords doch eher überraschend (“fremdproduzierte”) Leichen vorgefunden (und hastig benutzt) wurden.“ Zitat Bekir Ende

    Nein, das stimmt nicht!

    Menzel betrat das WoMo, sah die Umrisse einer „Dienstwaffe“, diese wurde bei inpol abgefragt und identifiziert, Menzel rief Mögelin an, nach 20 Stunden waren Nordgauer und Co. am Tatort!

    Egal ob echte Dienstwaffe oder mitgebrachte, egal ob falsche Waffennummer oder sonstwas. Dieser Zeitplan ist so eng mit dem Auffinden des WoMOs verknüpft, das er nicht improvisiert werden konnte. Er stand bereits vor Betreten des WoMos fest.

    Egal wer was wie wann was widersprüchliches gesagt hat – der Fakt, das Nordgauer und Co. 20 Stunden später aus dem fernen Ländle angereist waren, der ist nicht zu widerlegen.

    Der Zeitrahmen ist hier einfach zu eng geknüpft. Was wenn Mögelin seine Zustimmung verweigert hätte 🙂

    So eine Aktion wie am 04.11.2011 hat immer Bereiche, die man nicht vorhersehen, und deswegen auch nicht planen kann! Da muss dann improvisiert werden und das führt dann zu „Merkwürdigkeiten“ in den Akten. Aber die Ermittlungsakten sollten ja nicht öffentlich werden, insofern stellte das nach damaliger Sicht auch keine Gefahr dar.

    Ein Feuer z.B. brennt eben erstmal. Es liegt am Geschick der Feuerwehr, wie schnell man es löschen kann. Exakte Planung unmöglich. Der Fahrer vergisst seine Brillen und nimmt den Fahrzeugschlüssel mit! Wurde vermutlich nach Sibirien versetzt usw.

    Die Ersatzbeute Bankraub konnte problemlos einen Tag warten! Warum denn nicht. Man hatte doch die Kontrolle über den Tatort und über die Akten. „Merkwürdig verzögert“ erscheint das nur in der Rückschau NACH Aktenveröffentlichung.

    Wohin die Reise geht sagt der BKA-Vize selbst.

    „Zeuge Jürgen Maurer: Wir haben im BKA permanent überlegt, wie wir es schaffen
    könnten, den GBA zuständig zu machen.“ Zitat Ende Quelle

    https://sicherungsblog.wordpress.com/2014/11/09/hizbullah-spur-morde-in-istanbul-verweisen-in-richtung-donermorde/

    Man hat PERMANENT überlegt wohlgemerkt. Muss man nicht mehr zu sagen.

    So ist es. Eigentlich steht ja alles im Sicherungsblog 🙂

    Eine terroristische Vereinigung IST DIE MÖGLICHKEIT SCHLECHTHIN, den GBA zuständig zu machen! …und genau das geschah am 04.11.2011. Der NSU wurde erschaffen um endlich die unangenehme Last der kurz vor der Aufklärung stehenden Mordserie aus den Händen der jeweiligen LKAs zu reißen. Kiesewetter sollte von vornherein mitentsorgt werden. Menzel hat mehr als zielstrebig auf die Anforderung der Soko Parkplatz hingearbeitet.

    Und wie wir ja seit gestern nun „offiziell“ wissen lieber Bekir, haben die Uwes logischerweise die Sparkasse garnicht überfallen. Und dieses „nichtüberfallen“ hat natürlich Konsequenzen bei der Gesamtbetrachtung der Ereignisse am 04.11.2011. Denn irgendjemand hat die Sparkasse ohne Zweifel überfallen, mit dem Ziel, die Ringfahndung auszulösen. Aber wenn die Uwes das nicht waren, warum sollten die dann den Polizeifunk abhören und schiessen usw.

    Wie schon an anderer Stelle gesagt – einfach 6 Monate warten und dann wird das schon. Immerhin wird auf dem Sicherungsblog ja jetzt schon vorsichtig vom „Einflüsterer“ und „Regisseur“ gesprochen. Sehr gut!

    Einflüsterer – Regisseur – Regie …..und Regie heisst „verantwortliche Leitung“

    1. Der damalige Polizeichef Menzel ist höchst verdächtig. Es ist eine Schande für die parlamentarische Demokratie in Thüringen, dass sie seine plumpe Vorstellung im U-Ausschuss durchgingen ließen. Die Frage ist, was / wer hinter Menzel steckt.
      Menzel arbeitete zusammen mit Kiesewetters Onkel Mike Wenzel beim polizeilichen Staatsschutz in Saalfeld „Der Vorgesetzte von Wenzel ist jener Kriminaldirektor Michael Menzel aus Gotha.” Zufall?
      Wenn Menzel Teil der NSU-Verschwörung zulasten von Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos wäre, dann ist die Frage, ob er die Idee von Wenzel hatte. Schon kurz nach der Ermordung seiner Nichte sah Wenzel ja einen Zusammenhang zu den Türkenmorden. Vielleicht dachten sie, die Uwes wäre die Mörder und wurden reingelegt.

      1. Ich halte es grundsätzlich für nicht zulässig, Verwandschaftsverhältnisse, Arbeitsbekanntschaften, den gleichen Wohnort etc. als Verdachtsmomente heranzuziehen. Das sind keine harten Fakten sondern Mutmassungen und man solle sich vorstellen, selbst vor Gericht zu stehen und mit sowas konfrontiert zu werden. Die Unschuldsvermutung sollte auch hier für Menzels Bekannte und Arbeitskollegen gelten – bis zum BEWEIS des Gegenteils.

        Selbst Zeugenaussagen sind ein zweischneidiges Schwert. „Ich werde das mein ganzes Leben nicht vergessen“ – diesen Anruf von Menzel am 04.11.2011 – und dann war er plötzlich an diesem Tag verreist. War Wiessner glaube ich.

        Mit dem Registriergeld verhält es sich ähnlich. In den Akten die bekannte Stückelung – vor Gericht erzählt die Zeugin was anderes. Dann sollte man aber von vornherein einkalkulieren, das diese Zeugenaussage widerrufen wird – hat sich eben geirrt. Ein schwacher Beweis.

        Ein starker Beweis dagegen ist das Registriergeld an sich. Unbestritten war dies bei der Ersatzbeute. Damit ist bewiesen, das es einen Zusammenhang zwischen Bank, Polizei und Banküberfall geben muss! Denn die Uwes waren es ja nicht.

        …und das bedeutet, das die Polizei in den Banküberfall auf die eine oder andere Art verwickelt sein muss. Entweder schwere räuberische Erpressung oder Beihilfe dazu! – durch die Polizei! Und das ist fürwahr schon ein Ding!

        …und da der Banküberfall VOR dem Auffinden des WoMos stattfand, bedeutet das langfristige Planung! Denn ad hoc hat diesen Banküberfall niemand ausgeführt! Steht aber alles seit 10.10.2014 im Forum. 🙂

    2. @Hannelore:
      Meinen zitierten Worten folgte eine gegenteilige Erwägung („Hektik, Chaos und ’spontane‘ Fehler könnten aber auch gewollter Teil der behördlichen Inszenierung gewesen sein“) und waren Teil einer Diskussion, bei der auch ich eher dazu tendierte, das Drehbuch sei vor dem 4.11.11 entstanden.
      Dennoch gab es unübersehbar Korrekturen am Drehbuch und wir wissen nicht, wie Szene 1 entworfen wurde – mit der Verwertung von „Fundleichen“ oder mit „selbstproduzierten“.

      Wie lange waren die Uwes denn bereits tot, als die nur polizeilich (d.h. nicht von Anwohnern) gehörten „Selbstmord“-Schüsse erklangen? Wenn der beim WoMo-Verlassen gesichtete 3. Mann nicht wenige Sekunden / Minuten zuvor die beiden eigenhändig gemordet hatte, dann dürfte er der Fahrer eines Leichentransports gewesen sein. Leichen, die seine (staatlichen? mafiösen?) Auftraggeber produziert haben können oder halt vielleicht auch nur „aufgegabelt“ – wir wissen es nicht.

      Menzel führte den Einsatz gegen die Bankräuber von Eisenach und gelangte daher nach amtlicher Lesart auch sehr schnell an den Standort des WoMo mit den vermeintlichen Bankräubern. Er gehörte sowieso zur ganz schnellen Truppe und wollte die Identität der Uwes schon binnen Stunden erkannt haben – erst später dämmerte ihm, dass er (Eitelkeit hin, Schnelligkeit her) diesen Erkenntnissprung aus ablauftechnischen Gründen besser auf den Folgetag datieren sollte.

      Da er jedoch immer gern der schnellste sein wollte, könnte er sich von den Jungs aus dem Ländle die „Sofortfinde-Lizenz“ eingeholt haben für die von jenen am Folgetag mitzubringende Waffe?
      Und umgekehrt, vielleicht war man im Ländle nur deswegen von den Neuigkeiten (und diesem evtl. Menzel-Wunsch) nicht „überrascht“ worden, weil man selber schon vor Monaten in Thüringen angerufen hatte, um die nächste(n) verfügbare(n) OK-Leiche(n) für die Platzierung der Kiesewetter-Waffe zu reservieren?

      Keine Frage, vor dem 4.11.11 waren schon wichtige Drehbuch-Teile geschrieben. Ob die Namen der Hauptdarsteller schon feststanden sowie „Engagierungsart und –datum“ oder ob auf Kommissar Zufall und seine Tagesleichen gewartet wurde – das wissen wir schlicht und einfach nicht.

      1. Wenn es Vorwissen gab, wenn es also ein Skript gab und Planungen: Wozu B&M töten, wozu sich beamtenseitig mit Morden belasten, wenn der Steuerzahler andere Lösungen übernimmt? Verfügbare Leichen ist das Stichwort.

        Und wenn es Planungen gab, in die Menzel notwendig eingebunden war (need to know, Vorhaltung von Einsatzkräften für einen weiteren Banküberfall, der dann am 4.11. 11 stattfand), dann standen auch die Namen der Hauptdarsteller fest, die ihre Identitäten zur Verfügung stellten – freiwillig selbstverständlich.

        Und ebenso geplant und vorbereitet war dann das Schauspiel in der Frühlingsstraße und geplant und freiwillig die Inszenierung jetzt in München.

        Bonus: Und wenn ein Bodo Ramelow das alles weiß – von seinen neugierigen Mädels im Thüringer PUA, dann hatte er sehr gute Karten, erfolgreich seinen kleinen Ministerpräsidentenposten zu erpressen.

      2. Hallo bekir,

        ich bitte meine Nachlässigkeit zu entschuldigen. Ich kannte diesen Strang nicht und der ist so lang, dass ich nicht alles gelesen habe und dann kommen halt sinnentstellte Zitate heraus. Asche auf mein Haupt.

        Es gibt einen schmalen Bereich der Aktion, welchen wir aufgrund der Beweislage gut nachvollziehen können. In diesem Bereich gibt es eine Menge wirklich harter Beweise. Es ist z.B. unstrittig, dass die Sparkasse überfallen wurde, das 2 Leichen im WoMo lagen, das Registriergeld der Sparkasse gefunden wurde, das Menzel am Tatort war etc. Es gibt darüber hinaus eine Anzahl veröffentlichter BKA Gutachten, welche kurioserweise offensichtlich „falsche“ Beweisstücke „richtig“ begutachten. Es gibt die Aussagen vor den UAs usw.

        Aus diesen Gegebenheiten lassen sich über alle politischen Lager hinweg Schlüsse ziehen. Es besteht also durchaus ein Grundkonsens, auf welchem man gemeinsam aufbauen könnte.

        Das Kernproblem scheint mir der allseitige Drang nach starken Affekten zu sein. Manche leben von der Recherche. Andere wiederum, welche vorgeben nur Widersprüche aufzeigen zu wollen, engagieren sogar Privatdedektive, führen eigene ERmittlungen für DEN KNALLER, um am Ende bei Günther Jauch zu landen. Wieder andere schreiben Bücher, welche sie verkaufen wollen.

        Dadurch wird die ganze Angelegenheit endlos durch den Kakao gezogen und in Bereiche erweitert, in welche man meiner Meinung nach niemals Einblick bekommen wird. Es ist vorerst unwesentlich, wann die Uwes genau zu Tode gekommen sind. Es ist der falsche Ansatz, in die Halbwelt der Geheimdienstler hinabzutauchen, um aufzuklären, wer hier wem an die Karre gepisst hat. Ein Spiel wird gespielt – Räuber und Gendarm (Eric Berne läßt schön grüßen) – der Drang nach dem täglichen Affekt überdeckt den Aufklärungswillen.

        Würde man aufklären wollen, gäbe es nicht den täglich immer neuen Sachvortrag – welcher sich auf diese Weise bis zum St. Nimmerleinstag fortführen läßt.

        Man bliebe einfach bei seinen Leisten, nämlich dem, was unwidersprochen und beweisbar an dieser Sache stinkt. Man würde nur diese wenigen Beweise vorlegen und Fragen dazu einfordern.

        Aber das wäre langweilig! Die Leser würden wegbrechen und keine Sau würde sich nach einem halben Jahr noch dafür interessieren. Man könnte zwar – vielleicht – etwas aufklären. Aber ohne den Hype, welcher das Ego so schön streichelt. Das ist das Problem der Gemeinde hier.

        Herauskommen wird am Ende aller Wahrscheinlichkeit nach ein Sieg der Macher in den Chefetagen der Politik. Das unsichtbare Blutband wird mit der Zeit immer enger zwischen der Internetgemeinde und der verantwortlichen BRD-Elite geknüpft. Keinem ist das bewusst. Das Blutband bindet unsichtbar Untertanen an Herrscher, wenn den Untertanen bewusst wird, das „die da oben“ alles tun können, ohne dafür bestraft zu werden.

  17. „Es ist z.B. unstrittig, dass die Sparkasse überfallen wurde, das 2 Leichen im WoMo lagen, das Registriergeld der Sparkasse gefunden wurde, …“

    Ja, aber das Falsche. Es ist schon ziemlich dreist, wie hier manipuliert wird.
    Aus dem „Brief“ an die Staatsantifa:

    Der Artikel sollte die Aussage vor dem OLG das Registriergeld der Sparkasse betrefffend detailliert wiedergeben:

    10 grüne 100 €-Scheine = 1000 €, den Bankräubern übergeben. Zeugin We.

    Danach bitte den Aktenauszug, demnach das im Wohnmobil gefundene Registriergeld, DNA und Fingerabdruck-frei aus 3 gelben 200 €-Scheinen und aus 4 grünen 100 €-Scheinen besteht.

    1. „Ja, aber das Falsche. Es ist schon ziemlich dreist, wie hier manipuliert wird.“ Zitat Fatalist Ende

      Du kapierst es nicht und Du kannst es nicht! Deswegen noch mal ganz langsam extra für Dich :

      Das das Registriergeld nach einer Zeugenaussage vor dem OLG eine andere Stückelung als in den Akten angegeben aufweist, ist richtig! ABER Zeugenaussagen sind ein zweischneidiges Schwert, denn sie können schlichtweg falsch sein und widerrufen werden. Beispiel Wiessner etc.

      Der kleinste gemeinsame Nenner für ALLE Beteiligten – d.h. für die Staatsantifa, die Staatsanwaltschaft, den Arbeitskreis etc., ist ohne Zweifel

      DAS SICH REGISTRIERGELD DER SPARKASSE IM WOHNMOBIL BEFUNDEN HAT!

      Jetzt endlich geschnallt?!

      Denn allein dass sich Registriergeld – unabhängig von der Stückelung im WoMo befand – läßt bestimmte Rückschlüsse zu, welche ebenfalls alle Beteiligten unterschreiben könnten!

      Schwache Beweise – und eine Zeugenaussage ist der schwächste Beweis überhaupt – sollten aussen vorbleiben. Aber dieser „juristische Scheiss“ interessiert Dich ja nicht, weil Du ihn nicht begreifen kannst.

  18. „Würde man aufklären wollen, gäbe es nicht den täglich immer neuen Sachvortrag“ – könnte man gut auf den Endlos-Prozess beziehen, aber nein: Sie wollen das ernsthaft diesem Forum und seinen von „Langeweile“ bedrohten Lesern vorwerfen?

    Dabei geht nicht nur der Prozess weiter (und die Parlaments-Ausschüsse) , sondern auch das mysteriöse Zeugensterben.
    Alles bloß „Affekte“, keine gescheiten Fakten? Alles bloß „Hype, welcher das Ego so schön streichelt“?

    „Man bliebe einfach bei seinen Leisten, nämlich dem, was unwidersprochen und beweisbar an dieser Sache stinkt. Man würde nur diese wenigen Beweise vorlegen und Fragen dazu einfordern.“

    So vorbildlich hat Mathias Bröckers bei 9/11 gearbeitet.
    Dort gab es aber eine klare Hierarchie der Fakten & Fragen:
    – Stundenlanges Versagen der Luftabwehr im ganzen Land, sogar im Regierungsviertel: noch nie zuvor geschehen
    – Fliegerische Glanzleistung von nachweislichen Dilettanten, z.B. beim Seitenanflug auf das Pentagon knapp überm Boden
    – Zwei WTC-Türme wurden getroffen; ein dritter (so gut wie unversehrter) stürzte zusätzlich und sekundenschnell ein – so mustergültig senkrecht wie sonst nur bei guten Sprengungen zu sehen usw. usf.

    Können Sie denn eine „Hierarchie der Fragen“ anbieten und ein Zentrum aller Probleme benennen? Gibt es hier überhaupt nur ein einziges (wie bei 9/11 anzunehmen)?

    1. Weil es so schön passt lieber bekir :

      http://friedensblick.de/9170/nsu-boehnhardt-und-mundlos-wurden-sofort-identifiziert/

      …und jetzt die Kommentare im aktuellen Beitrag des Sicherungsblogs 🙂

      roger
      April 7, 2015 um 02:12

      “Auf welcher Grundlage wurde am 7.11.2011 Mundlos und Böhnhardt der Bankraub zugeschrieben?”

      Kleine Korrektur.
      Der wurde ihnen bereits am 4.11. zugeschrieben.
      Das Protokoll vergessen, wo beide als Bankräuber eingetragen sind?
      Und das noch vor Identifizierung selbiger?
      War ein schöner Fall für Erinnerungen an die Zukunft …

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      fatalistsalterego
      April 7, 2015 um 02:15

      Da steht drunter: nachgetragen oder Vorwissen?

      will heissen: Datum ungewiss.

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      Theo Bronin
      April 7, 2015 um 05:36

      „Das müßte jetzt in der Akte nachgelesen werden. Ich bin aber sicher, dass es bestimmt am selben Tag (04.11) ….Ich bin sicher, dass wir am selben Tag oder spätestens einen Tag später dann
      nochmal miteinander telefoniert haben….Ja, der Fakt, dass die beiden im WOHNMOBIL liegen und das wir sie nun zu all den Taten nicht mehr vernehmen können….“ und dann weiter „….Also wenn ich dazu einen Aktenvermerk geschrieben habe, dann steht es ganz konkret drin.: Dann habe ich garantiert geschrieben „am heutigen Tag“ oder „am Soundsovielten“ . ….ja, dann muss oben rechts das Datum stehen“

      Patrick Kurth (Kyffhäuser) (FDP) : „Ja, am 04.11.; aber nicht wann.“ Zitat Ende aus Stenografisches Protokoll der 43. Sitzung des 2.NSU-Untersuchungsausschusses
      des Deutschen Bundestags vom 29.11.2012,

      Warum soll jemand ein Tatortprotokoll nachtragen bei einem so heissen Thema wenn doch täglich ein solches Protokoll erstellt wird. Die Aktennotiz von Mertens beweist völlig unabhängig davon auch den 4.11.

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      fatalistsalterego
      April 7, 2015 um 10:00

      Und das beweist jetzt was?

      ZITAT ENDE

      Jo, was beweist das nun wohl?! :)) Blog lesen und einfach mal Suchbegriffe wie Wiessner und Mertens eingeben und zusammen mit dem Tatortprotokol vom 04.11.2011 anschauen!

      Momentan beweist es beim Fatalisten wieder mal nichts! Man kann sich nur an den Kopf greifen, aber um Aufklärung geht es diesem Mann (oder dieser Gruppe) gewiss nicht! Jetzt gibt es für Menzel mildernde Umstände! Nach Art des Münchner Stadelprozesses und nach Art des Richters Götzl, werden Fakten einfach ausgeblendet oder versucht, diese Fakten ins Gegenteil zu verkehren.

      Bald dürfen wir erleben, das in den BKA-Ceska-Gutachten einfach nur das Datum nachgetragen wurde. Die Gutachten selbst und auch die Auffindezeit lagen viel früher, so das der Generalbundesanwalt am 11.11.2011 die Ceska sehr wohl schon geprüft hatte und diese eindeutig als Tatwaffe zugeordnet werden konnte! Gelle Fatalist! Das kommt als nächtest – wir ahnen es!

      „Können Sie denn eine “Hierarchie der Fragen” anbieten und ein Zentrum aller Probleme benennen? Gibt es hier überhaupt nur ein einziges (wie bei 9/11 anzunehmen)?“ Zitat bekir Ende

      Ja, es gibt ein zentrales Problem, eine Sollbruchstelle. Es wird dazu auch eine Veröffentlichung geben – und zwar hier bei Georg.

  19. Auf die Veröffentlichung des zentralen Problems bzw. der Sollbruchstelle bin ich dann ja mal gespannt.

    Sie beanstanden, Fatalist gehe es nicht um Aufklärung, er gebe Menzel „mildernde Umstände“?
    Aber hatten nicht doch Sie selber hier (am 5.4., ein paar Zeilen weiter oben) geschrieben:
    „Die Unschuldsvermutung sollte auch hier für Menzels Bekannte und Arbeitskollegen gelten – bis zum BEWEIS des Gegenteils“?

    Der hohe Zaun, den sie da errichteten, hat Löcher: Denn an die Unschuldsvermutung hat sich sehr penibel
    nur der Richter zu halten. Ansonsten nur diejenigen, die öffentlich Tatsachen behaupten, wo erst Vermutungen vorliegen.
    Ein generelles Denk- oder Hypothesenverbot beeinhaltet sie aber bestimmt nicht. Sonst müsste selbst der Staatsanwalt
    seine Anklagepunkte schon der Verhandlung bewiesen haben, also schon vor Anklage-Verlesung und Beweisaufnahme.

    Dass Menzel sich in Widersprüche verwickelt hat und bestimmt kein „Einzeltäter“ ist, macht es unvermeidlich, auch seine Bekannten und Arbeitskollegen mal unter die Lupe zu nehmen. Bei den gar nicht angeklagten (da toten) Uwes scheut man sich schließlich auch nicht, selbst Kindergarten-Kollegen als Zeugen vor Gericht zu zerren.

  20. Hallo bekir,

    wir haben hier den besonderen Fall, das Ermittlungsakten veröffentlicht wurden. Daraus ergibt sich dann eine ganz besondere Verantwortung.

    Die Frage lautet letztendlich – wurde von Prantl mal in der Süddeutschen auf den Punkt gebracht – ob ein Rechtsstaat Verbrechen begehen darf und wie der Einzelne sich verhalten sollte, wenn er von solchen Vorgängen Kenntnis erlangt.

    Was, wenn der Rechtsstaat objektiv nicht in der Lage ist, sich selbst zu verfolgen, weil die obersten Strafverfolgungsorgane selbst Teil einer Terroristischen Vereinigung sind. Der LKD Soukup steht oder stand ja dem Staatsschutzreferat ST 2 vor. Es besteht der Verdacht, das ausgerechnet der Staatsschutz für dieses Desaster verantwortlich ist und das ist schon monströs.

    Es wird also zu prüfen sein – und zwar höchstrichterlich – wieweit sich unser grundgesetzlich verbürgtes Widerstandsrecht in diesem Fall erstreckt! Was kann der Bürger tun, wenn Leute wie Menzel nicht von den Behörden verfolgt werden, sondern weiterhin völlig frei und unbescholten herumlaufen! Muss der Bürger in so einem Fall – niemand ermittlet oder Ermittlungen werden nur zum Schein geführt – tatsächlich weiter die Unschuldsvermutung gelten lassen?! Das wäre meiner Meinung nach absurd. Es schliesst sich auch die Frage an, ob sich jemand auf den Schutz von Staatsgeheimnissen berufen kann, wenn er offen sichtlich nicht kompetent zu deren Schutz ist – denn sonst hätte es kein Aktenleak gegeben! Wir befinden uns in einem Dilemma, welches es in dieser Art noch nie gab. Es gibt jedenfalls das Projekt, einer richterlichen, auch höchstrichterlichen Prüfung des Ganzen. Anders gehts nicht und vermutlich wird selbst das verhindert werden.

    Zum Fatalisten. Der hat ein Problem, weil er sich darauf festgelegt hat, das es Vorwissen und langfristige Planung in der Sache nicht gebe darf, weil seiner Ansicht nach hier eine „leere Hülle befüllt wurde“.

    Er begeht aufgrund seiner Persönlichkeitsstrukrur – welche wir alle kennen und lieben :)) – den Fehler, das er sich die Sachen nach dieser Maxime zurechtschreibt. Er kommt damit zwangsäufig mit seinen eigenen – guten – Beweisvorträgen der Vergangenheit in Konflikt. Man kann die Fakten nicht der Theorie unterordnen, sondern die Theorie muss sich nach den Fakten richten. Sein Motto lautet : „Was nicht passt, wird passend gemacht“. Das kann nicht gut gehen. Er hat nicht die Größe, eigene Fehler einzugestehen – auch grundlegende Fehler – und das wird seine ganze Arbeit zunichte machen.

    „Dass Menzel sich in Widersprüche verwickelt hat und bestimmt kein “Einzeltäter” ist, macht es unvermeidlich, auch seine Bekannten und Arbeitskollegen mal unter die Lupe zu nehmen. Bei den gar nicht angeklagten (da toten) Uwes scheut man sich schließlich auch nicht, selbst Kindergarten-Kollegen als Zeugen vor Gericht zu zerren.“ Zitat bekir Ende

    Soweit sich bei diesen Arbeitskollegen oder Bekannten objektive Verdachtsmomente ergeben. Reine Vermutungen reichen dazu nicht aus.

    1. Eine Verfassungsbeschwerde wird hier kaum Erfolg haben, da mehrere Voraussetzungen zur Annahme einer solchen Beschwerde als nicht zutreffend eingestuft werden dürften, u.a. das erforderliche Ausschöpfen des Rechtsweges, also in Bezug auf den Vorwurf der strukturellen, gemeinschaftlichen Vereitelung von Strafverfolgung usw.

      Im Übrigen werden die obersten Verfassungsrichter von jenem Parteienkartell eingesetzt, das auch die NSU-Staatsräson trägt.

  21. Stimme vollständig zu, zumal wir uns hier im Minenfeld von Straf,- Verwaltungs – und Staatsrecht bewegen. Mehr muss vorerst von meiner Seite nicht gesagt werden.

  22. Es geht nicht darum, ob PD Menzel Falschaussagen getätigt hat, das ist völlig unstrittig: Er hat.

    Interessant ist die Frage, wann sich PD Menzel festgelegt hat, und dazu muss man sehen, dass dieses erst sehr spät erfolgte. Nicht am 7.11.2011, siehe Pressekonferenz-Video, sondern viel später.

    Man muss daher ganz genau hinschauen, ob Menzels Verhalten in den ersten Tagen (Anruf Wiessner etc pp) darauf hinweist, dass Menzel einer der „Macher“ des 4.11.11 war.

    Meine Meinung dazu lautet: Er war es nicht. Die Rolle anderer Beamter in der PD Gotha und der KPI Eisenach ist um ein Vielfaches suspekter, Stichwort: Feuerwehrfotos verschwunden etc pp.

    1. Für diese Antwort könnte man den Fatalisten nun schon wieder gern haben. :))

      Zitat :

      „Man muss daher ganz genau hinschauen, ob Menzels Verhalten in den ersten Tagen….. darauf hinweist, dass Menzel einer der “Macher” des 4.11.11 war.“ Zitat fatalist Ende

      Ganz genau! Diese „Krankheit“ ist auch unter dem Namen „Betriebsblindheit“ oder „den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen“ bekannt. :)) Mal sehen, wanns schnackelt. Bin gespannt.

  23. Wer aus der PD Gotha hat 2008 beim BKA die Löschung der Böhnhardt-Daten verhindert? Binninger hat es nicht verstanden,…

    Warum sagte Menzel, mit dem Chef der PD Gotha, der Wiessner immer wieder nach Infos zum Aufenthaltsort von UB und UM gefragt habe, sei nicht er gemeint?

    Fragen über Fragen…

  24. Wenn Menzel als PD und Einsatzleiter den „Helden von Eisenach“ spielte, sich dann aber als „Lügenbaron Menzelshausen“ entpuppte, dann ist er zumindest ein Mit-Wisser und Mit-Macher des 4.11.11 gewesen.

    Aber auch wenn die Eitelkeit ihn leichtsinnig aufplustern ließ: Hier war es nicht ausschließlich Menzels naive Prahlerei, die ihn behaupten ließ, er habe bereits am 04.11.2011 die Vermisstenakte von Uwe Mundlos beiziehen lassen (Sicherungsblog: Die Lachnummer von der Identifizierung im Wohnmobil).

    Beide, Polizist Menzel und Ex-VS-Beamter Wießner, datierten ursprünglich ihr Wissen detailreich auf den Tattag. Erst lange später „verschlankten“ sie ihre Erinnerung und „schärften“ sie zugleich, indem sie das Kenntnis-Datum nach hinten schoben. Aber erst (und damit wenig glaubhaft), als sie sich in neuen Vernehmungen konkret dem zwingenden Verdacht des Vorwissens ausgesetzt sahen.

    Jeder der ein Drehbuch kennt, muss höllisch aufpassen, sich nicht zu verplappern. Denn es sind viele Details, die die Öffentlichkeit (nach und nach) erfahren soll, aber die einzuhaltende Reihenfolge bzw. Abstände sind für Leute mit Vorauswissen wesentlich schwerer einzuprägen als die Details selber.

    „Die Rolle anderer Beamter in der PD Gotha und der KPI Eisenach ist um ein Vielfaches suspekter“ (=als die Menzels)?

    Die Geschichte(n), die um die toten Uwes herum gestrickt wurde(n), sind zu groß, zu wichtig und zu politisch, um sie nur kleinen lokalen Beamten anzuhängen. Wo nötig (Temme in Kassel), stand zwar ein schützender Minister (Bouffier) bereit. Das heißt aber noch lange nicht, dass die Führungsebenen dazwischen übergangen wurden bzw. in Unwissenheit gehalten wurden. Erst recht nicht, wenn ein Boss vor Ort auf Weisung von oben die Taten seiner Untergebenen mit-vertuschen soll.

    Ein Boss hat den Job, seine Leute zu führen; für die Fleißarbeiten (verhören, tippen, Asservate verwalten) hat er eben diese Leute. Ein guter Boss weiß trotzdem immer, was seine Leute tun, denn er erzieht sie dazu, ihn mit Unwichtigem nicht zu behelligen, aber dafür Wichtiges zügig und zuverlässig zu melden.

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